Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

Sexismus in Stasiopfer-Gedenkstätte: Direktor wird gekündigt

Der Paukenschlag folgt nach den Sexismus-Vorwürfen in der Stasi-Gedenkstätte in Hohenschönhausen. Erst wird der Vize-Chef beurlaubt. Nun treffen Konsequenzen auch die oberste Führung.



Hubertus Knabe
Hubertus Knabe, seit 2001 Direktor der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, muss gehen.   Foto: Maurizio Gambarini/Archiv

In der Affäre um sexuelle Belästigungen von Frauen in der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen verliert Direktor Hubertus Knabe seinen Posten. Knabe werde ordentlich gekündigt, zugleich werde er vorläufig von der Arbeit freigestellt.

Das teilte die Berliner Senatskulturverwaltung mit. «Der Stiftungsrat hat kein Vertrauen, dass Herr Dr. Knabe den dringend notwendigen Kulturwandel in der Stiftung einleiten wird, geschweige denn einen solchen glaubhaft vertreten kann», hieß es zur Begründung in einer Pressemitteilung des Rates. Er hatte den Beschluss einstimmig gefasst. Knabe war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Noch am Montag hatte er mitgeteilt: «Wenn es Kritik gibt, dann gehört diese auf den Tisch.» Knabe ist seit 2001 Direktor der Gedenkstätte.

Knabes Stellvertreter soll ebenfalls gehen. Dem Vize-Direktor werde «schnellstmöglich und zum nächstzulässigen Termin ordentlich gekündigt». Er war bereits am Montag von Knabe wegen der Vorwürfe mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden.

In einem kürzlich bekannt gewordenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Berlins Kultursenator Klaus Lederer hatten mehrere frühere Mitarbeiterinnen, Volontärinnen und Praktikantinnen «der Führungsetage» sexistisches Verhalten vorgeworfen. Sie formulierten Anschuldigungen über «erschreckende Regelhaftigkeit übergriffiger Verhaltensmuster».

In dem Brief vom Juni beschrieben die Frauen verbale Belästigungen mit sexuellem Charakter, «Berichte über private Aktivitäten wie Puff und Swinger-Club», «enge, fast intime körperliche Nähe und Berührung wie Streichen über die Arme, enge Umarmungen», aufdringliche Einladungen, nächtliche SMS sowie Mobbing.

Vor allem der Vize-Direktor stand im Fokus der Anschuldigungen. Er war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. In einer früheren Erklärung hatte die Gedenkstätte aber mitgeteilt, sein Anwalt habe Fehlverhalten und Mangel an Sensibilität eingeräumt. Die Gedenkstätte bezog sich dabei auf RBB-Informationen. Zugleich sei betont worden, das fehlerhafte Verhalten sei abgestellt worden, nachdem der Mitarbeiter vor gut zwei Jahren vom Direktor der Gedenkstätte darauf angesprochen worden sei.

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen war aus dem früheren zentralen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit hervorgegangen. Sie soll an politische Willkür und Unrecht erinnern. Die Einrichtung wird von Bund und Land finanziert.

Im Stiftungsrat sitzen der Vorsitzende Lederer und je eine Vertreterin von Grütters, der Senatsjustizverwaltung, dem Land Sachsen-Anhalt und ein Vertreter von Brandenburg.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 09. 2018
20:54 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
CDU Direktoren Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen Gedenkstätten Hubertus Knabe Klaus Lederer Knaben Kulturwandel Sexismus Sexuelle Belästigung Swingerclubs
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Zelle

17.09.2019

Gedenkstätten-Direktor: DDR-Aufarbeitung nicht fertig

Der neue Direktor der zentralen Stasiopfer-Gedenkstätte in Berlin will die Aufarbeitung auf eine neue Stufe stellen. » mehr

Gregor Gysi

29.06.2019

Wirbel um geplanten Gysi-Auftritt am 9. Oktober in Leipzig

Gregor Gysi ist zu einer Veranstaltung am 9. Oktober - dem Jahrestag der friedlichen Revolution - in Leipzig eingeladen. Für einige eine unerträgliche Vorstellung. Darf ein Ex-SED- und PDS-Politiker als Zeitzeuge gehört ... » mehr

30 Jahre Mauerfall

03.11.2019

Mauerfall vor 30 Jahren: Erinnerungswoche in Berlin beginnt

Der 9. November 1989 ist fest im Gedächtnis - bei denen, die dabei waren. Inzwischen ist eine Generation erwachsen, die den Mauerfall nicht mehr selbst erlebt hat. Zum Jubiläum wird in der Hauptstadt nun zurück und nach ... » mehr

Renate Künast

20.09.2019

Empörung über Urteil zu Beschimpfungen gegen Künast

Ein Gericht hat Beschimpfungen gegen die Grünen-Politikerin Renate Künast wie «Stück Scheisse» als zulässig bewertet. Nun schlagen die Wellen hoch. Mit Spannung wird eine Überprüfung des Beschlusses erwartet. » mehr

Malu Dreyer

08.08.2019

SPD-Chefin Dreyer beflügelt Gedankenspiele über Linksbündnis

In der im Umfragekeller verharrenden SPD hadern viele mit der großen Koalition - nun befeuert eine Spitzengenossin Spekulationen über andere Bündnisse. Zumindest ein möglicher Partner zeigt sich angetan. » mehr

Künast

04.12.2019

Online-Beschimpfungen: Juristischer Teilerfolg für Künast

Ein Gerichtsbeschluss zu Facebook-Posts löste Empörung aus. Jetzt hat Renate Künast einen kleinen Erfolg gegen Twitter-Tiraden errungen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Tödlicher Unfall bei Gleisenau Gleisenau

Tödlicher Unfall bei Gleisenau | 12.12.2019 Gleisenau
» 5 Bilder ansehen

Schwerer Unfall auf der B 303 Ebersdorf

Unfall auf der B 303 | 12.12.2019 Ebersdorf
» 16 Bilder ansehen

Brand in Kronach

Brand in Kronach | 12.12.2019 Kronach
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 09. 2018
20:54 Uhr



^