Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerLoewe-InsolvenzNP-FirmenlaufGlobe-TheaterMordfall OttingerStromtrasse

Brennpunkte

Landesbedienstete bekommen acht Prozent mehr

Neue Ausstände in Kitas, Schulen und Verwaltungen bleiben den Bürgern erspart. Die Beschäftigten können sich über mehr Geld freuen. Doch nicht alle sind von der Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst begeistert.



Einigung
Einigung erzielt: Verdi-Chef Frank Bsirske (l) und der Verhandlungsführer der Länder, der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz, in Potsdam.   Foto: Britta Pedersen

Mit einer Tarifeinigung auf stufenweise acht Prozent mehr Lohn für den öffentlichen Dienst der Länder haben Gewerkschaften und Arbeitgeber neue Streiks abgewendet.

Nach tagelangen Verhandlungen einigten sich beide Seiten in der Nacht zum Sonntag in Potsdam auf eine mehrstufige Gehaltserhöhung bei einer Laufzeit von 33 Monaten . Rückwirkend zum 1. Januar erhalten die rund eine Million Beschäftigten 3,2 Prozent mehr Geld. 2020 ist eine Erhöhung um weitere 3,2 Prozent vereinbart, 2021 um nochmals 1,4 Prozent. Der Mindestanstieg soll insgesamt bei 240 Euro liegen.

«Das ist das beste Ergebnis im Länderbereich für einen Lohnabschluss seit vielen Jahren», sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske. Der Verhandlungsführer der Länder, der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD), betonte, die lange Laufzeit gebe Planungssicherheit. Am frühen Sonntag gab die Bundestarifkommission der Gewerkschaft Verdi grünes Licht für den Abschluss. Die Kosten für die Länder belaufen sich laut Kollatz auf mehr als sieben Milliarden Euro.

Der Vorsitzende des Beamtenbunds dbb, Ulrich Silberbach, sagte, die Gewerkschaften hofften, damit den demografischen Wandel besser in den Griff zu bekommen. «Wir haben in den letzten Wochen zehntausendfach gestreikt, für unsere Interessen gekämpft.» Betroffen waren unter anderem Kitas, Schulen, Kliniken und Verwaltungen. Das Ergebnis könne sich sehen lassen.

Über die reguläre Lohnerhöhung hinaus bringt die Einigung besonders starke Verbesserungen für Krankenschwestern und -pfleger in den von den Verhandlungen betroffenen Universitätskliniken. Ihre Gehaltstabellen richten sich künftig nach den besseren der Kommunen. Das gilt auch für Erzieherinnen und Erzieher und den Sozialdienst. Kollatz sagte, Gehaltsunterschiede in unterschiedlichen Institutionen würden abgebaut.

Pflegekräfte erhalten zudem 120 Euro monatlich. Auszubildende bekommen zum 1. Januar 2019 und 2020 jeweils 50 Euro mehr. Berufseinsteiger bekommen in zwei Schritten rund 11 Prozent mehr.

Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) sprach von einer großen Belastung für den Haushalt. Bei einer angestrebten Übertragung des Ergebnisses auf Beamte und Versorgungsempfänger koste der Abschluss allein sein Land in diesem Jahr voraussichtlich einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag, sagte Hilbers der Deutschen Presse-Agentur. Der Abschluss soll nach dem Willen der Gewerkschaften auf rund 2,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger übertragen werden.

Der Deutsche Richterbund forderte, den Tarifabschluss ohne Abstriche auf Richter und Staatsanwälte zu übertragen. «Die Justiz hat in den vergangenen Jahren spürbar an Attraktivität eingebüßt, weil die Gehälter für junge Juristen in Unternehmen und Großkanzleien weit enteilt sind», sagte Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn der dpa.

