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Ökostrom-Rekord im ersten Halbjahr

Die Corona-Krise hat die Stromnachfrage in Deutschland in der ersten Jahreshälfte deutlich gedrückt. Da es außerdem windig und sonnig war und Gas vergleichsweise wenig kostetet, sieht die Klimaschutz-Bilanz ganz gut aus. Ein besonderer Monat war der Februar.



Rekord beim Ökostrom
Viel Wind und Sonnenschein haben den Ökostrom auf ein Rekordhoch getrieben.   Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Viel Wind und Sonnenschein in der ersten Jahreshälfte haben die Erzeugung von Ökostrom in Deutschland auf ein Rekordhoch getrieben. Strom aus erneuerbaren Energien deckte nach Angaben der Experten von Agora Energiewende gut 50 Prozent des Verbrauchs.

Die Kombination aus günstigem Wetter für Windkraft- und Solaranlagen sowie einem niedrigen Stromverbrauch in der Corona-Krise drückte den Ausstoß von Treibhausgasen demnach erheblich - das Klimaschutz-Ziel für 2020 dürfte nach Einschätzung der Denkfabrik erreicht werden.

Von Januar bis Juni wurden nach Berechnungen des Energiekonzerns Eon rund 126 Milliarden Kilowattstunden Grünstrom ins Netz eingespeist. Das sind 7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Diese Menge an Ökostrom reiche rechnerisch aus, um den Strombedarf sämtlicher Haushalte in Deutschland und den Niederlanden zusammen für das ganze Jahr zu decken.

Mit rund 73 Milliarden Kilowattstunden erzeugten Windkraftanlagen an Land und auf See Eon zufolge die mit Abstand größte Menge an Ökostrom. Aus Solaranlagen stammten demnach rund 25 Milliarden Kilowattstunden. Der Rest entfiel auf Biomasseanlagen (rund 20 Milliarden Kilowattstunden) und die Wasserkraft (7 Milliarden Kilowattstunden).

Der Ökostrom-Anteil in Deutschland lag Agora Energiewende zufolge in der ersten Jahreshälfte bei 50,3 Prozent. Die Stromproduktion aus Kohle nahm dagegen im ersten Halbjahr um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab. Insgesamt waren Deutschlands Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke zusammen für weniger als 20 Prozent der gesamten Stromerzeugung verantwortlich. Gründe dafür waren auch der niedrige Gaspreis und der stabile CO2-Preis in der EU, der die Kohlestrom-Produktion verteuert.

Große Mengen erneuerbaren Stroms, niedrige Nachfrage in der Corona-Krise und ein Wechsel von Kohle zu Gas hätten dazu geführt, dass der Stromsektor zu mehr als 30 Millionen Tonnen CO2 eingespart habe. Zwei Drittel dieser Einsparung gehe auf die Pandemie und ihre Folgen zurück.

«Das Klimaschutzziel 2020 von 40 Prozent Emissionsminderung gegenüber 1990 werden wir aller Voraussicht nach erreichen», sagte Agora-Chef Patrick Graichen der Deutschen Presse-Agentur. Das liege aber im Wesentlichen an der Corona-Krise. Für dauerhaften Klimaschutz brauche es viel mehr erneuerbare Energien, dauerhaft hohe CO2-Preise und einen raschen Umstieg auf Elektromobilität im Verkehrssektor.

Der Februar war mit 26,7 Milliarden Kilowattstunden den Eon-Berechnungen zufolge der insgesamt ertragreichste Ökostrom-Monat im ersten Halbjahr. Damals fegten zahlreiche Stürme und des Orkantief Sabine über das Land. Insgesamt steuerten die Erneuerbaren Eon zufolge im Februar erstmals mehr als 60 Prozent zur gesamten Strommenge bei. Neue Solarstrom-Rekorde gab es im April und Mai mit jeweils mehr als sechs Milliarden Kilowattstunden Strom.

«Die Kombination aus niedriger Stromnachfrage und vielen Sonnen- und Windstunden hat uns in der ersten Jahreshälfte etliche Tage beschert, an denen unsere Stromversorgung fast ausschließlich durch erneuerbare Energien gesichert wurde», sagte Graichen. Damit das so bleibt, müsse die Regierung jetzt die Zubau-Krise von Windrädern beheben. Bei der Juni-Auktion der Ökostrom-Förderung für Windräder an Land hatte die Bundesnetzagentur nur für etwas mehr als die Hälfte der angebotenen Menge Abnehmer gefunden.

© dpa-infocom, dpa:200627-99-582868/2

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27. 06. 2020
06:11 Uhr

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27. 06. 2020
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