Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

Meteorologen melden die vier wärmsten Jahre seit Messbeginn

Ein ungewöhnlich warmes Jahr reiht sich an das nächste. Klimaforscher warnen vor verheerenden Folgen. Was kann man tun? Zum Beispiel weniger Fleisch essen, sagt der Chef der Weltwetterorganisation.



Ausgetrocknet
Im Sommer in Düsseldorf: Die Erde im Flussbett des Rheins ist ausgetrocknet und aufgerissen.   Foto: Christophe Gateau

Die Jahre 2015 bis 2018 waren nach ersten Analysen der Weltwetterorganisation (WMO) die vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert.

2016 erreichte die Durchschnittstemperatur weltweit den Rekord von plus 1,3 Grad, gefolgt von 2017 und 2015. In diesem Jahr lag die Temperatur nach WMO-Berechnungen bis Ende Oktober rund ein Grad über dem Wert der vorindustriellen Zeit. Damit sei 2018 auf dem Weg, das viertwärmste Jahr seit Messbeginn zu werden, teilte die WMO in Genf mit. Auch die vergangenen zwei Jahrzehnte seien besonders warm gewesen. Die 20 wärmsten Jahre lagen demnach in den vergangenen 22 Jahren.

Grund seien vor allem die Emissionen von menschengemachten Treibhausgasen wie CO2, die sich in der Atmosphäre sammeln, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. Neben der Umstellung auf erneuerbare Energien empfahl er Aufforstung, weil Vegetation CO2 bindet, eine Begrenzung des Bevölkerungswachstums und mehr vegetarische Ernährung. Bei einem geringeren Fleischkonsum könnten etwa die Anbauflächen von Tierfutter besser genutzt werden - zum Anbau von Getreide und Gemüse für Menschen und oder für Baumpflanzungen.

Für 2019 sieht es schon jetzt nicht gut aus: Die WMO schätzt die Chance, dass in den nächsten drei Monaten das Wetterphänomen El Niño beginnt, auf 75 bis 80 Prozent. Das alle paar Jahre auftretende Klimaphänomen führt zu Dürren in den Tropen und reduziert unter anderem die Kapazität von Wäldern, CO2 aufzunehmen. «Wenn sich El Niño entwickelt, dürfte 2019 noch wärmer werden», so die WMO in ihrem Statusbericht zum Klima.

Viele Anzeichen für den Klimawandel hätten sich 2018 fortgesetzt: Der globale mittlere Meeresspiegel habe von Januar bis Juli zwei bis drei Millimeter höher gelegen als im Vorjahreszeitraum. In den ersten drei Quartalen des Jahres habe die Ozeantemperatur Jahr höchste oder zweithöchste Temperaturwerte erreicht. Im Januar und Februar lag die arktische Meereis-Ausdehnung so niedrig wie nie zuvor. Auch in der Antarktis war sie unterdurchschnittlich.

In der nördlichen Hemisphäre zählten Forscher 70 Stürme bis Mitte November, deutlich mehr als im Durchschnitt (53). Im indischen Staat Kerala gab es die schlimmsten Überschwemmungen seit fast 100 Jahren. Nördlich des Arktischen Kreises gab es Hitzerekorde, dazu bei sehr hohen Temperaturen Waldbrände in Skandinavien. An der Ostküste Australiens, in Südamerika und in Afghanistan kam es zu Dürren. In Deutschland und anderen europäischen Ländern gab es anhaltende Trockenzeiten.

Der Weltklimarat (IPCC) rät dringend, den Anstieg der Temperatur auf 1,5 oder zumindest 2 Grad zu begrenzen, um schwerste Folgen für Millionen Menschen auf der Welt abzuwenden. Vom 3. bis 14. Dezember findet in Kattowitz in Polen die UN-Klimakonferenz zur Umsetzung des 2015 in Paris beschlossenen Weltklimaabkommens statt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 11. 2018
16:10 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Dürren El Niño Intergovernmental Panel on Climate Change Klimatologen Kohlendioxid Metereologinnen und Meteorologen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Flut in Tuvalu

01.10.2018

Weltklimarat startet Beratungen zum 1,5-Grad-Ziel

Die Unterschiede zwischen 1,5 Grad und 2 Grad Erderwärmung sind enorm - betonen Klimaforscher. Bei 2 Grad könnte es beispielsweise schon keine Korallen mehr geben. In einen Sonderbericht will der Weltklimarat zeigen, wie... » mehr

Los Angeles im Dunst

05.11.2019

Empörung nach US-Kündigung des Pariser Klimaabkommens

US-Präsident Donald Trump hält Wort und kündigt das Pariser Klimaabkommen auf. Fast gleichzeitig warnen Tausende Wissenschaftler vor «unsäglichem menschlichem Leid». Aber nicht nur die USA verzögern den Kampf gegen die K... » mehr

Bier

16.10.2018

Studie: Der Klimawandel macht das Bier teurer

Steigende Meere und vermehrte Wetterextreme wie Dürren, Starkregen und Unwetter - die erwarteten Folgen des Klimawandels sind schlimm genug. Nun haben Forscher zumindest für einige Menschen weitere schlechte Nachrichten. » mehr

Weltklimarat

08.10.2018

Weltklimarat drängt zu raschem Handeln für 1,5-Grad-Ziel

Deutschland ringt um den Kohleausstieg, die EU streitet, wie viel Sprit neue Autos fressen dürfen - Alltag im mühsamen Klimaschutz. Jetzt schreckt ein neuer UN-Bericht die Politik auf. Die Botschaft: Mehr Ehrgeiz lohnt s... » mehr

Äthiopien und Eritrea schließen Frieden

11.10.2019

Abiy Ahmed erhält Friedensnobelpreis

Viele hatten mit Klimaaktivistin Greta Thunberg als Preisträgerin gerechnet. Doch der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr ans Horn von Afrika. Dort ist der Jubel groß - auch wenn der Preisträger noch lange nicht am Zi... » mehr

Eisberg bricht in Antarktis vom ewigen Eis ab

01.10.2019

Riesiger Eisberg in der Antarktis abgebrochen

Antarktischen Eisflächen bröckeln im Zuge des Klimawandels. Vor den Folgen warnte der Weltklimarat erst kürzlich wieder. Gerade hat sich dort ein gigantischer Eisberg gelöst. Auf die Erderwärmung geht zumindest dieser Ab... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Coburger Weihnachtsbaum 2019

Anlieferung Coburger Weihnachtsbaum | 18.11.2019 Coburg
» 19 Bilder ansehen

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) Coburg

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) | 17.11.2019 Coburg
» 46 Bilder ansehen

Rathaussturm in Steinberg Steinberg

Rathaussturm in Steinberg | 16.11.2019 Steinberg
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 11. 2018
16:10 Uhr



^