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Streiks auf griechischen Inseln gegen den Bau neuer Lager

Die Lage auf den Ostägäisinseln wird immer gefährlicher. Nach fünf Jahren mit überfüllten Migrantenlagern bricht in der Bevölkerung Wut aus. Es kommt zu Ausschreitungen. Die Regierung setzt Polizei ein.



Migranten in Griechenland
Migranten stehen vor provisorisch errichteten Zelten außerhalb des Lagers Moria. Der Bau neuer weiterer Lager stößt auf heftige Proteste.   Foto: Aggelos Barai/AP/dpa

Aus Protest gegen den Bau neuer Lager für Migranten sind am Mittwoch auf den griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos alle Regional- und Kommunalbehörden sowie die meisten Geschäfte geschlossen worden.

Die Streiks stehen unter dem Motto «Wir wollen unsere Inseln zurück», wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete. Um die Mittagszeit gingen Tausende Demonstranten in der Hauptortschaft von Lesbos, Mytilini, sowie auf Chios auf die Straße und skandierten: «Keine Migrantencamps mehr auf den Inseln».  Zu den Streiks haben die örtlichen Gewerkschaften, Kommunen sowie der Verband der Staatsbediensteten (ADEDY) aufgerufen.

Am Mittwoch war es auf Lesbos und Chios den zweiten Tag in Folge zu Zusammenstößen zwischen aufgebrachten Einwohnern und der Polizei gekommen. Die Beamten setzten Pfefferspray, Tränengas und Schlagstöcke ein, um Straßensperren von Einwohnern zu beenden, die versuchten, den Bau neuer Lager zu verhindern. «Bereitschaftspolizei raus», forderten die Demonstranten lautstark, wie örtliche Medien berichteten. Auch Schüler gingen auf die Straße und verurteilten Gewaltanwendung seitens des Staates. «Mit Schlagstöcken gibt es keine Hoffung», skandierten sie.

In und um die Registrierlager auf den Inseln der Ostägäis harren inzwischen knapp 42 000 Menschen aus. Die Camps können aber nur rund 8000 Menschen aufnehmen. Und täglich setzen Dutzende von Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln über, um so in die EU zu kommen. Nach dem Willen der Insulaner soll Athen dafür sorgen, dass die Neuankömmlinge nach ihrer Registrierung zum griechischen Festland gebracht werden. Alle Lager sollten geschlossen werden. Nach fünf Jahren Migrantenzustrom könnten die Insulaner nicht mehr, sagten Demonstranten. 

Auf der Insel Samos leben am Rand der Inselhauptortschaft Vathy mit rund 7000 Einwohnern mehr als 7100 Migranten. «Das hält kein Mensch aus. Die Ordnung und die Infrastruktur brechen zusammen», sagte Giorgos Stantzos, der Bürgermeister von Vathy, der Deutschen Presse-Agentur. Auch das neue Lager, das zurzeit auf Samos gebaut wird, werde die Lage nicht verbessern. Die Migranten müssten nach ihrer Registrierung in der EU gleichmäßig verteilt werden. Mit Blick auf die Insulaner fügte er hinzu: «Wir haben auch Menschenrechte.» 

Die Regierung der bürgerlichen Partei Nea Dimokratia (ND) unter Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hat angesichts dieser Zustände das Asylverfahren beschleunigt und will nun neue Registrier- und Abschiebelager öffnen. Migranten werden diese Lager nur mit Genehmigung verlassen können. Athen verspricht, die vorhandenen, überfüllten Lager zu schließen und Asylanträge rasch zu bearbeiten. Wer kein Asyl bekommt, soll in die Türkei abgeschoben werden.

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dpa

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Veröffentlicht am:
26. 02. 2020
15:35 Uhr

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26. 02. 2020
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