SPD-Chefin Andrea Nahles begrüßte den Tarifabschluss. Davon profitiere die gesamte Gesellschaft. «Wir brauchen gut bezahlte Erzieher, Pflegekräfte und Polizistinnen», twitterte Nahles. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) nannte den Abschluss ein «super Ergebnis». Die Beschäftigten in der Pflege und in den Sozial- und Erzieherberufen leisteten hervorragende Arbeit und hätten das Plus im Geldbeutel redlich verdient. «Soziale Berufe sind es wert, besser bezahlt zu werden als bisher», betonte Giffey.

Abstriche mussten die Gewerkschaften bei der Entgeltordnung hinnehmen. Hier wurden zwar bestimmte Berufsgruppen bessergestellt, aber nicht alle, wie es die Gewerkschaften verlangt hatten. Auch bei den Lehrern konnten nicht alle Vorstellungen durchgesetzt werden. Silberbach sieht nach eigenen Worten auch bei den IT-Fachkräften noch erheblichen Nachholbedarf. Er beklagte, dass die Arbeitgeber hier außertariflich bezahlten. Gefordert hatten die Gewerkschaften sechs Prozent mehr über eine Laufzeit von zwölf Monaten, mindestens aber zusätzlich 200 Euro im Monat.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 03. 2019
22:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Andrea Nahles Arbeitnehmer CDU Deutsche Presseagentur Frank Bsirske Franziska Giffey Kindertagesstätten Lohnabschlüsse Pflegepersonal Reinhold Hilbers SPD Streiks Twitter Öffentlicher Dienst und Verwaltung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Warnstreik

26.02.2019

Warnstreiks ausgeweitet - Bsirske droht mit Eskalation

Zehntausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes machen ihrem Unmut lautstark Luft: Sie wollen mehr Anerkennung - durch mehr Gehalt. Vor der entscheidenden Runde im Tarifstreit steigt die Spannung. » mehr

Im Pflegeheim

19.06.2019

Pflegekräfte sollen mehr Geld bekommen

Immer mehr Menschen sind auf Pflege angewiesen, aber es gibt zu wenige, die den Job machen wollen. Heute will die Bundesregierung darum ein Gesetz zur besseren Bezahlung von Pflegerinnen und Pflegern auf den Weg bringen. » mehr

Pflegekräfte gesucht

04.06.2019

Regierung will bessere Bezahlung von Pflegekräften

Die Familienministerin sagte es zum Auftakt so: «Es muss cool werden, Pflegekraft zu sein.» Nach mehrmonatigen Beratungen in einem großen Dialogprozess liegen nun Ideen dazu vor - es gibt aber offene Fragen. » mehr

Reiner Hoffmann

02.05.2019

Weitgehend friedlicher Protest zum 1. Mai

Der 1. Mai war lange Zeit vor allem in Berlin ein Tag mit viel Gewalt. In diesem Jahr blieb es allerdings weitgehend friedlich. Auch in Hamburg zeigte sich die Polizei zufrieden. » mehr

Christina Kampmann und Michael Roth

03.07.2019

Bewerber-Duo für SPD-Vorsitz erfüllt Kriterien noch nicht

SPD-Chef gesucht: Die ersten Bewerber gehen ins Rennen - zumindest inoffiziell. Doch sie müssen noch um Unterstützung werben. » mehr

Warnstreik im öffentlichen Dienst

28.02.2019

Öffentlicher Dienst: Gewerkschaften drohen mit Eskalation

Geschlossene Kitas, entfallender Unterricht, verschobene Operationen: Tagelang bekamen viele Bürger die Auswirkungen des aktuellen Tarifstreits zu spüren. Nun wird es am Verhandlungstisch spannend. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Skapulierfest in Lahm

Skapulierfest in Lahm | 22.07.2019 Lahm
» 16 Bilder ansehen

Bunter Nachmittag der Lucas-Cranach-Grundschule

Bunter Nachmittag Lucas-Cranach-Grundschule | 22.07.2019 Kronach
» 11 Bilder ansehen

Abschluss RS 1 in Kronach

Abschluss RS 1 in Kronach | 22.07.2019 Kronach
» 5 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 03. 2019
22:00 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".