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Südkorea feuert Warnschüsse gegen russisches Militärflugzeug

Ein militärischer Zwischenfall über südkoreanischem Gebiet alarmiert die Streitkräfte des Landes. Ein Frühwarnflugzeug des russischen Militärs soll in den Luftraum vor der Ostküste eingedrungen sein. Es fallen Schüsse.



F-15K-Jet
Ein südkoreanischer F-15K-Jet hebt von einer Militärbasis ab (Archiv). Ein schwerer Zwischenfall hat die Streitkräfte des Landes alarmiert.   Foto: yonhap

Südkoreanische Kampfjets haben Behördenangaben zufolge Hunderte Warnschüsse in Richtung eines russischen Militärflugzeugs im Luftraum des ostasiatischen Landes abgegeben.

Ein russisches Frühwarnflugzeug des Typs A-50 sei am Dienstagvormittag (Ortszeit) zweimal innerhalb kurzer Zeit in den südkoreanischen Luftraum eingedrungen, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Südkorea protestierte scharf. Russland bestritt dagegen, dass eins seiner Militärflugzeug in den südkoreanischen Luftraum eingedrungen sei.

Der Vorfall ereignete sich nach Angaben Seouls vor der Ostküste nahe einer Felseninselkette, die von Südkorea Dokdo genannt und von dem Land kontrolliert wird. Auch Japan beansprucht die Inseln - japanisch Takeshima - für sich.

Es wäre das erste Mal, dass eine Verletzung des südkoreanischen Luftraums durch eine russische Militärmaschine bekannt wird. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern gelten als relativ gut, erst im Juni hatte Südkoreas Handelsministerium den Beginn bilateraler Freihandelsgespräche verkündet.

Die südkoreanischen Luftstreitkräfte ließen laut offiziellen Angaben nach dem ersten Luftraumverstoß durch die A-50 eigene Kampfjets aufsteigen, die Warnschüsse abgaben. Zuvor seien gemäß den Vorschriften Leuchtgeschosse abgefeuert worden. Nachdem das russische Flugzeug zunächst abgedreht habe, sei es später wieder für kurze Zeit zurückgekehrt. Beim ersten Mal hätten die Jets etwa 80 Maschinengewehrschüsse abgegeben, beim zweiten Mal 280.

Vor dem Zwischenfall hatten nach Angaben Seouls bereits zwei russische TU-95-Bomber und zwei chinesische Kampfflugzeuge ohne Vorankündigung die sogenannte Luftraumüberwachungszone Südkoreas durchquert, die nicht mehr zum Hoheitsgebiet des Landes gehört. Das Frühwarnflugzeug sei jedoch über die Zone hinaus in den Luftraum des Landes geflogen, hieß es von südkoreanischer Seite. In Südkorea wurde spekuliert, dass es sich eventuell um ein gemeinsames Manöver der russischen und chinesischen Streitkräfte gehandelt haben könnte.

Südkoreas nationaler Sicherheitsberater Chung Eui Yong warnte Moskau vor schwerwiegenden Folgen, sollten weitere Verstöße des Luftraums erfolgen. «Wir nehmen den Zwischenfall sehr ernst. Sollte sich solch eine Aktion wiederholen, wird Südkorea weit strengere Maßnahmen ergreifen», hieß es in einer formalen Protestnote an den Sekretär des russischen Sicherheitsrats, Nikolai Patruschew. Auch bestellte die Regierung in Seoul die Nummer zwei der russischen Botschaft in Seoul, Maxim Volkow, sowie den chinesischen Botschafter Qiu Gohang ein, um Protest einzulegen. Südkoreas Vizeaußenminister Yoon Soon Gu sagte vor Journalisten, die Verletzung des Luftraums durch das russische Flugzeug untergrabe das gegenseitige Vertrauen beider Länder.

Das Außenministerium in Moskau teilte mit, der geplante Flug zweier russischer Bomber sei über neutralen Gewässern des Japanischen Meeres (koreanisch: Ostmeer) durchgeführt worden. Es seien auch keine Warnschüsse von südkoreanischen Kampfjets abgegeben worden. Nach Darstellung Russlands näherten sich den russischen Flugzeugen in der Nähe der Inselkette zwei südkoreanische Kampfjets, «die unprofessionelle Manöver ausführten, dabei den Kurs eines russischen strategischen Bombers mit Luft-Boden-Raketen kreuzten und damit eine Gefahr für ihre Sicherheit schufen».

Südkorea hatte 2013 erklärt, seine eigene «Identifikationszone zur Luftverteidigung» in südlicher Richtung zu erweitern. Hintergrund war damals der Streit um Gebietsansprüche im Ostchinesischen Meer. Südkorea will, dass sich in seiner Überwachungszone ausländische Flugzeuge identifizieren. Es kommt nach Angaben Südkoreas immer wieder zu Verletzungen der Zone durch russische und chinesische Flugzeuge.

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dpa

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Veröffentlicht am:
23. 07. 2019
16:25 Uhr

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23. 07. 2019
16:25 Uhr



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