Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

Brennpunkte

Schlag gegen Rechts in vier Bundesländern

Die Staatsanwaltschaft Flensburg durchsucht Wohnungen mutmaßlicher Rechtsextremisten in mehreren Bundesländern. Einer der Beschuldigten ist wohl kein Unbekannter in der Szene.



Razzia
SEK-Beamte stehen während einer Razzia vor einer Wohnung in Bad Segeberg.   Foto: Markus Scholz/dpa

Die Polizei hat am Dienstag zwölf Wohnungen von mutmaßlichen Rechtsextremisten in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg und Hessen durchsucht.

Die zwölf Verdächtigen sollen sich im Juli 2019 mit weiteren Beteiligten in Bad Segeberg nördlich von Hamburg zur Gruppierung «Aryan Circle Germany» zusammengeschlossen haben, wie die Staatsanwaltschaft Flensburg und das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein mitteilten. Festnahmen hat es nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft nicht gegeben.

Die rechtsextreme Gruppe hatte den Angaben zufolge Körperverletzungen und Sachbeschädigungen sowie Straftaten nach dem Waffengesetz geplant. Derzeit lägen jedoch keine Erkenntnisse vor, dass Anschläge geplant gewesen seien, sagte die Sprecherin. Die Tatverdächtigen sind im Alter von 19 bis 57 Jahren.

Bei der Aktion gab es eine Durchsuchung in Hessen, wie ein Sprecher des dortigen Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur sagte. Bei einem der Beschuldigten soll es sich nach weiteren dpa-Informationen um einen extrem gewalttätigen Anführer der rechtsextremen Szene in Kassel handeln. Bernd T. hatte unter anderem den 2015 vom hessischen Innenministerium verbotenen rechtsextremistischen Kasseler Verein «Sturm 18» gegründet.

Bei den Durchsuchungen am Dienstag wurden Speichermedien in beträchtlicher Menge sichergestellt, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft berichtete. Außerdem wurden Betäubungsmittel und Gegenstände gefunden, die unter das Waffengesetz fallen. Die Maßnahmen dauerten bis in den Vormittag hinein an. Die gesicherten Beweismittel müssen nun ausgewertet werden.

Den Menschen im Kreis Segeberg sind rechte Umtriebe schon länger ein Dorn im Auge. Im vergangenen Herbst hatten dort bei mehreren Demonstrationen Tausende gegen Neonazis und rechte Gewalt protestiert. Eine Sprecherin der Initiative «Segeberg bleibt bunt» sagte schon damals, der Protest richte sich besonders gegen die Aktivitäten eines wegen Totschlags und Vergewaltigung verurteilten Neonazis, der in Bad Segeberg das rechtsextreme Netzwerk «Aryan Circle» aufbauen wolle. Mitte Oktober waren ein Mann und eine Frau im benachbarten Dorf Sülfeld von einem Mann aus der Neonaziszene attackiert worden, als sie Aufkleber mit der Aufschrift «Aryan Circle» und mit rechten Parolen entfernen wollten.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 03. 2020
11:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Angeklagte Deutsche Presseagentur Festnahmen Landeskriminalämter Neonazis Polizei Rechte Gewalt Rechtsextremisten Rechtsradikalismus Sachbeschädigung Staatsanwaltschaft Straftaten und Strafsachen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Polizei in der Kleingartenanlage

08.06.2020

Missbrauchsfall von Münster: Wie groß ist der Eisberg?

Der Missbrauchsfall in Münster wirft viele Fragen auf. Die Vorwürfe sind schon jetzt monströs. Dabei ist erst ein Bruchteil der sichergestellten Daten überhaupt auswertbar. » mehr

Mordfall Lübcke

04.06.2020

Durchsuchungen wegen Internet-Hetze im Fall Lübcke

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war vor und nach seinem Tod Opfer von Hasskommentaren. Monatelang sammelten Ermittler Hinweise. Jetzt gehen sie bundesweit gegen 40 mutmaßliche Hetzer vor. » mehr

Staatsanwaltschaft Lüneburg

04.07.2020

Nach Waffenfunden: Ermittlungen gegen sechs Beschuldigte

Mehrfach haben Ermittler Listen mit privaten Kontaktdaten bei Rechtsextremen entdeckt. Der Fund einer solchen Liste bei einem Reservisten der Bundeswehr erschütterte besonders. Nun haben Spezialkräfte Waffen gefunden, es... » mehr

Wohnungseinbruch

05.05.2020

In der Corona-Pandemie wird weniger eingebrochen

Homeoffice, Homeschooling und keine Veranstaltungen: In der Corona-Krise halten sich alle vornehmlich zu Hause auf. Das hat Auswirkungen auf die Zahl der Wohnungseinbrüche. » mehr

Razzien im Clan-Milieu

14.05.2020

Razzia gegen Clan-Mitglieder wegen Kokainlieferservice

Heroinsüchtige kaufen ihre Droge auf der Straße. Kokain für die Besserverdienenden wird mit dem «Koks-Taxi» geliefert. Eine SMS, Chat-Nachricht oder ein Anruf reichen. 20 Minuten später wartet der Dealer im Auto an der S... » mehr

Drohschreiben

09.10.2019

Razzien in vier Ländern wegen rechtsextremer Drohschreiben

Sie drohten per E-Mail mit Sprengstoffanschlägen. Gegen Moscheen, Flüchtlingsunterkünfte und andere Einrichtungen. Jetzt schlugen die Ermittler im Morgengrauen gegen sieben rechtsextreme Beschuldigte zu. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lkw bleibt in Unterführung stecken

Lkw bleibt in Unterführung stecken | 09.07.2020 Coburg
» 13 Bilder ansehen

Lagerhalle in Geiselwind brennt völlig aus Geiselwind

Lagerhalle brennt völlig aus | 23.06.2020 Geiselwind
» 31 Bilder ansehen

BMW und Motorrad stoßen auf der B 173 zusammen Redwitz an der Rodach

BMW und Motorrad stoßen auf der B 173 zusammen | 23.06.2020 Redwitz an der Rodach
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 03. 2020
11:53 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.