Lade Login-Box.
Topthemen: Loewe-InsolvenzNP-FirmenlaufGlobe-TheaterMordfall OttingerHSC 2000 CoburgStromtrasse

Brennpunkte

Staat kann Unterhaltsvorschuss nur selten zurückholen

Wenn Elternteile - in der Praxis meist Väter - keinen Unterhalt für ihren Nachwuchs zahlen, springt oft der Staat ein. Eigentlich soll er sich das Geld zurückholen. Doch immer öfter gelingt das nicht.



Alleinerziehend
Der Staat schafft es zunehmend nicht, den Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende einzutreiben.   Foto: Peter Kneffel

Der Staat schafft es weiterhin nur selten, den von ihm gezahlten Unterhaltsvorschuss für Kinder von Alleinerziehenden von den säumigen Elternteilen zurückzuholen.

Wie das Familienministerium am Montag bestätigte, sank die Rückholquote im vergangenen Jahr von zuvor 19 auf nur noch 13 Prozent. Demnach wurden im Jahr 2018 rund 2,1 Milliarden Euro an Unterhaltsvorschuss ausgezahlt, aber nur etwa 270 Millionen wieder eingetrieben. Zuerst hatte die «Süddeutsche Zeitung» (Montag) darüber berichtet. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte, in den Ländern müsse in diesem Jahr wieder «viel, viel stärker» darauf geachtet werden.

Alleinerziehende Mütter und Väter erhalten die staatliche Finanzhilfe, wenn der andere Elternteil seinen Unterhaltspflichten nicht nachkommt. Nach Möglichkeit soll das Geld aber von den säumigen Zahlern - in der Praxis zumeist Väter - wieder zurückgeholt werden.

Als einen Grund für die gesunkene Rückholquote verweist das Ministerium auf eine Gesetzesänderung von 2017: Einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss gab es davor nur für Kinder bis 12 Jahre und nur maximal 72 Monate. Nun fließt Geld bis zum 18. Geburtstag, und ohne zeitliche Begrenzung. Die Zahl der Kinder, die vom Unterhaltsvorschuss profitieren, stieg dadurch von 410.000 auf mehr als 780.000.

«Im vergangenen Jahr haben die Jugendämter überall in Deutschland massiv mit dieser riesigen Steigerung der Fallzahlen zu tun gehabt, haben das bewältigt», sagte Giffey. Die Quote sei deshalb «nicht so sehr im Fokus gewesen, wie in den anderen Jahren». Das müsse sich nun wieder ändern, da die Fallzahlen stabiler seien.

Die Grünen-Haushaltspolitikerin Ekin Deligöz forderte Gegenmaßnahmen von Giffey: Es gehe nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um viele Millionen für den Staat und die Einhaltung von Kinderrechten, sagte Deligöz der «Süddeutschen Zeitung». Die Linken-Abgeordnete Katrin Werner forderte mehr Personal für die Jugendämter.

Giffeys Sprecher versicherte, man sei mit Ländern und Kommunen im engen Austausch. Gleichzeitig räumte er ein, dass eine Rückholquote von 100 Prozent nicht erreichbar sei. Manche Eltern seien finanziell tatsächlich nicht in der Lage, ihren Unterhaltspflichten nachzukommen. Auch Giffey betonte, es sei wichtig zu unterscheiden zwischen zahlungsunfähigen Eltern und zahlungsunwilligen Eltern.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 02. 2019
16:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesfamilienministerium Ekin Deligöz Elternteile Franziska Giffey Jugendämter Kinderrechte SPD Väter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Kinderrechte

31.05.2019

Kinderrechte ins Grundgesetz: Grüne legen Gesetzentwurf vor

Sind Kinder in Deutschland genug geschützt? Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob Kinderrechte auch explizit ins Grundgesetz geschrieben werden sollten. Zum internationalen Kindertag am 1. Juni gehen die Grünen in die ... » mehr

Franziska Giffey

09.03.2019

Giffey will Unterhalt für Trennungskinder neu ordnen

Nach einer Trennung kümmert sich die Mutter um die Kinder und der Vater zahlt: Dieses traditionelle Modell ist aus Sicht vieler unzeitgemäß - und bildet auch vielfach nicht mehr die Realität ab. Die Familienministerin wi... » mehr

Fridays-for-Future-Demo

10.05.2019

Klima-Demo statt Smartphone: Wie politisch ist die Jugend?

Eine Schülerin aus Schweden bringt eine weltweite Protestbewegung für den Klimaschutz in Gang. In vielen deutschen Städten machen junge Leute mit. Sind Jugendliche heute politischer als noch vor Jahren? » mehr

Teenager-Zwangsehen

15.06.2019

Teenager-Zwangsehen - Sommerferien als Risiko

Sommerferien sind Reisezeit. Für manche Schülerinnen mit ausländischen Wurzeln endet der Trip ins Heimatland aber gegen ihren Willen mit einer Heirat. Zwangsehen seien keine Einzelfälle, warnen Hilfsorganisationen. » mehr

Kita

04.01.2019

Dramatische Personalnot: Manche Kita macht tageweise dicht

In vielen Kitas fehlen Erzieherinnen und Erzieher. Mitunter ist die Not so groß, dass Einrichtungen die Betreuungszeiten herunterfahren oder tageweise schließen müssen - extrem schwierig für berufstätige Eltern. » mehr

Im Pflegeheim

vor 21 Stunden

Pflegekräfte sollen mehr Geld bekommen

Immer mehr Menschen sind auf Pflege angewiesen, aber es gibt zu wenige, die den Job machen wollen. Heute will die Bundesregierung darum ein Gesetz zur besseren Bezahlung von Pflegerinnen und Pflegern auf den Weg bringen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Mittelaltermarkt Ebern

Mittelaltermarkt Ebern | 16.06.2019 Ebern
» 22 Bilder ansehen

Eröffnung Albertsbeach

Eröffnung Albertsbeach | 15.06.2019 Coburg
» 17 Bilder ansehen

Kevin Kravietz: Empfang in Ahorn Ahorn

Kevin Kravietz: Empfang in Ahorn | 13.06.2019 Ahorn
» 21 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 02. 2019
16:14 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".