Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 30 Jahre WiedervereinigungCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

TV-Debatte der US-Demokraten: Biden gegen Warren und Sanders

Bei der Fernsehdebatte der US-Demokraten in Detroit knöpften sich die Präsidentschaftsbewerber den Favoriten Joe Biden noch kollektiv vor. Bei Runde drei in Houston gab es weniger direkte Attacken und mehr inhaltlichen Streit. Doch einer bleibt besonders angriffslustig.



Sanders und Biden
Bernie Sanders (L) und Joe Biden begrüßen sich zur dritten TV-Debatte.   Foto: David J. Phillip/AP » zu den Bildern

Bei der dritten Runde der Fernsehdebatten unter den demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbern hat sich Ex-Vizepräsident Joe Biden mit den linken Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren inhaltliche Richtungskämpfe geliefert.

Beim Thema Krankenversicherung, das viele Amerikaner besonders umtreibt und das Bewerberfeld spaltet, gerieten die drei in Umfragen Führenden in der Nacht zum Freitag in Houston heftig aneinander. Auch an anderen Stellen wurden die Differenzen zwischen den progressiven Senatoren und dem gemäßigten Favoriten deutlich. Die Debatte war trotz einiger Attacken gegen Biden aber weniger konfrontativ als die vorherige.

Anders als bei den ersten beiden Runden in Miami und Detroit gab es diesmal nur einen Abend, an dem alle zehn Demokraten, die sich für die Debatte qualifiziert hatten, gemeinsam auf der Bühne standen. In Houston trafen damit alle Präsidentschaftsanwärter mit den bislang besten Chancen auf eine Kandidatur direkt aufeinander. Für Biden und Warren war es die erste Konfrontation auf der Fernsehbühne. Der Sieger des parteiinternen Auswahlverfahrens soll dann 2020 den republikanischen Präsidenten Donald Trump aus dem Amt drängen.

Während Biden in den vergangenen Wochen bei öffentlichen Auftritten geschwächelt und mit Versprechern und Unsicherheiten Schlagzeilen gemacht hatte, wurde Warren zuletzt in Umfragen zusehends stärker. Biden, Sanders und sie sind die führende Dreier-Gruppe in Umfragen - mit einigem Abstand zu den anderen Bewerbern.

Mit Spannung war erwartet worden, ob Warren ihr Aufeinandertreffen mit Biden für direkte Attacken nutzen würde. Die 70-Jährige verzichtete darauf und konzentrierte sich auf die inhaltlichen Unterschiede zu Biden. Die Gesundheitspolitik gehört zu den vorrangigen Themen für demokratische Wähler. In den USA sind die Kosten für Krankenversicherung besonders hoch. Ex-US-Präsident Barack Obama hatte mit einer großen Reform Millionen Menschen Zugang zur Krankenversicherung verschafft, 2018 waren nach offiziellen Angaben aber noch immer 27,5 Millionen Menschen in den USA unversichert.

Sanders und Warren warben für das Konzept von «Medicare for All», also einem Ausbau der staatlichen Krankenversicherung für alle. Sie wollen sich von privaten Krankenversicherungen verabschieden. Biden kritisierte die Pläne als nicht finanzierbar und bezeichnete Sanders, den Urheber des Konzepts, als Sozialisten. Auch andere moderatere Demokraten sprachen sich für weniger weitgehende Änderungen aus.

Die Demokraten stehen generell vor der Frage, mit welchem Kurs sie gegen Trump ins Rennen gehen wollen. Trump versucht, die Demokraten als Truppe radikaler und gefährlicher Sozialisten darzustellen. Bei einer Rede vor Republikanern in Baltimore sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) zeitgleich zur TV-Debatte, die Demokraten seien «miese Politiker». Einmal an der Macht würden sie vieles von dem zerstören, was die Republikaner erreicht hätten, warnte er.

Mehrere Demokraten warfen Trump wiederum offen Rassismus vor. «Wir haben einen Rechtsextremen im Weißen Haus», sagte der frühere Kongressabgeordnete aus Texas, Beto O'Rourke. Senator Cory Booker nannte Trump einen Rassisten. Insgesamt richteten die Demokraten ihre Attacken in Houston mehr gegen Trump als gegeneinander.

