Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 30 Jahre WiedervereinigungCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

Merkel in Angola: Wirtschaftszusammenarbeit stärken

Überschattet vom Wirbel um die Wahl des thüringischen Regierungschefs mit Hilfe von AfD und CDU führt Kanzlerin Angela Merkel Gespräche in Afrika. Zum Abschluss geht es in Angola vor allem um die Wirtschaft.



Merkel in Afrika
Bundeskanzlerin Merkel ist für zwei Tage in Afrika.   Foto: Kay Nietfeld/dpa

Mit einem Besuch in Angola beendet Kanzlerin Angela Merkel heute ihre zweitägige Afrikareise. Am Mittag wird sie von Präsident João Manuel Gonçalves Lourenço in der Hauptstadt Luanda empfangen.

Mit dem Besuch will die Kanzlerin auch den konstruktiven Einsatz der Regierung Lourenços etwa im Kongo oder im Konflikt zwischen Ruanda und Uganda würdigen.

Angesichts der ausbaufähigen Wirtschaftskooperation dürfte Merkel den Präsidenten ermuntern, den Kurs gegen Korruption und Vetternwirtschaft fortzusetzen. In Angola sind erst 25 deutsche Unternehmen engagiert. Korruption und fehlende Rechtsstaatlichkeit gelten als größte Bremse für deutsche Investitionen. Im Rahmen eines Deutsch-Angolanischen Wirtschaftsforums sollen am Nachmittag mehrere Vereinbarungen unterzeichnet werden.

Merkel hatte Angola bereits im Juli 2011 als erste deutsche Regierungschefin besucht. Die ehemalige portugiesische Kolonie ist einer der größten Erdölproduzenten Afrikas. Dennoch gilt das Land als eines der ärmsten der Welt.

Beim jetzigen Besuch Merkels dürfte es erneut auch um den Wunsch der angolanischen Regierung nach einer Lieferung von deutschen Küstenwachbooten gehen. Damals hatten entsprechende Gespräche erheblichen politischen Wirbel ausgelöst. Angola ist weiterhin an einer Lieferung der Boote interessiert. Dem Vernehmen nach dürfte es bei den noch laufenden Verhandlungen vor allem um die Frage der Finanzierung gehen.

Mit dem Abschluss eines seit 2017 verhandelten Doppelbesteuerungsabkommen mit Angola wurde nach Angaben aus Regierungskreisen nicht gerechnet. Es seien im Wesentlichen noch Fragen zur Verteilung der Besteuerungsrechte offen, die zunächst auch auf Ebene der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) diskutiert werden sollten. Vor einem Abschluss solle auf dieser Ebene eine Grundsatzeinigung getroffen werden.

Nach einem Gespräch mit Vertretern der Zivilgesellschaft stand ein Besuch der Kanzlerin im Nationalmuseum für Anthropologie auf dem Programm. Die Sammlung soll Auskunft über Leben und Kultur der verschiedenen Bevölkerungsgruppen Angolas geben. Die meisten Stücke stammen aus der Sammlung des deutschen Ethnologen Baumann. Eine 2018 initiierte Zusammenarbeit zwischen dem Goethe-Institut, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und dem Nationalmuseum soll die Rolle von Museen als Orten gesellschaftlicher Diskurse fördern.

Zum Abschluss des Besuchs will Merkel ein 2014 von Siemens fertiggestelltes Umspannwerk besuchen. In der Unternehmensdelegation der Kanzlerin ist auch Siemens-Chef Joe Kaeser dabei. Das Umspannwerk versorgt etwa 80.000 Haushalte und hat die Stromversorgung im Zentrum der angolanischen Hauptstadt erheblich verbessert.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 02. 2020
11:35 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alternative für Deutschland Angolanische Regierungen Bundeskanzlerin Angela Merkel CDU Ethnologinnen und Ethnologen Goethe-Institut Joe Kaeser Kanzler Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Regierungschefs Siemens AG Siemens-Chefs Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Angela Merkel

19.10.2020

Corona-Pandemie behindert auch Integrationsmaßnahmen

Corona trifft die ganze Gesellschaft von der Wirtschaft bis tief ins Privatleben hinein. Auch die Integration von Zuwanderern wird durch die Pandemie ausgebremst. Um Gegenmaßnahmen ging es am Montag beim «Integrationsgip... » mehr

Emmanuel Macron

14.06.2020

Macron will schnelle Normalisierung nach Corona-Krise

Frankreichs Staatschef hat es eilig: Angesichts eines Wirtschaftseinbruchs soll sein Land rasch wieder in Gang kommen. Symbolträchtig dürfen in Paris Lokale früher öffnen als erwartet. » mehr

Straßenschild

vor 7 Stunden

Schleswig-Holstein kündigt harte Kontaktbeschränkungen an

Schleswig-Holstein prescht vor und kündigt harte Kontaktbeschränkungen für drei Wochen an. Dies soll unabhängig von den Ergebnissen der bevorstehenden Schalte der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel gelten. » mehr

Beherbergungsverbot

14.10.2020

Bund und Länder vereinbaren schärfere Corona-Hotspot-Regeln

Die Corona-Infektionszahlen steigen auch in Deutschland stark. Bund und Länder beschließen schärfere Maßnahmen und Einschnitte in Regionen mit vielen Neuinfektionen. Doch die Bundeskanzlerin ist nicht ganz zufrieden. » mehr

Streit über Corona-Beherbergungsverbot

13.10.2020

Politik sucht nach dem richtigen Maß an Einschränkungen

Erstmals seit Juni kommen die Ministerpräsidenten wieder nach Berlin zum Gespräch mit der Kanzlerin. Sie wollen Grundsätzliches besprechen - stehen aber auch wegen eines heftigen Streits im Vorfeld unter Druck. Die Debat... » mehr

Coronavirus - Köln

11.10.2020

Regierungschefs fordern Party-Verzicht

In großen Städten steigen die Corona-Fallzahlen schnell an, immer mehr Metropolen überschreiten Grenzwerte. Mehrere Ministerpräsidenten richten drastische Appelle vor allem an junge Leute. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Flensburg - HSC 2000 Coburg

Flensburg - HSC 2000 Coburg | 25.10.2020 Flensburg
» 114 Bilder ansehen

BBC vs. Oberhaching

BBC - Oberhaching | 25.10.2020 Coburg
» 32 Bilder ansehen

Tödlicher Bahnunfall in Kronach Kronach

Tödlicher Bahnunfall in Kronach | 24.10.2020 Kronach
» 4 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 02. 2020
11:35 Uhr



^