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Masken und mehr Schüler - Start in die nächste Corona-Phase

Nach wochenlangem Kontakt-Stopp sollen vorsichtige Lockerungen kommen - im Nahverkehr, in Läden und in Kindergärten. Dafür müssen sich die Bürger künftig im Alltagsleben an neue Umstände gewöhnen.



Schutzmaske
Im öffentlichen Personennahverkehr sowie beim Einkaufen muss ein Mund-Nase-Schutz getragen werden.   Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Neben Tickets sind in Bussen und Bahnen jetzt auch Masken Pflicht - in Kitas und Schulen kommen allmählich wieder mehr Kinder: Mit weiteren Lockerungen der Corona-Beschränkungen greifen für Millionen Bürger seit Montag auch zusätzliche Regeln zum Schutz vor Infektionen.

Bußgelder drohten zum Start aber überwiegend noch nicht. Für andere Bereiche wie Gottesdienste und auch bei nächsten Etappen für Schulöffnungen gibt es jedoch erst noch Klärungsbedarf.

MASKENPFLICHT: Nach dem Vorreiter Sachsen zogen am Montag die meisten Länder nach: Im öffentlichen Nahverkehr, meist auch beim Einkaufen, müssen Bürger einen Mund-Nase-Schutz tragen. Akzeptiert werden auch Schals oder Tücher. In Frankfurt am Main sollten in der Innenstadt 10 000 Masken verteilt werden. «Wenn wir die Corona-Pandemie in den Griff bekommen wollen, führt an der Pflicht kein Weg vorbei», sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Auch das Verkehrsunternehmen Mainzer Mobilität verteilte 1200 Einmalmasken.

In Sachsen scheint die Pflicht zu funktionieren. Das Leipziger Ordnungsamt habe in den vergangenen Tagen an einem Dutzend Haltestellen im Stadtgebiet die Einhaltung überprüft, sagte Stadtsprecher Matthias Hasberg am Montag. Demnach halten sich ungefähr 90 Prozent aller Fahrgäste an die Maskenpflicht. «Es gab Haltestellen, da waren es 80 Prozent. Es gab auch welche, da hatten alle eine Maske auf.» Bußgelder bei Verstoß gibt es in Sachsen nicht.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) setzt sich für eine Schutzmasken-Pflicht auch im Fernverkehr ein, also etwa in ICE und Intercity. Das will er für die Gespräche der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten in dieser Woche vorschlagen. Er glaube auch, dass die Bürger dazu bereit seien. Nachzudenken sei auch darüber, ob man das offene Bahnsystem ohne Reservierungspflicht beibehalten könne.

BUSSGELDER: Die meisten Länder halten sich mit Sanktionen zurück - vorerst zumindest. Aus Berlin und Sachsen-Anhalt heißt es, Strafen drohten keine, die Einhaltung der Maskenpflicht werde nicht kontrolliert. Nordrhein-Westfalen überlässt die Höhe der Strafe den Ordnungsämtern der Kommunen. Bayern hingegen ist streng - bei fehlendem Mund-Nase-Schutz in Bussen, Bahnen und Geschäften werden 150 Euro fällig. Für Ladenbesitzer, die nicht sicherstellen, dass ihr Personal Maske trägt, sind 5000 Euro Bußgeld vorgesehen.

In Baden-Württemberg sollen nach einer ersten Gewöhnungswoche ohne Strafen 15 Euro Bußgeld für «Maskensünder» gelten. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte am Montag, man brauche durch die Maskenpflicht auch keine Angst in Bahnen zu haben: «Wir haben eher Angst, dass die Leute, die bisher im öffentlichen Verkehr unterwegs waren, wieder ins Auto steigen.» In dem Fall gebe es mit Umweltbelastungen und Corona-Pandemie einen doppelten Schaden.

SCHULEN UND KITAS: In der vergangenen Woche kehrten in etwa der Hälfte der Länder erste Schüler in die Schulen zurück, aber nur Abschlussklassen für Prüfungen oder Prüfungsvorbereitungen. Am Montag nun die nächste Etappe in so gut wie allen anderen Ländern: für Abiturienten, Berufsschüler und Schüler kurz vor dem mittleren Schulabschluss.

Für die Schülerinnen und Schüler ist dabei vieles anders als gewohnt. Auch im Klassenzimmer oder auf dem Schulhof sollen möglichst 1,50 Meter Abstand gelten. Regelmäßiges Händewaschen ist Pflicht. Auch für die Toilettenbenutzung gelten neue Regeln. Beispiel Berlin: Nach dem «Musterhygieneplan» soll zumindest in den Pausen von einer Lehrkraft kontrolliert werden, dass sich - abhängig von der Toilettengröße - immer nur einzelne Schüler in den Sanitärräumen aufhalten.

Die Kultusmisterkonferenz wollte sich am Montag zusammenschalten, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Ab 4. Mai soll es in den meisten Ländern auch für die ältesten Grundschüler und für Schüler wieder losgehen, die im nächsten Schuljahr ihren Abschluss machen. Mancherorts wurde am Montag auch die Notbetreuung in Kitas ausgeweitet - auf weitere Berufsgruppen und für Alleinerziehende.

Bayern will bis zur kommenden Woche eigene Konzepte zur Lockerung der Corona-Beschränkungen auch für Kindergärten und Schulen vorlegen. «Eigentlich sollte das Ziel sein, dass vor Pfingsten jeder Schüler zumindest einmal wieder in der Schule war», sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Er verwies auf viele kluge Konzepte, die in der Diskussion seien, etwa für einen zeitversetzten Unterricht oder die Reduktion auf die Kernfächer.

KIRCHEN: Viele Gläubige vermissen es, Gottesdienste zu feiern. Über Möglichkeiten wird noch beraten. Die Bundesregierung hob hervor, die Religionsgemeinschaften hätten sich «sehr verantwortungsbewusst und sehr problembewusst» gezeigt. Das Corona-Kabinett habe sich denn auch ein Rahmenkonzept für die vorsichtige Wiederbelebung des religiösen Lebens in Deutschland «zu eigen gemacht», wie das Innenministerium erläuterte. Dies solle nun Grundlage für Entscheidungen bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz an diesem Donnerstag sein. Die christlichen Kirchen haben bereits Empfehlungen an Gemeinden für Gottesdienste in Corona-Zeiten veröffentlicht. Sie sehen unter anderem eine begrenzte Teilnehmerzahl vor.

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dpa

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Veröffentlicht am:
27. 04. 2020
17:09 Uhr

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27. 04. 2020
17:09 Uhr



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