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Nach Trump-Kritik: Merkel nimmt WHO in Schutz

Alle gegen Trump: Der US-Präsident hat mit seiner Kritik an der WHO alle verärgert, die mehr internationale Zusammenarbeit wollen. Das bekommt er nach Berliner Lesart auch bei einer G7-Konferenz zu spüren. Das Weiße Haus sieht das aber ganz anders.



Angela Merkel
Kanzlerin Merkel stellte sich bei einer G7-Videokonferenz deutlich gegen Donald Trump.   Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa-Pool/dpa

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich nach der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump an der WHO klar hinter die Weltgesundheitsorganisation gestellt.

Bei einer von Trump einberufenen Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs von sieben führenden Industrieländern (G7) habe Merkel betont, dass die Pandemie nur mit einer starken und koordinierten internationalen Antwort besiegt werden könne, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert nach der Schalte mit.

Hierfür habe sie der WHO sowie weiteren Partnern wie der Impfstoff-Allianz CEPI («Coalition for Epidemic Preparedness Innovations») und der Globalen Impfallianz GAVI ihre volle Unterstützung ausgesprochen.

Demonstrative Unterstützung bekam die WHO auch von 23 Ländern der von Deutschland initiierten «Allianz für Multilateralismus». In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Außenminister nach einer Videokonferenz die Bedeutung der internationalen Organisationen im Kampf gegen die Pandemie. «Wir müssen in unserer Menschlichkeit vereint bleiben», heißt es darin.

Bundesaußenminister Heiko Maas sagte, die WHO bleibe «das Rückgrat der internationalen Pandemiebekämpfung». Es mache gerade jetzt überhaupt keinen Sinn, die WHO, ihre Funktionsfähigkeit oder ihre Bedeutung in Frage zu stellen. «Das ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt», sagte der SPD-Politiker. «Sie zu schwächen wäre nichts anderes, als in einem laufenden Flug den Piloten aus dem Flugzeug zu werfen, und das halten wir nicht für verantwortbar.» Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sicherte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in einem Telefonat die volle Unterstützung zu, hieß nach einem Telefonat der beiden.

Aus der Sicht von US-Präsident Donald Trump verlief das Gespräch der Staatenlenker der G7 allerdings etwas anders. Ein großer Teil der Unterredung habe sich «auf die mangelnde Transparenz und das chronische Missmanagement der Pandemie durch die WHO konzentriert», hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Die Staats- und Regierungschefs hätten sich «für eine gründliche Untersuchung und einen Reformprozess» ausgesprochen, hieß es weiter.

Trump hatte am Dienstag einen Stopp der Beitragszahlungen an die WHO veranlasst. Er machte die Organisation für die vielen Toten in der Krise mitverantwortlich und warf ihr vor, die Epidemie mit Missmanagement und Vertrauen auf Angaben aus China dramatisch verschlimmert zu haben. Seine Regierung werde in den kommenden 60 bis 90 Tagen prüfen, welche Rolle die WHO bei der «schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus» gespielt habe. So lange lägen die Zahlungen auf Eis.

Trumps Schritt stieß international auf Kritik - zudem dem US-Präsidenten selbst vorgeworfen wird, die Krise über eine lange Zeit kleingeredet zu haben.

Trump griff die WHO kurz vor dem G7-Gipfel erneut scharf an. Die WHO sei «ein Werkzeug Chinas» in der Krise gewesen, sagte er am Mittwoch. «Schauen Sie sich alles an, was passiert ist, sie haben falsch gelegen.» Das sei entweder ein «tragischer Fehler» gewesen, oder die WHO habe bewusst so gehandelt.

Die US-Regierung hat derzeit turnusgemäß den Vorsitz der G7-Gruppe inne, zu der auch Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Kanada und Japan gehören. Ein für Juni in den USA geplantes G7-Gipfeltreffen hatte Washington wegen der Pandemie abgesagt.

Die «Allianz für Multilateralismus» war 2018 von Maas initiiert worden, um die internationale Zusammenarbeit zu stärken. Sie hat keine festen Mitglieder wie die G7 oder G20 und tagt in unterschiedlichen Zusammensetzungen.

Das Abschlussdokument zur Corona-Krise unterzeichneten neben Maas die Außenminister von Argentinien, Belgien, Kanada, Chile, Costa Rica, der Dominikanische Republik, Estland, Äthiopien, Finnland, Frankreich, Irland, Indonesien, Italien, Jordanien, Mexiko, den Niederlanden, Norwegen, Peru, Singapur, Südafrika, Schweden und Spanien.

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dpa

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Veröffentlicht am:
16. 04. 2020
21:21 Uhr

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16. 04. 2020
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