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Montgomery: Ärzte brauchen mehr Zeit für Patienten-Gespräche

Was der Doktor im Sprechzimmer erklärt, ist manchmal nicht so leicht nachzuvollziehen - vor allem, wenn es auch noch schnell gehen muss. Dabei komme es auf gute Bedingungen an, heißt es vor dem Ärztetag.



Deutscher Ärztetag in Münster
Frank Ulrich Montgomery gibt sein Amt als Präsident der Bundesärztekammer nach acht Jahren ab.   Foto: Guido Kirchner

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat dafür geworben, dass Mediziner mehr Zeit für eine gut verständliche Kommunikation mit den Patienten benötigen.

«Es zählt nicht nur, was gesendet wurde, sondern was am Ende angekommen ist», sagte Montgomery der Deutschen Presse-Agentur vor dem Ärztetag in Münster. «Ärzte sollten deshalb Zeit haben, nicht nur Fakten zu kommunizieren, sondern wirklich auf die Patienten eingehen zu können.» Verständliche Medizin sei ein ganz wichtiges Dauerthema.

«Man kann natürlich nicht alle medizinischen Tatsachen kurz und knapp ohne weiteres in einfacher Sprache rüberbringen. Manche Sachen sind hoch komplex», sagte der Ärztepräsident. «Aber wir geben uns viel Mühe.» Das Thema Patientenkommunikation sei in der Aus- und Weiterbildung gestärkt und erst kürzlich bei einem Ärztetag intensiv diskutiert worden. «Ärzte können da aber mit Sicherheit noch besser werden. Am gefährlichsten wäre zu glauben, man sei schon perfekt.»

Zur Eröffnung des Deutschen Ärztetags in Münster wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwartet. Bei dem viertägigen Treffen geht es auch um den Kurs der großen Koalition - etwa mit dem umstrittenen Gesetz, das zu schnelleren Terminen für Kassenpatienten führen soll. Es schreibt unter anderem vor, dass Praxisärzte mindestens 25 statt 20 Stunden pro Woche für gesetzlich Versicherte da sein müssen. Bestimmte Ärzte müssen zudem fünf Stunden in der Woche als offene Sprechzeit ohne feste Termine anbieten.

Montgomery sagte, in dem Gesetz gebe es Licht und Schatten. Kritisch sei etwa die Art und Weise, wie der Staat auf die Praxisführung Einfluss nehmen wolle. Positiv sei aber, dass zusätzliche Leistungen auch vergütet werden sollten. «Mit den Neuregelungen ist die Gesundheitsversorgung zwar noch lange nicht zukunftsfest gemacht. Aber jeder lange Marsch beginnt mit einem ersten Schritt.»

Diskutieren wollen die 250 Delegierten des Ärztetags auch über neue digitale Versorgungsangebote und ethische Fragen etwa bei möglichen neuen Regeln für Organspenden.

Montgomery (66) gibt sein Amt als Präsident der Bundesärztekammer nach acht Jahren ab. Um die Nachfolge bewerben sich vier Kandidaten: die Landesärztekammer-Präsidenten Günther Jonitz (Berlin), Gerald Quitterer (Bayern) und Martina Wenker (Niedersachsen) sowie der Vorsitzende des Hartmannbundes, Klaus Reinhardt. Die Wahl ist für diesen Donnerstag vorgesehen.

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dpa

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28. 05. 2019
12:52 Uhr

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28. 05. 2019
12:52 Uhr



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