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Rentner müssen immer mehr Steuern zahlen

Nur wenig Steuern auf die Altersbezüge? Das war einmal. Tatsächlich werden mittlere Renten in Deutschland immer höher besteuert. Das hat etwas mit einer Änderung aus dem Jahr 2005 zu tun.



Berlin - Die Steuerbelastung von Rentnern ist innerhalb von zehn Jahren teilweise um rund das Fünffache gewachsen. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Demnach muss zum Beispiel ein Rentner, der jetzt in den Ruhestand geht, bei einer monatlichen Bruttorente von 1500 Euro pro Jahr 430 Euro Einkommenssteuer zahlen. Wäre er - oder sie - mit dieser Rente bereits im Jahr 2010 in den Ruhestand gegangen, fielen nur 79 Euro an Einkommenssteuer an. Je höher die Rente ist, umso mehr musste auch schon früher gezahlt werden - daher fallen hier die Steigerungen prozentual gesehen geringer aus. Für eine Rente von zum Beispiel 2000 Euro im Monat werden bei Rentenbeginn im Jahr 2010 pro Jahr 679 Euro Steuern fällig, bei Rentenbeginn 2019 sind es bereits 1326 Euro.

Diese Entwicklung führt auch dazu, dass eine Monatsrente von 1200 Euro (brutto) bislang gar nicht besteuert wurde, ab diesem Jahr nun aber 31 Euro fällig werden, geht aus den Daten hervor. Der Vorsitzende der Linken-Fraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, kritisierte die zunehmende Rentenbesteuerung als "faktische Rentenkürzung". Dies sei ohnehin nur der Anfang. "Es wird sich weiter steigern bis zum Jahr 2040", sagte Bartsch dem MDR-Magazin Umschau .

Hintergrund ist das Alterseinkünftegesetz von 2005. Danach können Arbeitnehmer zwar mehr Beiträge zur Rentenversicherung von der Steuer absetzen - dafür steigt der steuerpflichtige Anteil für Neurentner von Jahr zu Jahr. Anfangs waren es 50 Prozent. Bei einem Rentenbeginn in diesem Jahr sind es 78 Prozent, im Jahr 2040 werden 100 Prozent erreicht. Aber auch Rentner haben Anspruch auf das steuerfreie Existenzminimum. So wird Einkommenssteuer erst dann fällig, wenn die Gesamteinkünfte den Grundbetrag von derzeit 9168 Euro (Alleinstehende) beziehungsweise 18 336 Euro (Verheiratete) übersteigen.

Bartsch forderte vor diesem Hintergrund Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) auf, ein Konzept mit deutlich höheren Freibeträgen vorzulegen, die insbesondere kleine und mittlere Renten schützen. Denn diese würden von den Steuer-Steigerungen besonders hart getroffen.

Insgesamt flossen im Jahr 2015 rund 34,65 Milliarden Euro Einkommenssteuer von Steuerpflichtigen mit Renteneinkünften an den Staat. jwe/dpa

 

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Veröffentlicht am:
21. 11. 2019
07:52 Uhr

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