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Mutmaßlicher Ku'damm-Raser verhaftet

Der schwere Zusammenstoß mit einer lebensgefährlich verletzten Frau ereignete sich bereits Ende August. Jetzt konnte die Polizei einen Erfolg melden.



Unfall auf dem Ku'damm
Bei einem schweren Unfall auf dem Berliner Ku'damm wurden zwei Frauen schwer verletzt.   Foto: Paul Zinken/dpa

Knapp fünf Wochen nach einem schweren Unfall im Zusammenhang mit einem illegalen Rennen auf dem Berliner Kurfürstendamm ist der mutmaßliche Unfallverursacher gefasst worden.

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Berliner Polizei verhaftete den 29-jährigen Mann am Freitagmorgen in seiner Wohnung im Stadtteil Grunewald im Westen Berlins. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit.

Seit dem 31. August hatte die Polizei intensiv nach dem Mann gesucht, der an dem Abend mit einem schweren BMW-Mietwagen einen Kleinwagen rammte. Die 45 Jahre alte Fahrerin des Autos wurde bei dem Unfall schwer verletzt, musste wiederbelebt werden und schwebte tagelang in Lebensgefahr. Ihre 17-jährige Tochter wurde ebenfalls schwer verletzt und lag auf einer Intensivstation.

Der Mietwagen-Fahrer kletterte nach dem Unfall aus seinem Auto und flüchtete zu Fuß. Zeugen hatten damals ausgesagt, er soll sich mit zwei weiteren Autos ein Rennen geliefert haben. Beide verschwanden allerdings.

Die 45-jährige Fahrerin wollte auf der berühmten Einkaufsmeile nahe dem Theater Schaubühne links abbiegen. Der Mietwagen kam ihr entgegen und krachte so heftig in das kleinere Auto, dass es auf die Seite gekippt wurde. Trümmerteile flogen weit durch die Luft und verletzten unbeteiligte Spaziergänger. Die Front des Kleinwagens wurde zerstört, die Windschutzscheibe zersplittert. Ob der BMW auf der Vorfahrtsstraße so schnell fuhr, dass die Fahrerin ihn zu spät sah, stand zunächst nicht fest.

Gerade auf dem Berliner Kurfürstendamm kommt es immer wieder zu spontanen Autorennen zwischen Männern in hochmotorisierten Sportwagen oder Limousinen. Die Raser sind meist zwischen 20 und 30 Jahre alt. Viele der Täter und Verdächtigen sind in geleasten oder gemieteten Autos unterwegs - auch um sich vor Zugriffen von Polizei und Staatsanwaltschaft auf illegal erworbenes Vermögen zu schützen.

Die Rennen entstehen oft zufällig und spontan. Zwei junge Männer warten mit ihren auffälligen Wagen nebeneinander an Ampeln. Man sieht hinüber, macht ein paar Gesten oder Zeichen - dann geben beide Gas, bis einer aufgibt. Oder es im schlimmsten Fall kracht.

Ein tödlicher Unfall am 1. Februar 2016 beschäftigte jahrelang die höchsten deutschen Gerichte. Zwei junge Männer begannen damals - nur wenige Meter vom aktuellen Unfallort entfernt - ein Rennen. Mit bis zu 160 Stundenkilometern rasten sie 1,5 Kilometer weit über rote Ampeln bis einer von ihnen einen kleinen Jeep rammte. Der Wagen wurde 70 Meter weit geschleudert, der 69 Jahre alte Fahrer starb. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte im Juni ein Mordurteil des Landgerichts gegen den Unfallfahrer. Der Fall des zweiten Angeklagten wird neu verhandelt.

© dpa-infocom, dpa:201002-99-801593/2

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dpa

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Veröffentlicht am:
02. 10. 2020
15:38 Uhr

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02. 10. 2020
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