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Sturmtief fegt über Deutschland: Mindestens ein Toter

Zwangspause für Zoo, Friedhof und Skilift - «Bennet» peitscht Böen mit bis zu 144 km/h über das Land. Die Folgen sind teils verheerend.



Beschädigtes Windrad
Der abgebrochene Flügel eines Windrades hängt an einem Maschinenhaus bei Hahnweiler.   Foto: Thomas Frey » zu den Bildern

Sturmtief «Bennet» ist am Montag über Deutschland gefegt und hat mindestens einen Menschen getötet. Mehrere Rosenmontagsumzüge fielen wegen der heftigen Böen aus.

Das Tief hatte auch Einschränkungen im Bahn- und Flugverkehr zur Folge. Dachziegel stürzten herab, abgebrochene Äste richteten Schäden an.

Am Feldberg im Schwarzwald peitschen Böen mit 144 Kilometern pro Stunde. Im Tiefland war es zum Beispiel in Gießen mit 110 km/h sehr windig, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach berichtete.

Im münsterländischen Ochtrup war ein Autofahrer auf einer Landstraße unterwegs, als ein Baum umfiel und das Fahrzeug traf. «Der Verdacht liegt nahe, dass das mit dem Sturm zusammenhängt», sagte ein Polizeisprecher. Der 37-Jährige, der allein im Auto saß, kam ums Leben. Auf einer Baustelle im hessischen Lorsch wurde eine gerade fertiggestellte Mauer umgeweht, ein 48-jähriger Arbeiter erlitt dabei schwere Verletzungen.

Trotz heftiger Böen und Schauer bahnten sich die Karnevalszüge in den Hochburgen Köln, Mainz und Düsseldorf ihren Weg durch die Stadt - in leicht abgespeckter Form. So verzichtete man in allen drei Städten auf Pferde. Andernorts wurden Züge abgesagt oder verschoben, etwa in Bottrop im Ruhrgebiet und in Fulda und Seligenstadt in Hessen.

Der Sturm hob in Düsseldorf das komplette Flachdach eines Mehrfamilienhauses an. Das 60 Quadratmeter große Dach kam erst einige Meter weiter wieder zum Liegen. Höhenretter zerlegten das Dach in kleinere Stücke. Sechs Stunden dauerte die Aktion.

Heftige Sturmböen wehten in der Nähe von Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) Teile eines Windrads auf die Autobahn 62, wie die Polizei mitteilte. Weil die Gefahr bestand, dass noch weitere Stücke eines Rotorblattes abbrechen könnten, wurde die Fahrbahn zwischen Birkenfeld und dem saarländischen Freisen gesperrt. Ein Fahrer habe das Hindernis auf der Autobahn bemerkt und gemeldet, so die Polizei. Eine Überprüfung des Windrads zeigte: «Ein Blatt ist beschädigt, hängt herunter.»

An der Zugspitze wurde zeitweise der Betrieb der Seilbahn sowie der meisten Liftanlagen eingestellt. Im Skigebiet Garmisch-Classic konnten mehrere Lifte in oberen Höhenlagen ebenso nicht mehr fahren. Auch andere Skigebiete meldeten Behinderungen wegen des Windes. München und Augsburg sperrten aus Sicherheitsgründen die städtischen Friedhöfe, in Augsburg wurde zudem der Botanische Garten geschlossen.

Auch der Bahnverkehr war tangiert. In einigen Regionen fielen Züge aus oder verspäteten sich. In Dellfeld in der Pfalz stürzte ein Baum auf die Gleise, wie die Bahn mitteilte. Auf einigen Strecken seien die Züge aus Sicherheitsgründen langsamer als sonst gefahren - etwa zwischen Kaiserslautern und Bingen oder Pirmasens und Saarbrücken.

Am Frankfurter Flughafen führte «Bennet» ebenfalls zu Behinderungen. Die Zahl der Landungen pro Stunde wurde am Vormittag vorübergehend von 60 auf 44 Maschinen gesenkt, wie eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung mitteilte. Zeitweise waren wegen des starken Windes gar keine Landungen möglich. Es habe auch mehrere sogenannte Durchstarter gegeben - Flugzeuge also, die den Landeanflug abbrechen und durchstarten mussten. Die Entscheidung zu einem Durchstart liege jeweils beim Piloten. Aufgrund der abgesenkten Zahl von Landungen kam es zu Verspätungen, so ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport.

In Baden-Württemberg riet das Ministerium für Verbraucherschutz davon ab, im Wald spazieren zu gehen. Vor allem in Hochlagen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb, aber auch am Bodensee bestand demnach Gefahr aufgrund herabstürzender Äste.

In Heidelberg blieb der Zoo wegen des Wetters geschlossen. Auf der Autobahn 656 zwischen dem Heidelberger Kreuz und Mannheim-Seckenheim sorgten umgestürzte Solarpanels für Behinderungen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
04. 03. 2019
18:05 Uhr

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04. 03. 2019
18:05 Uhr



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