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Tansania: Mindestens 131 Menschen bei Fährunglück ertrunken

Eine brechend volle Fähre auf dem Victoriasee in Ostafrika kentert - nur wenige Meter von der Anlegestelle entfernt. Für Dutzende Menschen kommt jede Hilfe zu spät.



Schiffsunglück in Tansania
Der Victoriasee liegt in Tansania, Uganda und Kenia. Tödliche Unfälle kommen auf dem See sowie vor der Küste immer wieder vor. Grafik: dpa-infografik   Foto: dpa-infografik

Bei einem Fährunglück auf dem Victoriasee in Tansania sind nach Angaben der Behörden mindestens 131 Menschen ums Leben gekommen. Das brechend volle Schiff war am Donnerstag auf dem größten See Afrikas von Bugolora auf der Insel Ukerewe zur Nachbarinsel Ukara unterwegs. Die Fähre sei nur wenige Meter von der Anlegestelle entfernt gekentert, hieß es von der Behörde, die für die Fähren in Tansania zuständig ist.

Bislang konnten 131 Todesopfer geborgen werden, wie Transportminister Isack Kamwelwe am Freitag im staatlichen Radio sagte. Professionelle Taucher hätten die Rettungsarbeiten unterstützt. Sie waren am Vormittag aus der Hafenstadt Daressalam sowie der Nachbarregion Mara am Victoriasee eingetroffen, wie John Mongella, der Regierungsvertreter in der Region Mwanza, sagte.

Ersten Schätzungen zufolge waren mehr als 300 Menschen an Bord, die exakte Zahl war aber zunächst nicht bekannt. Rund 100 Menschen wurden Mongella zufolge am Donnerstag gerettet.

Die Fähre wurde 2014 in Auftrag gegeben und erst vor zwei Monaten renoviert, wie Regierungssprecher Hassan Abbas sagte. Unter anderem seien zwei neue Motoren eingebaut worden. Zuvor hatte sich ein Parlamentsabgeordneter beschwert, dass das baufällige Boot ein Risiko darstelle.

Nach dem Unglück verkündete Tansanias Präsident John Magufuli drei nationale Trauertage. Zudem forderte er die Festnahme der Personen, die am Tag des Unfalls für die Fähre verantwortlich waren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schrieb an Magufuli: «Ich möchte Ihnen und den Bürgerinnen und Bürgern Tansanias meine aufrichtige Anteilnahme und mein tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken.»

Auch Papst Franziskus äußerte sich zutiefst traurig über die Katastrophe auf dem Victoriasee. Er drücke seine aufrichtige Solidarität mit denjenigen aus, die um ihre Liebsten trauern und um die noch vermissten Menschen bangen, teilte der Vatikan mit.

UN-Generalsekretär António Guterres sprach den Angehörigen der Opfer, der Regierung und den Bürgern des Landes sein Beileid aus. Die Vereinten Nationen stünden solidarisch mit Tansania während dieser schwierigen Zeit und seien bereit, das Land wenn nötig zu unterstützen, teilte der Sprecher von Guterres, Stéphane Dujarric, mit.

Der Victoriasee liegt in Tansania, Uganda und Kenia. Tödliche Unfälle kommen auf dem See sowie vor der Küste immer wieder vor. Oft sind Boote und Fähren überfüllt, außerdem können Unwetter zu derartigen Unglücken führen.

2012 etwa ist eine Fähre auf dem Weg vom Festland Tansanias zur Tropeninsel Sansibar gesunken, dabei waren mindestens 100 Menschen ertrunken. Im Vorjahr waren mehr als 160 Menschen bei einem Fährunglück vor der Küste von Sansibar gestorben.

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 09. 2018
21:30 Uhr

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dpa

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21. 09. 2018
21:30 Uhr



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