Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

Streit um Drohvideos des Weihnachtsmarkt-Attentäters

Ein Aufnahme, in dem Anis Amri eine Pistole in der Hand hat, soll nach dem Anschlag von einem ausländischen Geheimdienst an den BND weitergeleitet worden sein. Nun mehren sich in Berlin die Forderungen, das bisher unbekannte Video des Attentäters herauszugeben.



Terroranschlag Breitscheidplatz
Polizisten und Rettungskräfte vor der Gedächtniskirche in Berlin. Im Dezember 2016 richtete Anis Amri auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ein Blutbad an.   Foto: Michael Kappeler/dpa

Die Bundesregierung sieht keine Veranlassung, dem Untersuchungsausschuss des Bundestages Zugang zu einem bislang unbekannten Drohvideo des späteren Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri zu verschaffen.

Die Bundesregierung berichte den geheim tagenden Gremien des Bundestages, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Das Video, in dem Amri eine Pistole in der Hand hat, soll im November 2016 aufgenommen und nach dem Anschlag von einem ausländischen Geheimdienst an den Bundesnachrichtendienst weitergeleitet worden sein.

Amri hatte einen polnischen Lastwagenfahrer erschossen. Mit dem Lastwagen raste er am 19. Dezember 2016 über den Breitscheidplatz in Berlin und tötete elf Menschen. Der tunesische Islamist konnte flüchten und wurde später von der Polizei in Italien erschossen. Mit dem Fall beschäftigen sich drei Untersuchungsausschüsse: im Bundestag, im Berliner Abgeordnetenhaus und im Landtag von Nordrhein-Westfalen, wo Amri anfangs gelebt hatte.

«Einerseits wissen wir bis heute nicht, wann und wie der Attentäter an die Pistole gekommen ist, und andererseits würde dieses Video erneut die enorme Fehleinschätzung der Sicherheitsbehörden zu Amris Gefährlichkeit im Herbst 2016 belegen», sagte FDP-Innenpolitiker Benjamin Strasser.

Die Obfrau der Linkspartei im Ausschuss des Bundestages, Martina Renner, sagte: «Wir müssen davon ausgehen, dass es mindestens zwei Drohvideos des späteren Attentäters gibt, die den Untersuchungsausschüssen vorenthalten werden.» Die Bundesregierung müsse nun sämtliche Videos und sonstige Informationen zum Attentäter und seinem Umfeld, auf denen noch Sperrvermerke liegen, sofort zur Verfügung stellen. Neben dem Video vom November soll ein weiteres Video existieren, das Amri im Oktober 2016 an ein Mitglied der Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) in Libyen geschickt haben soll.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
15:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Abgeordnetenhaus von Berlin Anis Amri Attentäter Bundesnachrichtendienst Deutscher Bundestag Erschießungen Geheimdienste und Nachrichtendienste Islamischer Staat Islamisten Landtage der deutschen Bundesländer Parlamente und Volksvertretungen Polizei Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland Regierungssprecher Steffen Seibert Terrormilizen Untersuchungsausschüsse
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Amri-Untersuchungsausschuss

29.07.2020

Gezerre um Aussage von Top-Informant vor Amri-Ausschuss

Als Polizeispitzel drang er bis zu führenden Köpfen der Islamistenszene in NRW vor. Auch mit dem späteren Breitscheidplatz-Attentäter Amri kam er in Kontakt. Wird der V-Mann vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags ... » mehr

Charité

11.09.2020

Berlin will Akten im Fall Nawalny weitgehend geheim halten

Moskau verlangt Informationen von Berlin zur Vergiftung des Oppositionellen Nawalny. Deutschland sagt, Russland habe alle notwendigen Angaben für eigene Ermittlungen. Die Antwort aus dem Kreml kommt prompt. » mehr

Anis Amri

03.10.2019

Unbekanntes Amri-Video liegt Sicherheitsbehörden vor

Das Video, das der Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter von 2016 vor seiner Tat aufnahm, ist nicht sein einziges. Ein weiteres liegt mehreren Sicherheitsbehörden vor - offenbar aber nicht den Untersuchungsausschüssen von ... » mehr

Terroranschlag Breitscheidplatz

02.10.2019

Medien: BND hat bislang unbekanntes Amri-Video

Tage vor dem Berliner Weihnachtsmarkt-Anschlag von 2016 nahm der Attentäter ein Video auf, in dem er sich zum IS bekannte. Nun kommt heraus: Es gibt ein weiteres Video, in dem er mit Terror drohte. » mehr

Reichstagsgebäude

31.08.2020

Bundespräsident dankt am Bundestag eingesetzen Polizisten

Auch am Tag 2 nach der Besetzung der Treppe des Reichstagsgebäudes durch vorwiegend rechte Demonstranten ist die Empörung groß. Die einhellige Meinung lautet: Das darf sich nicht wiederholen. Der Bundespräsident trifft a... » mehr

Terroranschlag in Berlin 2016

05.06.2020

Polizist soll Informationen an AfD-Chatgruppe verraten haben

Die Polizei muss mit vielen Informationen sorgfältig umgehen. Wenn Dienstgeheimnisse verraten werden, ist das schon problematisch genug. Noch schlimmer wird es, wenn einzelne Mitwisser zu rechtsextremistischen Kreisen ge... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

"It'z Jazz around the Globe" in Coburg

"It'z Jazz around the Globe" in Coburg | 26.09.2020 Coburg
» 111 Bilder ansehen

Busfahrer streiken in Coburg Coburg

Streik der Busfahrer in Coburg | 25.09.2020 Coburg
» 10 Bilder ansehen

ICE kollidiert mit Schafherde Sonneberg

ICE kollidiert mit Schafherde | 23.09.2020 Sonneberg
» 23 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
15:22 Uhr



^