Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

Meuterei von Nationalgardisten in Venezuela niedergeschlagen

Der Aufstand gegen den autoritär regierendenden Präsidenten Maduro dauert nur wenige Stunden. Dann werden die abtrünnigen Soldaten festgesetzt. Warum hält das Militär trotz Elend und Unterdrückung eisern zum sozialistischen Staatschef?



Proteste in Venezuela
«Geht auf die Straße und protestiert, fordert eure Rechte ein. Hier sind wir, um für euch zu kämpfen, für Venezuela», sagte ein Nationalgardist in einem Video.   Foto: Boris Vergara » zu den Bildern

Venezolanische Sicherheitskräfte haben eine Meuterei von Nationalgardisten in der Hauptstadt Caracas niedergeschlagen.

«Die Verbrecher wurden gefasst. Sie werden mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft», teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Regierung machte eine Verschwörung rechter Kreise für den Aufstand verantwortlich.

Die Nationalgardisten sollen zuvor aus einem Militärdepot Kriegswaffen entwendet und vier Wächter entführt haben. Ihr Aufstand richtete sich offensichtlich gegen die aus ihrer Sicht illegitime Regierung von Präsident Nicolás Maduro. «Geht auf die Straße und protestiert, fordert eure Rechte ein. Hier sind wir, um für euch zu kämpfen, für Venezuela», sagte ein Nationalgardist in einem Video. In einer Kaserne im Viertel Cotiza wurden sie schließlich von Spezialeinsatzkräften eingekreist und festgesetzt.

«Mit absolutem Respekt vor den Menschenrechten, aber mit Stärke und Entschlossenheit werden unsere Streitkräfte auf die Angriffe auf das Vaterland antworten. Wir werden siegen», schrieb der Vizepräsident der sozialistischen Partei PSUV, Diosdado Cabello, auf Twitter.

Trotz massiver Proteste hatte sich Präsident Maduro zuletzt für eine zweite Amtszeit vereidigen lassen. Zahlreiche Staaten, internationale Organisationen und die venezolanische Opposition bezeichnen seine Wiederwahl im vergangenen Jahr als undemokratisch. Deshalb erkennen sie ihn nicht als legitimen Präsidenten an.

Bislang wird er allerdings noch von den mächtigen Streitkräften gestützt. Die Militärs profitieren vom System Maduro: Generäle sitzen an den wichtigen Schaltstellen der Macht, kontrollieren das Ölgeschäft, den Import von Lebensmitteln, Banken und Bergbaufirmen. Viele sollen in Korruption und kriminelle Geschäfte verwickelt sein. Allerdings gibt es immer wieder kleinere Aufstände von Soldaten gegen Maduro.

«Unsere Soldaten wissen, dass die Befehlskette zerrissen ist, wegen der illegalen Machtübernahme im Präsidentenamt», schrieb der Präsident der entmachteten Nationalversammlung, Juan Guaidó, auf Twitter. Das von der Opposition kontrollierte Parlament verabschiedete vor Kurzem ein Amnestiegesetz für Soldaten, die sich an der Wiederherstellung der demokratischen Ordnung beteiligen.

Venezuela streckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Opposition wird unterdrückt, zahlreiche Regierungsgegner sitzen in Haft oder sind ins Exil geflohen. Aufgrund von Devisenmangel kann das einst reiche Land kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Rund drei Millionen Venezolaner sind bereits vor dem Elend ins Ausland geflohen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 01. 2019
18:42 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aufstände und Revolutionen Elend Meuterei Nicolás Maduro Regierungschefs Soldaten Sozialismus Twitter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Ausnahmezustand

09.10.2019

Ecuadors Staatschef richtet Sperrbezirke ein

Demonstranten dringen ins Parlament in Quito ein und belagern den Regierungspalast. Beide Gebäude stehen jedoch leer. Staatschef Moreno hat sich nach Guayaquil abgesetzt. » mehr

In Deckung

01.05.2019

«Keine halben Sachen»: Guaidó will Entscheidung erzwingen

Eim Umsturz in Venezuela mit Hilfe des Militärs ist vorerst gescheitert. Jetzt will der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó das Land lahm legen, bis sein Widersacher Nicolás Maduro klein beigibt. Doch der Staat... » mehr

Protest

08.10.2019

Ausnahmezustand in Ecuador - Regierung verlässt Hauptstadt

Die Erhöhung der Spritpreise hat eine Protestwelle im Andenland hervorgerufen. Staatschef Lenín Moreno sieht hinter Plünderungen und Gewalttätigkeit seinen Vorgänger Correa. Der antwortet über Twitter. » mehr

Krise in Venezuela

08.07.2019

Neuer Vermittlungsversuch im Machtkampf in Venezuela

Der Machtkampf in Venezuela ist nicht entschieden, Präsident Nicolas Maduro und der selbst ernannte Interimspräsident Guaidó stehen sich unversöhnlich gegenüber. Nun gibt es einen neuen Vermittlungsversuch. » mehr

Machtkampf

22.02.2019

Venezuela schließt Grenze zu Brasilien

Der Machtkampf könnte über Konserven, Tabletten und Toilettenpapier entschieden werden. Gelingt es der Opposition, die Lieferungen ins Land zu schaffen, wäre das ein wichtiger Sieg. Scheitert sie, könnte die Revolte im S... » mehr

"Ich komme wieder"

03.03.2019

«Wenig zu feiern»: Guaidó kündigt Heimkehr und Proteste an

In Venezuela droht über Karneval eine neue Eskalation: Oppositionschef Guaidó ruft zu neuen Demonstrationen auf und will ins Land zurückkehren - obwohl er mit seiner Festnahme rechnen muss. Kann er Maduros Sicherheitskrä... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Oktobermarkt in Ebern

Oktobermarkt in Ebern | 14.10.2019 Ebern
» 12 Bilder ansehen

Schauübung der Kronacher Feuerwehr

Schauübung der Kronacher Feuerwehr | 14.10.2019 Kronach
» 13 Bilder ansehen

BBC Coburg - Elchingen 63:78

BBC Coburg - Elchingen 63:78 | 13.10.2019 Coburg
» 37 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 01. 2019
18:42 Uhr



^