Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 30 Jahre WiedervereinigungCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

Pence verspricht «Recht und Ordnung» bei Wiederwahl Trumps

Schüsse auf einen Afroamerikaner haben Proteste gegen Rassismus in den USA neu angefacht. Unruhen überschatten den Parteitag der US-Republikaner. Vize-Präsident Pence verspricht den Amerikanern Sicherheit - wenn sie im November Donald Trump wählen.



Mike Pence
US-Vizepräsident Mike Pence greift auf dem Parteitag der Republikaner Joe Biden an.   Foto: Andrew Harnik/AP/dpa » zu den Bildern

Nach neuen wütenden Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt hat Vizepräsident Mike Pence den Amerikanern Recht und Ordnung bei einer Wiederwahl von Präsident Donald Trump versprochen.

«Wir werden auf den Straßen dieses Landes für jeden Amerikaner jeder Rasse, jeden Glaubens und jeder Hautfarbe Recht und Ordnung haben», sagte Pence im historischen Fort McHenry bei Baltimore bei seiner Ansprache zum Parteitag der Republikaner. Bei den Protesten handele es sich um «Gewalt und Chaos in unseren Städten, nicht um friedliche Demonstrationen». Dies müsse aufhören. Die Trump-Regierung werde die Sicherheitskräfte und die Minderheiten im Land für vier weitere Jahre unterstützen.

Der viertägige Parteitag wird von Unruhen in der Stadt Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin überschattet. Auslöser war ein Polizeieinsatz am Sonntag, bei dem der 29-jährige Afroamerikaner Jacob Blake mehrfach in den Rücken geschossen wurde. Der Familienvater liegt im Krankenhaus, nach Angaben seiner Familie ist er von der Hüfte abwärts gelähmt. Der Fall fachte die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt neu an, die vom Tod des Afroamerikaners George Floyd in Minneapolis Ende Mai ausgelöst worden waren.

Für Freitag - dem 57. Jahrestag der historischen «I have a dream»-Rede des Bürgerrechtlers Martin Luther King - haben Bürgerrechtler zu einem «Marsch auf Washington» aufgerufen, um gegen Diskriminierung zu protestieren. An der Demonstration in der Hauptstadt könnten Tausende Menschen teilnehmen.

Trump war nach Floyds Tod vorgeworfen worden, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und zu wenig Verständnis für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu zeigen. In seinen Prioritäten für eine zweite Amtszeit findet der Kampf gegen Rassismus keine Erwähnung. Zu den Wahlversprechen gehört aber eine Stärkung der Polizeikräfte im Land.

Zum Abschluss des Parteitags wollte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) vom Weißen Haus aus sprechen und die Nominierung zum Kandidaten für die Wahl am 3. November annehmen. Trump tritt gegen den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Joe Biden, an. Schwarze sind eine wichtige Wählergruppe Bidens, der unter Barack Obama Vizepräsident war.

Mehrere afroamerikanische Redner nahmen Trump gegen Rassismusvorwürfe in Schutz. So sagte etwa der Bürgerrechtler Clarence Henderson am Mittwoch: «Er hat in vier Jahren mehr für schwarze Amerikaner getan als Joe Biden in 50.» Trump wirbt unter anderem damit, dass die Arbeitslosenquote unter Afroamerikanern vor der Corona-Pandemie auf ein historisches Tief gesunken war. Außerdem hat er die Finanzierung von historisch schwarzen Universitäten sichergestellt. Seine Justizreform führte zur Freilassung zahlreicher schwarzer Häftlinge.

Trotz rund 180.000 Toten in der Corona-Pandemie in den USA pries Pence das Krisenmanagement Trumps. Trumps frühzeitiges Handeln habe «unzählige amerikanische Leben gerettet und verschaffte uns Zeit, die größte nationale Mobilisierung seit dem Zweiten Weltkrieg zu starten, sagte der Vizepräsident, der zugleich der Corona-Task-Force im Weißen Haus vorsteht. «Letzte Woche sagte Joe Biden, dass es kein Wunder geben wird. Aber Joe scheint nicht zu verstehen, dass Amerika eine Nation der Wunder ist. Und ich bin stolz darauf, berichten zu können, dass wir auf dem Weg sind, bis Ende dieses Jahres den weltweit ersten sicheren, effektiven Coronavirus-Impfstoff zu haben.»

Pence sprach den Angehörigen der Opfer der Pandemie sein Mitgefühl aus. Biden schrieb auf Twitter: «180.000 Menschen sind an dieser Covid-Krise gestorben. Und die herzzerreißende Wahrheit ist, dass es so nicht hätte geschehen müssen.» Bidens Vize-Kandidatin Kamala Harris kritisierte, Trump habe die Gefahr des Coronavirus heruntergespielt und das amerikanische Volk in die Irre geführt. «Jetzt zahlen wir alle den Preis für seine gescheiterte Führung.»

Der frühere US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, lobte Trumps «America First»-Politik. «America First (Amerika zuerst) ist einfach die Überzeugung, dass Politiker sich auf die Gleichheit und Würde eines jeden Amerikaners konzentrieren sollten», sagte Grenell. «Und dass diese Pflicht erfüllt wird, indem man die Sicherheit und den Wohlstand des amerikanischen Volkes über alles andere fördert. Das ist America First. Das ist die Trump-Doktrin.»

