Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

Nato-Großmanöver kostet Deutschland 90 Millionen Euro

Tausende Bundeswehrsoldaten trainieren in den kommenden Wochen bei einem Nato-Manöver in Norwegen für den Ernstfall. Die Kosten erreichen fast einen dreistelligen Millionenbetrag. Für Deutschland geht es nicht nur um ein Signal an Russland.



Verschiffung Panzer für Nato-Großübung
Marder-Schützenpanzer der Bundeswehr warten auf den Schiffstransport zum Großmanöver der Nato in Norwegen. Die Übung «Trident Juncture» wird die größte Bündnisübung seit Ende des Kalten Krieges.   Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Die Beteiligung der Bundeswehr am Nato-Großmanöver «Trident Juncture» wird die deutschen Steuerzahler rund 90 Millionen Euro kosten. Gut die Hälfte der Summe fließt ins Gastgeberland Norwegen, wo unter anderem für die Verpflegung und Bereitstellung von Feldlagern bezahlt werden muss.

Der Rest ist für den Hin- und Rücktransport von Personal und Material eingeplant, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Verteidigungsministerium erfuhr.

Mit dem Großmanöver in Norwegen will die Nato vom kommenden Donnerstag an ein Signal der Abschreckung an Russland senden und für den sogenannten Bündnisfall trainieren. Dieser könnte ausgerufen werden, wenn einer oder mehrere der 29 Mitgliedstaaten von einem Gegner angegriffen würden. In der Folge müssten dann die anderen Alliierten Beistand leisten.

Die Übung wird mit rund 50 000 Soldaten die größte seit Ende des Kalten Krieges. Deutschland beteiligt sich mit rund 10 000 Soldaten, 8000 davon werden in Norwegen vor Ort sein. Die Bundeswehr ist damit nach den USA zweitgrößter Truppensteller.

Dass die Bundeswehr so stark beteiligt ist, liegt vor allem daran, dass sie ab Anfang 2019 die Führung der schnellen Eingreiftruppe der Nato übernehmen soll. Die sogenannte VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) wurde im Zuge der Ukraine-Krise aufgestellt und ist ebenfalls ein Element der Abschreckungsstrategie gegen Russland, der seit 2014 wieder starke Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Damals hatte Russland sich die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt und offensiv damit begonnen, prorussische Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen. Vor allem Polen sowie die baltischen Alliierten Litauen, Lettland und Estland halten ihren großen Nachbarn seitdem für unberechenbar.

Für Deutschland ist das Manöver auch eine Gelegenheit, Donald Trump zu demonstrieren, dass es bereit ist, mehr Verantwortung für die Sicherheit Europas zu übernehmen. Der US-Präsident fordert seit seinem Amtsantritt deutlich höhere Verteidigungsausgaben von der Bundesregierung und hat sogar schon mit einem Nato-Austritt gedroht, sollten die europäischen Alliierten nicht mehr Anstrengungen in dem Bereich unternehmen.

«Deutschland nimmt hier bewusst eine Vorreiterrolle ein», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der dpa zur starken Beteiligung an «Trident Juncture». Bei der Übung gehe es ganz wesentlich um die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. «Dies ist eine anspruchsvolle Aufgabe, gerade, wenn Truppen aus sehr vielen Nationen im größeren Maßstab zusammenwirken sollen», sagte er.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 10. 2018
16:54 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundeswehr Bundeswehrsoldaten Deutsche Presseagentur Donald Trump Millionen Euro Nato Nato Response Force
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Verteidigungsausgaben könnten 2020 auf 50 Milliarden Euro steigen

16.10.2019

Verteidigungsausgaben könnten auf 50 Milliarden Euro steigen

Die deutschen Verteidigungsausgaben könnten im kommenden Jahr erstmals auf mehr als 50 Milliarden Euro steigen. Zumindest dann, wenn sie nach der Methode der Nato berechnet werden. Ist das genug, um US-Präsident Donald T... » mehr

Deutsche Soldaten in Afghanistan

25.09.2019

Nato: Vorerst keine Truppenreduzierung in Afghanistan

Was kaum jemand weiß: Der von den USA angestrebte Deal mit den Taliban sollte auch für die deutsche Truppenpräsenz in Afghanistan erhebliche Konsequenzen haben. Ist es besser, dass er vorerst nicht zustande kommt? » mehr

US-Botschafter Grenell

09.08.2019

USA drohen Deutschland mit Truppenabzug

Nirgendwo in Europa gibt es so viele US-Soldaten wie in Deutschland. Aber wie lange noch? Aus Verärgerung über Deutschlands Militärausgaben drohen die USA mit einem Truppenabzug. » mehr

Vereidigung

24.07.2019

AKK will mehr Geld für die Truppe und wirbt für Nato-Ziele

Kaum vereidigt legt die neue Verteidigungsministerin in ihrer ersten Regierungserklärung los. Ihr Ruf nach mehr Geld für die Truppe kommt beim Koalitionspartner aber gar nicht gut an. Die SPD sieht einen «Tanz um das gol... » mehr

Annegret Kramp-Karrenbauer

22.07.2019

Kramp-Karrenbauers Rüstungs-Pläne verstimmen die SPD

Annegret Kramp-Karrenbauer will mehr deutlich Geld für die Bundeswehr. Die Forderung stößt nicht nur bei Linken und Grünen auf Kritik, sondern auch beim Koalitionspartner. » mehr

Kramp-Karrenbauer zu Gesprächen in Washington

23.09.2019

Karrenbauer: Hormus-Einsatz nur als europäische Mission

Die Verteidigungsministerin wirbt in den USA um bessere Beziehungen. Deutschland müsse mehr Verantwortung übernehmen - auch militärisch. Im Konflikt mit dem Iran setzt sie jedoch ganz auf Europa. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Landkreis Kronach

Erinnerungen an die Kronacher Disco-Ära | 18.10.2019 Landkreis Kronach
» 11 Bilder ansehen

Kirchweih Lahm

Kirchweih Lahm | 15.10.2019 Lahm
» 16 Bilder ansehen

Oktobermarkt in Ebern

Oktobermarkt in Ebern | 14.10.2019 Ebern
» 12 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 10. 2018
16:54 Uhr



^