Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerLoewe-InsolvenzNP-FirmenlaufGlobe-TheaterMordfall OttingerStromtrasse

Brennpunkte

Syrien-Einsatz der Bundeswehr könnte doch länger dauern

Mit hochauflösenden Fotos aus der Luft unterstützen Bundeswehrjets den Kampf gegen die Terrormiliz IS in Syrien und im Irak. Der Einsatz soll eigentlich im Herbst enden. Angeblich gibt es aber nun doch andere Planspiele in Berlin.



Bundeswehr
Vom Luftwaffenstützpunkt Al-Asrak in Jordanien starten Tornado-Aufklärungsflugzeuge im Rahmen der Mission «Counter Daesh» in Richtung Syrien.   Foto: Michael Kappeler

Der Anti-IS-Einsatz von Bundeswehrjets in Syrien könnte nach einem «Spiegel»-Bericht über die geplante Zeit hinaus verlängert werden. Demnach hat die Bundesregierung signalisiert, die USA bei der Absicherung einer Schutztruppe für Nord-Syrien zu unterstützen.

Berlin soll dem Nachrichtenmagazin zufolge Washington angeboten haben, das bisherige Mandat für die Teilnahme der Bundeswehr an der Koalition gegen den sogenannten Islamischen Staat zu verlängern.

Deutschland ist im Irak und in Syrien mit «Tornado»-Aufklärungsflugzeugen und einem Tankflugzeug am Kampf gegen die Terrormiliz beteiligt. Von Jordanien aus starten die Bundeswehrjets und liefern Bilder, mit deren Hilfe andere Verbündete wie die USA Luftangriffe gegen den IS ausführen. Dieser Einsatz soll eigentlich zum 31. Oktober 2019 auslaufen. Der IS hat sein einst riesiges Herrschaftsgebiet in Syrien und im Irak mittlerweile vollständig verloren. Endgültig zerschlagen ist er aber noch nicht. Zellen der Extremisten sind weiter aktiv und verüben sowohl im Irak als auch in Syrien Angriffe. Auch IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi ist untergetaucht.

Wenn der Bundestag das Mandat verlängere, könnte die Luftwaffe künftig eine von den USA geplante Schutztruppe in Nord-Syrien unterstützen, schreibt der «Spiegel». Washington plant dort eine Art Pufferzone, um die Kurden sowohl vor der Türkei als auch vor syrischen Regierungstruppen zu schützen, da diese an der Seite der USA gegen den IS kämpfen.

Die syrischen Kurden kontrollieren im Norden ein großes Gebiet und haben eine Selbstverwaltung errichtet. Beherrscht wird das Gebiet von der Kurdenmiliz YPG. Die Türkei sieht in der bewaffneten Gruppe einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Kurden wiederholt mit einer Offensive gedroht. US-Präsident Donald Trump seinerseits drohte der Türkei mit wirtschaftlicher Zerstörung, sollten sie die Kurden in Syrien angreifen. Ankara fordert seit langem eine von ihr kontrollierte Pufferzone. Diese Idee wurde auch von Trump aufgegriffen.

Kanzleramt, Auswärtiges Amt und Verteidigungsministerium hätten sich geeinigt, dass man die USA bei der Frage der Schutztruppe nicht vor den Kopf stoßen wolle, berichtet der «Spiegel». Bestätigt wird das in Berlin nicht. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag: «Die Koalition gegen den IS-Terror ist ständig in Gesprächen über die Lage und künftige weitere Entwicklungen.»

Dem «Spiegel»-Bericht zufolge gibt es innerhalb der großen Koalition auch gar keine Einigkeit bei dem Thema: «Eine Verlängerung oder eine Anpassung des Mandats kommt aus unserer Sicht nicht in Frage», wird der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rolf Mützenich, zitiert. Sein Kollege aus der Unionsfraktion, Jürgen Hardt (CDU), sagte dagegen: «Wir sollten die Bitte der US-Regierung, bei der Absicherung der geplanten Schutzzone in Nordsyrien zu helfen, wohlwollend prüfen».

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 05. 2019
11:37 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeiterparteien Auswärtiges Amt Bundeskanzleramt Bundeswehr CDU CDU/CSU-Bundestagsfraktion Der Spiegel Deutsche Presseagentur Deutscher Bundestag Donald Trump Große Koalition Islamischer Staat Jürgen Hardt Nachrichtenmagazine Nordsyrien PKK Präsidenten der USA Recep Tayyip Erdogan Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland Rolf Mützenich SPD-Fraktion Schutztruppen Terrormilizen Türkische Staatspräsidenten US-Regierung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Deutscher Soldat

08.07.2019

Bundesregierung erteilt US-Bitte nach Bodentruppen Absage

Die USA stoßen mit ihrer Bitte an Deutschland um Bodentruppen für Syrien auf Granit. Die Bundesregierung ist allerdings bereit, ihre bisherigen Beiträge zum Anti-IS-Kampf fortzuführen. Aber auch das sorgt für Streit in d... » mehr

Bundeswehr im Irak

07.07.2019

USA wollen deutsche Bodentruppen für Anti-IS-Einsatz

«Tornado»-Aufklärungsjets, ein Tankflugzeug und Ausbilder im Irak - das ist bisher der deutsche Beitrag zum Kampf gegen den IS. Den USA reicht das nicht mehr. Sie bringen die Bundesregierung mit einer Bitte um mehr milit... » mehr

Außenminister Maas

08.06.2019

Maas hält Anti-IS-Einsatz für «absolut unabdingbar»

Vier Tage lang reist Außenminister Maas durch die Region mit der wohl größten Dichte an Krisen weltweit. Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA stehen im Vordergrund. Im Irak und in Jordanien geht es aber auch um e... » mehr

Pompeo und Maas

31.05.2019

Pompeo in Berlin: Differenzen bleiben, Ton wird moderater

Es gibt viel zu tun für die US- und die Bundesregierung angesichts der zahlreichen Konflikte in der Welt. Darin sind sich beide Partner einig. Dann hört es aber oft auch schon auf mit der Einigkeit. » mehr

Bundeswehr

17.05.2019

Deutschland meldet Nato massive Budgeterhöhung

Deutschland steht wegen seiner vergleichsweise niedrigen Verteidigungsausgaben unter enormem Druck von Nato-Partnern - vor allem der USA. Jetzt sind in der Bündniszentrale beeindruckende Zahlen eingegangen. Reicht das US... » mehr

Konflikt in Syrien

15.01.2019

Erdogan und Trump diskutieren Sicherheitszone in Nordsyrien

Erst droht US-Präsident Trump der Türkei mit «wirtschaftlicher Zerstörung» wegen der geplanten Offensive gegen kurdische Verbündete der USA in Nordsyrien. Dann kommt die Kehrtwende. Nun bietet er dem türkischen Präsident... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Vernissage Sommerduett

Vernissage Sommerduett | 16.07.2019 Kronach
» 14 Bilder ansehen

Baustart am Brockardt-Areal steht an

Baustart am Brockardt-Areal | 16.07.2019 Coburg
» 12 Bilder ansehen

Bulldog-Treffen Ebern

Bulldog-Treffen in Ebern | 14.07.2019 Ebern
» 9 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 05. 2019
11:37 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".