Die Republikaner präsentierten Trump als mitfühlenden Landesvater und als Förderer von Frauenrechten. Die scheidende Trump-Beraterin Kellyanne Conway sagte: «Über Jahrzehnte hat er Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft und der Regierung befördert.» Im Wahlkampf 2016 waren frühere frauenverachtende Äußerungen von Donald Trump aufgetaucht.

Im Reigen der Präsidentenfamilie auf dem Parteitag der Republikaner trat am Mittwoch Schwiegertochter Lara Trump auf. Als sie die Familie des Immobilienmilliardärs Trump kennengelernt habe, seien alle Vorurteile sofort verschwunden, sagte sie. «Sie waren warm und fürsorglich, sie waren harte Arbeiter und bodenständig.» Lara Trump, die Ehefrau von Eric Trump, wandte sich direkt an den US-Präsidenten und dankte ihm - «dafür, dass du an mich glaubst». Lara Trump ist im Wahlkampfteam Trumps als Beraterin eingestellt worden.

Die Wahl am 3. November werde die wichtigste in der modernen Geschichte sein, sagte sie. «Dies ist nicht die Wahl zwischen Demokraten und Republikanern oder zwischen links und rechts», sagte Lara Trump. «Dies ist eine Wahl die entscheiden wird, ob wir Amerika Amerika bleiben lassen oder ob wir einen auf keiner Karte verzeichneten, erschreckenden Weg zum Sozialismus einschlagen.» Pence nannte Biden «ein Trojanisches Pferd für die radikale Linke».

Begleitet wird der Parteitag von dem als «extrem gefährlich» eingestuften Hurrikan «Laura». Pence sagte betroffenen Regionen Unterstützung zu. «Wir werden jeden Schritt des Weges in den kommenden Tagen und Wochen mit euch sein.» «Laura» war in der Nacht auf Donnerstag als Hurrikan der Stufe vier von fünf auf die US-Küste am Golf von Mexiko getroffen und brachte heftigen Wind und starke Regenfälle mit sich. Auch kam es zu Sturmfluten mit mehreren Meter hohen Wellen. Die Gefahr war auch am Donnerstag nicht gebannt.

© dpa-infocom, dpa:200827-99-323423/6

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 08. 2020
15:57 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Afroamerikaner Barack Obama Bundeskanzlerin Angela Merkel Bürgerrechtler Covid-19-Pandemie Die Republikaner Donald Trump Frauen in Führungspositionen Frauenrechte Joe Biden Justizreformen Kamala Harris Martin Luther Martin Luther King Mike Pence Parteitage Polizeigewalt Präsidenten der USA Republikanische Partei (USA) Richard Grenell Trump-Regierung Twitter Zorn
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Joe Biden und Kamala Harris

12.08.2020

Biden will Trump zusammen mit Senatorin Harris schlagen

US-Präsident Trump schießt sich schon auf Harris ein - Biden will den Amtsinhaber mit der kämpferischen schwarzen Senatorin an seiner Seite schlagen. Die Personalie verleiht dem US-Wahlkampf neuen Schwung. » mehr

Parteitag der Republikaner

25.08.2020

Republikaner-Parteitag schürt Angst vor Bidens Demokraten

Der amerikanische Traum kann nur mit US-Präsident Trump überdauern: Diese Botschaft sendeten die Republikaner am ersten Abend ihres Parteitags. Düster sieht es ihnen zufolge aus, sollten die Demokraten die Wahl im Novemb... » mehr

Vereidigung

12.10.2020

Barrett-Anhörung: Demokraten thematisieren Gesundheitswesen

Die Demokraten im US-Senat können die Berufung von Amy Coney Barrett ans Oberste Gericht nicht aus eigener Kraft verhindern. Deshalb rufen sie die Wähler auf, Druck auf die republikanischen Senatoren zu machen. » mehr

TV-Debatte

08.10.2020

Vize-Duell zur US-Wahl: Eine Fliege und etwas Normalität

US-Vizepräsident Pence und die demokratische Vizekandidatin Harris treffen zu einem Zeitpunkt aufeinander, an dem das US-Wahljahr 2020 komplett aus den Fugen geraten zu sein scheint. Und plötzlich stellt sich so etwas wi... » mehr

Lincoln Memorial

28.08.2020

Protest gegen Rassismus in Washington

Vor 57 Jahren hielt Martin Luther King Jr. in Washington seine berühmte Rede mit den Worten «Ich habe einen Traum». Jetzt spielte bei einer Kundgebung an selber Stelle die Polizeigewalt gegen schwarze US-Amerikaner eine ... » mehr

Donald Trump

07.10.2020

Trump stoppt Verhandlungen über Corona-Hilfspaket per Tweet

Einen Monat vor der US-Präsidentenwahl sitzt Amtsinhaber Donald Trump twitternd im Weißen Haus. Herausforderer Joe Biden macht Wahlkampf . Klar scheint: Ein Corona-Hilfspaket wird es vor der Wahl nicht geben. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lastwagen-Unfall auf der B 303 bei Ebersdorf Ebersdorf

Lastwagen-Unfall auf der B 303 bei Ebersdorf | 20.10.2020 Ebersdorf
» 9 Bilder ansehen

Unfall bei Eschenau

Unfall bei Eschenau | 20.10.2020 Ebern
» 6 Bilder ansehen

HSC 2000 Coburg - Nordhorn-Lingen 26:29 Coburg

HSC 2000 Coburg - Nordhorn-Lingen 26:29 | 18.10.2020 Coburg
» 94 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
27. 08. 2020
15:57 Uhr



^