Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

Sanders hängt Konkurrenz bei Vorwahl in Nevada ab

Sein zweiter Sieg in Folge dürfte ihm weiter Auftrieb geben: Der linke Senator Sanders ist im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten auf Erfolgskurs. Er will die USA verwandeln. Einigen ist er zu radikal.



Bernie Sanders
Bernie Sanders und seine Frau Jane stehen bei einer Wahlkampfveranstaltung inmitten von Anhängern.   Foto: Eric Gay/AP/dpa » zu den Bildern

Der linke Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat die dritte Vorwahl der Demokraten im US-Bundesstaat Nevada nach Teilergebnissen mit großem Abstand gewonnen.

Nach Übermittlung von Resultaten aus etwa der Hälfte der Wahlbezirke lag Sanders klar in Führung vor dem früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden. Damit festigte der 78-Jährige im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten seine Position als Favorit.

Sanders ließ sich am Samstagabend von Anhängern in San Antonio (Texas) feiern. Seine Bewegung tue genau das Gegenteil von US-Präsident Donald Trump: «Wir bringen unser Volk zusammen», sagte Sanders. Der Senator aus Vermont, der sich selbst als «demokratischer Sozialist» bezeichnet, war als klarer Favorit in die dritte Vorwahl gezogen. Punkten konnte er US-Medienberichten zufolge nicht nur bei jungen, sondern auch bei hispanischen Wählern.

Der Sender CNN sah Sanders nach der Übermittlung von Ergebnissen aus 50 Prozent der Wahlbezirke bei 46,6 Prozent. Biden landete weit abgeschlagen mit nur 19,2 Prozent auf Platz zwei. Der frühere Bürgermeister von South Bend (Indiana), Pete Buttigieg, erzielte nach diesen Angaben 15,4 Prozent, die Senatorin Elizabeth Warren 10,3 Prozent. Offizielle Angaben der Demokraten lagen zunächst nicht vor.

Nach enttäuschenden Platzierungen in Iowa und New Hampshire konnte der einstige Favorit Biden als Zweitplatzierter etwas aufatmen. Auf die Frage, ob er Sanders in seinem Aufstieg noch stoppen könnte, sagte der 77-Jährige dem Sender CBS, er selbst sei der Beste, um Trump zu schlagen. Vor Anhängern zeigte sich Biden am Samstag überzeugt, dass es von nun an bergauf gehe. «Wisst ihr, die Presse ist bereit, Leute schnell für tot zu erklären, aber wir sind lebendig und wir kommen zurück und wir werden gewinnen», sagte er. Als entscheidender Test für Biden gilt die nächste Vorwahl in South Carolina am kommenden Wochenende.

Keine Rolle spielte am Samstag der Milliardär Michael Bloomberg, der den Vorwahlkampf der Demokraten derzeit mächtig aufmischt, in Nevada aber noch nicht angetreten war. Er setzt auf den «Super Tuesday» am 3. März, wenn in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten gewählt wird.

Sanders versprach, dass sich mit seiner Nominierung das Land verwandeln werde. Er erneuerte seine Klagen über das teure Gesundheitssystem in den USA und betonte Ziele wie die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns und einer höheren Reichensteuer.

Der moderate Konkurrent Buttigieg, der vier Jahrzehnte jünger ist als Sanders, warnte vor einer Nominierung des Senators. «Bevor wir es überstürzen, Senator Sanders zu nominieren (...), lasst uns einen nüchternen Blick darauf werfen, was auf dem Spiel steht», sagte er. «Senator Sanders glaubt an eine unflexible, ideologische Revolution», die die meisten Demokraten und Amerikaner insgesamt außen vor lasse.

Trump gratulierte Sanders und sagte am Sonntag im Garten des Weißen Hauses, er hoffe, dass die Demokraten ihn fair behandeln. Trump hatte schon am Samstag auf Twitter darauf angespielt, dass Sanders die Kandidatur 2016 nur knapp verpasste. «Glückwunsch Bernie, & lass es dir nicht von ihnen wegnehmen!», schrieb Trump.

Für die Zahl der Delegierten, die aus Nevada im Sommer zum entscheidenden Nominierungsparteitag zur Kür des Präsidentschaftskandidaten geschickt werden, spielt der Bundesstaat nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings kommt Nevadas Bevölkerungsstruktur mit einem größeren Anteil von schwarzen Amerikanern und Latinos der Struktur der gesamten USA deutlich näher als Iowa oder New Hampshire.

