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Massenprotest gegen Puerto Ricos Gouverneur

Puerto Ricos Gouverneur hat es sich mit der Bevölkerung verscherzt. Die Proteste finden immer mehr Zulauf. Doch Ricardo Rosselló zeigt sich bisher wenig beeindruckt von der Meinung des Volkes.



Proteste in Puerto Rico
Zahlreiche Menschen in der Hauptstadt San Juan protestieren gegen den Gouverneur Rossello.   Foto: Pedro Portal/TNS via ZUMA Wire » zu den Bildern

Am elften Tag der Proteste gegen die Regierung von Puerto Rico und Korruption haben Zehntausende Menschen die Hauptstadt San Juan lahmgelegt. Die Demonstranten in dem US-Außengebiet blockierten am Montag eine Autobahn, zahlreiche Geschäfte und Büros blieben geschlossen.

Es war die bisher größte Demonstration, um den Rücktritt von Gouverneur Ricardo Rosselló zu fordern. Die Polizei setzte am Abend Tränengas ein, um eine Ansammlung von Menschen in einer Straße der historischen Altstadt aufzulösen, wie die Zeitung «El Nuevo Día» meldete. Ein Reporter des US-Senders CBS berichtete auf Twitter, etwa zwölf Demonstranten hätten zuvor Gegenstände auf Beamte geworfen.

Auf einem Foto in den sozialen Medien war ein brennendes Auto zu sehen, das offenbar in einer der Straßen der Altstadt stand. Eine andere Aufnahme, die die Zeitung «El Mundo» veröffentlichte, zeigte eine Straße in Rauch, im Hintergrund sind Beamte in Schutzausrüstung zu sehen. Informationen über mögliche Verletzte gab es zunächst nicht.

Erneut waren bei den Protesten prominente Puerto Ricaner dabei, darunter die Musiker Ricky Martin, Bad Bunny und Residente sowie der frühere Boxweltmeister Félix Trinidad. Manche Beobachter sprachen von der wohl größten Demonstration in der Geschichte des Karibikarchipels, in dem rund 3,2 Millionen Menschen leben.

Auslöser der Proteste waren ein Korruptionsskandal in der Regierung sowie die Veröffentlichung von Nachrichten einer privaten Chat-Gruppe zwischen Rosselló und elf Vertrauten, in denen sie sich abschätzig über mehrere Personen äußerten. Nach Meinung Vieler waren manche der Bemerkungen frauen- und schwulenfeindlich sowie respektlos gegenüber den zahlreichen Opfern des verheerenden Hurrikans María von 2017.

Auch in anderen Teilen des US-Außengebiets, das seit Jahren in einer schweren Finanzkrise steckt, sowie in den USA und auch einigen europäischen Städten gab es bereits Demonstrationen gegen Rosselló. Prominente US-Politiker wie Bernie Sanders und führende Angehörige von Rossellós eigener Partei schlossen sich den Rücktrittsforderungen an. US-Präsident Donald Trump nannte Rosselló am Montag einen fürchterlichen Gouverneur.

Mehrere Regierungsangehörige - darunter der Vizegouverneur, der auch Mitglied der Chat-Gruppe war - zogen Konsequenzen und räumten inzwischen ihre Posten. Rosselló lehnt einen Rücktritt bisher ab. Er erklärte allerdings am Sonntag in einer Fernsehansprache, bei der nächsten Wahl im kommenden Jahr nicht mehr anzutreten. Er trat zudem als Chef seiner Neuen Progressiven Partei (PNP) zurück. Der 40 Jahre alte Rosselló regiert seit 2016. Er ist der Sohn eines früheren Gouverneurs.

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dpa

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Veröffentlicht am:
23. 07. 2019
12:55 Uhr

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23. 07. 2019
12:55 Uhr



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