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Neue Ebola-Fälle im Kongo - Hilfe aus Deutschland

Auf positive Nachrichten bei der Bekämpfung des Ebola-Virus folgt ein Dämpfer. Erstmals tauchen Fälle in einer weiteren Provinz des Kongo auf. Der Bundesentwicklungsminister verspricht Millionen-Hilfe zur Bekämpfung der Krankheit.



Ebola im Kongo
Ein Pfleger versorgt ein Kind, bei dem Verdacht auf Ebola besteht. In Ost-Kongo breitet sich der gefährliche Ebola-Virus weiter aus.   Foto: Kitsa Musayi

Goma (dpa) - In Ost-Kongo breitet sich der gefährliche Ebola-Virus weiter aus. Zum ersten Mal seien Fälle der Krankheit in einer dritten Provinz, Sud-Kivu, festgestellt worden, teilte der Ebola-Beauftragte der Regierung, Jean-Jacques Muyembe, am Freitag mit.

Dabei handele es sich um eine Frau und ihr sieben Monate altes Kind. Die Frau sei am Mittwoch in Mwenga in Sud-Kivu gestorben, ihr Sohn werde derzeit medizinisch behandelt. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) war am Donnerstag im Kongo und traf sich unter anderem mit Muyembe, um sich über den Kampf gegen Ebola zu informieren.

Deutschland will den afrikanischen Staat beim Kampf gegen Armut und das Ebola-Virus in den betroffenen Provinzen mit 50 Millionen Euro unterstützen. «Wir möchten nicht, dass es den Menschen wegen Geldmangel an Impfstoff fehlt», erklärte Müller am Donnerstagabend in der Hauptstadt Kinshasa. Er hatte sich dort unter anderem mit dem Virologen Muyembe getroffen und mögliche weitere Finanzmittel für den Kampf gegen Ebola in Aussicht gestellt. Nach Angaben Muyembes ist die Krankheit trotz der nun getesteten effektiven Gegenmittel weder eingedämmt noch unter Kontrolle.

Auch Müller sieht Ebola nicht als besiegt an, obwohl die Krankheit nun als heilbar gilt. Vielmehr gelte es, die grundlegenden Probleme des Landes ganzheitlich anzugehen. «Wir unterstützen Forschung und Entwicklung von Impfstoff und Medikamenten und haben jetzt ein Ostkongo-Programm zur Stabilisierung der Region auf den Weg gebracht», erklärte Müller und betonte: «Armut ist der Nährboden von Ebola; wir investieren in Landwirtschaft, um den Hunger zu beseitigen.» Zugleich werde das Gesundheitswesen ausgebaut, um nicht nur Ebola zu bekämpfen sondern auch andere Krankheiten.

Die Epidemie wütet seit über einem Jahr bereits in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri im Osten des Landes. Laut Behörden sind bisher fast 2900 Menschen daran erkrankt und mehr als 1900 Menschen gestorben. Im Kongo sowie in den Nachbarländern Südsudan, Uganda, Ruanda und Burundi wurden inzwischen Impfkampagnen gestartet.

Nach der verheerenden Epidemie in Westafrika 2014/2015 mit über 11.000 Toten ist dies der bislang schlimmste Ausbruch. Er ist besonders schwer in den Griff zu bekommen, da in der Region etliche Milizen aktiv sind. Immer wieder werden Ebola-Helfer angegriffen. Nach Angaben des Weltflüchtlingswerks UNHCR wurden allein in den vergangenen drei Wochen nur in der Ituri-Provinz durch die Gewalt 145.000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben und suchten Schutz in Flüchtlingseinrichtungen. Die Zahl der über die Region hinaus Geflohenen schätzt das UNHCR auf 215.000 Menschen.

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dpa

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16. 08. 2019
19:11 Uhr

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16. 08. 2019
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