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Russland und Türkei beginnen Patrouillen in Idlib

Mit Kontrollfahrten in Idlib wollen Russland und die Türkei auf syrischem Boden Fakten schaffen. Doch die erste Fahrt endet früher als geplant: Protestierende Anwohner blockieren ihren Weg.



Konflikt in Syrien
Ein Konvoi des türkischen Militärs fährt auf den Grenzübergang Bab al-Hawa im Norden vom syrischen Idlib zu. Die Türkei hat seit dem Waffenstillstand militärische Verstärkung in die Zone geschickt.   Foto: Juma Muhammad/IMAGESLIVE via ZUMA Wire/dpa

Russland und die Türkei haben am Sonntag in Syriens letztem großen Rebellengebiet um die Stadt Idlib mit gemeinsamen Patrouillen entlang einer wichtigen Schnellstraße begonnen.

Bei der ersten Fahrt sei es aber zu einer «Provokation» von Rebellen gekommen, die von der Türkei unterstützt werden, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit. Aktivisten zufolge bedrohten örtliche Milizen die Soldaten, zudem hätten Anwohner die Straße mit Reifen blockiert.

Die Rebellen hätten versucht, Zivilisten - darunter auch Frauen und Kinder - als «lebende Schutzschilde» einzusetzen, hieß es. Deshalb sei die Route der ersten Patrouillenfahrt verkürzt worden. Man gebe der Türkei nun zusätzlich Zeit, um die Sicherheit der gemeinsamen Kontrollfahrten sicherzustellen. Das türkische Verteidigungsministerium teilte lediglich mit, die erste gemeinsame Patrouille auf der Schnellstraße M4 habe stattgefunden.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass Zivilisten Reifen auf die Straße legten und die Patrouillen so behinderten. Die Anwohner hätten gegen Russland protestiert, das die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad unterstützt.

Russland und die Türkei hatten sich vor mehr als einer Woche auf eine Waffenruhe und Kontrollfahrten in Idlib geeinigt. Die ersten Panzerfahrzeuge seien nahe der Siedlung Trumba rund zwei Kilometer westlich der strategisch wichtigen Stadt Sarakib losgefahren, hieß es russischen Agenturen zufolge.

Die Vereinbarung zwischen Russland und der Türkei sieht auch einen «Sicherheitskorridor» entlang der Schnellstraße M4 vor, die durch das Rebellengebiet läuft. Die Schutzmächte wollen zudem ein «gemeinsames Koordinierungszentren» schaffen, um die Waffenruhe zu beobachten.

Die ebenfalls vereinbarte Waffenruhe für die umkämpfte Region hält seitdem weitestgehend. Russland unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Regierung, die Türkei steht an der Seite der Rebellen. Am Sonntag jährt sich zugleich der Ausbruch des Konflikts zum neunten Mal.

Am 15. März 2011 waren in der Hauptstadt Damaskus erstmals Menschen zu Protesten gegen die Herrschaft Assads auf die Straße gezogen. Die Region um Idlib im Nordwesten Syriens ist mittlerweile das letzte große Gebiet, wo islamistische Rebellen dominieren. Im Osten beherrschen Kurden zudem syrisches Staatsgebiet.

Zum 9. Jahrestag des Konfliktbeginns verlangten Deutschland, Frankreich, die USA und Großbritannien von der syrischen Regierung ein Ende der Kämpfe in Idlib und eine landesweite Waffenruhe. «Wir fordern, dass das Assad-Regime das rücksichtslose Töten einstellt», hieß es am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung. Die «gewissenlose Militäroffensive» in Idlib verursache weiteres Leid und führe zu einer «beispiellosen humanitären Krise».

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dpa

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Veröffentlicht am:
15. 03. 2020
17:11 Uhr

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15. 03. 2020
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