Bei der zweiten Debattenrunde Ende Juli in Detroit war Biden von seinen Konkurrenten noch kollektiv attackiert worden und schwer unter Druck geraten. In Houston musste er sich gegen einzelne Angriffe zur Wehr setzen, vor allem von Ex-Wohnungsbauminister Julian Castro, der Biden mehrfach scharf anging. Beim Thema Gesundheitspolitik warf Castro Biden vor, er habe seine Position bei einem Detail innerhalb von zwei Minuten komplett geändert. Castro fragte Biden, ob er etwa vergessen habe, was er zwei Minuten zuvor gesagt habe - was als Seitenhieb auf Bidens Alter zu verstehen war. Biden gehört mit 76 Jahren zu den ältesten Präsidentschaftsbewerbern der Demokraten.

Die Fernsehdebatten sind Teil der Vor-Vorauswahl bei den Demokraten. Für die Teilnahme müssen sie in Umfragen und beim Spendenaufkommen bestimmte Mindestwerte vorweisen. Die nächste TV-Debatte steht Mitte Oktober an. Die eigentlichen parteiinternen Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl im November 2020 festlegen, beginnen erst im Februar.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
19:19 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Barack Obama Bernie Sanders Beto O'Rourke Cory Booker Demokratie Donald Trump Joe Biden Julian Castro Kamala Harris Präsidentschaftsbewerber Präsidentschaftswahlen Sozialistinnen und Sozialisten US-Wahlkampf Vorwahlen Wähler
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Parteitag der Demokraten

21.08.2020

Biden verspricht Ende der «Zeit der Dunkelheit» in USA

Joe Biden ist jetzt auch offiziell Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten. Der 77-Jährige verspricht, im Falle eines Wahlsiegs gegen Amtsinhaber Trump der Präsident aller Amerikaner zu sein - und sie in eine bessere ... » mehr

Sanders steigt aus

08.04.2020

Sanders steigt aus US-Präsidentschaftsrennen aus

Nach enttäuschenden Vorwahlergebnissen beendet Bernie Sanders seine Präsidentschaftsbewerbung bei den US-Demokraten. Einer Kandidatur von Joe Biden steht damit nichts mehr im Weg. Doch Sanders geht nicht ohne eine eigenw... » mehr

Wahlkampf in den USA - Bloomberg

04.03.2020

Großer Erfolg für Biden bei Vorwahl-Marathon

Joe Bidens Kandidatur war fast schon totgesagt. Nun verbucht der Ex-Vizepräsident spektakuläre Erfolge beim «Super Tuesday». Der Rückzug von Michael Bloomberg dürfte ihm einen weiteren Schub geben - doch das Rennen bleib... » mehr

Joe Biden

11.03.2020

Bidens Siegesserie hält: Vorwahl-Sieg in vier Bundesstaaten

Nach dem «Super Tuesday» räumt Joe Biden auch bei der nächsten größeren Vorwahlrunde der US-Demokraten ab. Noch ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur nicht entschieden - für Bidens linken Konkurrenten Bernie S... » mehr

Bernie Sanders

03.03.2020

Wichtige Etappe vor der US-Wahl: «Super Tuesday»

Wer wird der Herausforderer von US-Präsident Trump bei der Wahl im November? Unmittelbar vor dem «Super Tuesday» hat sich bei den Demokraten einiges verschoben. Trump gibt sich betont gelassen mit Blick auf seinen potenz... » mehr

Konkurrenten

05.08.2020

Biden reist nicht zu Parteitag - Trump-Rede aus Weißem Haus?

Das grassierende Coronavirus wirft in den USA die Wahlkampfpläne der großen Parteien weiter über den Haufen. Gleichzeitig werden die Sorgen vor einer chaotischen Abstimmung im November größer. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Tödlicher Bahnunfall in Kronach Kronach

Tödlicher Bahnunfall in Kronach | 24.10.2020 Kronach
» 4 Bilder ansehen

Lastwagen-Unfall auf der B 303 bei Ebersdorf Ebersdorf

Lastwagen-Unfall auf der B 303 bei Ebersdorf | 20.10.2020 Ebersdorf
» 9 Bilder ansehen

Unfall bei Eschenau

Unfall bei Eschenau | 20.10.2020 Ebern
» 6 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
19:19 Uhr



^