Wann die Demokratische Partei in Nevada offiziell Ergebnisse verkündet, war unklar. Gewählt wurde im «Caucus»-Verfahren, was deutlich komplizierter ist als eine Abstimmung per Wahlzettel. Bei der ersten Vorwahl in Iowa, wo ebenfalls nach dem Prinzip abgestimmt wurde, hatte eine technische Panne zu Problemen bei der Übermittlung von Ergebnissen und erheblichen Verzögerungen geführt. Die Sorge war groß, dass sich das Debakel in Nevada wiederholen könnte. Zunächst wurde lediglich vereinzelt über Probleme mit einer Telefonnummer für die Übermittlung der Ergebnisse berichtet.

Überschattet wurde die Vorwahl in Nevada von etwas anderem: dem neuerlichen Verdacht, dass Russland Einfluss auf den US-Wahlkampf nehmen will. Sanders bestätigte am Freitag, unterrichtet worden zu sein, dass Moskau versuche, seine Bewerbung zu unterstützen. Kurz zuvor hatten Medien berichtet, dass US-Geheimdienste davon ausgingen, dass Russland Trump zur Wiederwahl verhelfen wolle. Russland hatte sich nach Überzeugung der US-Geheimdienste 2016 in den Wahlkampf eingemischt - zu Gunsten des republikanischen Kandidaten Trump.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 02. 2020
17:35 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bernie Sanders CNN Columbia Broadcasting System Demokratie Donald Trump Fox News Channel Joe Biden Michael Bloomberg National Broadcasting Company Präsidenten der USA Präsidentschaftsbewerber Sozialistinnen und Sozialisten Stimmbezirke Tom Steyer Twitter US-Geheimdienste US-Vizepräsidenten Vorwahlen Wahlkampf Weißes Haus Wähler YouTube
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Trump-Herausforderer

04.03.2020

Großer Erfolg für Biden bei Vorwahl-Marathon

Joe Bidens Kandidatur war fast schon totgesagt. Nun verbucht der Ex-Vizepräsident spektakuläre Erfolge beim «Super Tuesday». Der Rückzug von Michael Bloomberg dürfte ihm einen weiteren Schub geben - doch das Rennen bleib... » mehr

Joe Biden

01.03.2020

Joe Biden gewinnt Vorwahl der US-Demokraten mit Kantersieg

Ex-Vizepräsident Biden war bei den Vorwahlen der Demokraten fast schon abgeschrieben, nun feiert er ein fulminantes Comeback in South Carolina. Das Feld der Bewerber dünnt sich aus. Nun richten sich alle Augen auf den «S... » mehr

Joe Biden

11.03.2020

Bidens Siegesserie hält: Vorwahl-Sieg in vier Bundesstaaten

Nach dem «Super Tuesday» räumt Joe Biden auch bei der nächsten größeren Vorwahlrunde der US-Demokraten ab. Noch ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur nicht entschieden - für Bidens linken Konkurrenten Bernie S... » mehr

Joe Biden

18.03.2020

Biden treibt Sanders mit weiteren Siegen in die Enge

Für Bernie Sanders wird es im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur immer enger: Wieder räumt Ex-US-Vizepräsident Joe Biden bei den Vorwahlen der Demokraten ab. Seine erneute Siegesserie steht im Schatten der Krise. » mehr

Wahlkampf in den USA

17.03.2020

Nächste Vorwahl-Runde für Biden und Sanders

Zwei Männer kämpfen bei den US-Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur: Joe Biden und Bernie Sanders. Kann Biden seine Führung in der neuen Vorwahl-Runde entscheidend ausbauen? In einem Staat blieben die Wahllokale ... » mehr

Biden und Buttigieg

03.03.2020

Wichtige Etappe vor der US-Wahl: «Super Tuesday»

Wer wird der Herausforderer von US-Präsident Trump bei der Wahl im November? Unmittelbar vor dem «Super Tuesday» hat sich bei den Demokraten einiges verschoben. Trump gibt sich betont gelassen mit Blick auf seinen potenz... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Der Coburger Bahnhof der Zukunft Coburg

Der Coburger Bahnhof der Zukunft | 03.08.2020 Coburg
» 21 Bilder ansehen

Fridays for Future und Critical Mass in Coburg Coburg

Fridays for Future und Critical Mass in Coburg | Coburg
» 32 Bilder ansehen

Repatatur des Windrades bei Untermerzbach

Reparatur des Windrads bei Untermerzbach |
» 7 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 02. 2020
17:35 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.