Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 30 Jahre WiedervereinigungCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

Teilerfolg bei Jemen-Geberkonferenz: Neue Gelder zugesagt

Die volle Summe der benötigten Hilfsgelder bekommen die UN für den Jemen selten zusammen. Wegen Corona ist die Lage in diesem Jahr besonders schlecht: Nur 15 Prozent der benötigten Mittel wurde bisher erreicht. Eine Geberkonferenz lässt Helfer nun etwas aufatmen.



Not im Jemen
Zwei Jungen holen in Sanaa Wasser an einer Pumpe.   Foto: Mohammed Mohammed/Xinhua/dpa

Kurz vor dem drohenden Aus für einige der wichtigsten UN-Hilfsprogramme im Jemen haben Geberstaaten neue Spenden für das Bürgerkriegsland zugesagt.

30 Staaten kündigten dabei am Dienstag Hilfsgelder in Höhe von 1,35 Milliarden Dollar (1,21 Mrd Euro) an - das ist gut die Hälfte der bis zum Jahresende benötigten Summe. «Wir können uns nicht zufrieden geben mit dem, was wir heute erreicht haben. Wir müssen weitermachen», sagte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock zum Ende der Konferenz.

30 der 41 wichtigsten Hilfsprogramme in dem verarmten arabischen Land drohte wegen Geldnot in wenigen Wochen bereits das Aus. «Wir hatten noch nie so wenig Geld für Hilfseinsätze im Jemen zu diesem Zeitpunkt im Jahr», sagte UN-Generalsekretär António Guterres zum Auftakt der Videokonferenz. Die Hilfsgelder sollen auch für Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus im Jemen genutzt werden.

Der seit mehr als fünf Jahren andauernde Bürgerkrieg hat das Land auf der Arabischen Halbinsel in die schwerste humanitäre Krise weltweit gestürzt. Vier von fünf Menschen benötigen irgendeine Form von humanitärer Hilfe. Allein dieses Jahr sind 110.000 Menschen an Cholera erkrankt, dazu kommen Malaria und Dengue-Fieber. Mit der Ausbreitung des Coronavirus hat sich die Lage weiter verschärft. Das Leben der Jemeniten hänge an einem seidenen Faden, sagte Guterres.

Die Geberkonferenz wurde von den Vereinten Nationen mit Saudi-Arabien veranstaltet, das mit Verbündeten seit fünf Jahren Ziele im Jemen bombardiert. Saudi-Arabien will die Huthi-Rebellen zurückdrängen, die vom Iran unterstützt werden und die den Jemen 2014 überrannt hatten. Seit Beginn der Bombardements wurden mehr als 112.000 Menschen getötet, darunter 12.600 Zivilisten bei gezielten Angriffen.

Größtes Geberland ist Saudi-Arabien mit Hilfen in Höhe von 500 Millionen Dollar, gefolgt von den USA (225 Millionen Dollar) und Großbritannien (197 Millionen Dollar). Deutschland will dieses Jahr Hilfsgelder in Höhe von 125 Millionen Euro zur Verfügung stellen, wie der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen, ankündigte. Das Geld soll etwa für Lebensmittel sowie die Gesundheits- und Wasserversorgung genutzt werden.

Bei einer ähnlichen Geberkonferenz in Genf waren im vergangenen Jahr 2,6 Milliarden Dollar zusammengekommen. Auch weil die Länder mit den Auswirkungen des Coronavirus ringen, fiel die Spendenbereitschaft dieses Jahr geringer aus. Vor der Geberkonferenz kamen nach UN-Angaben nur 15 Prozent der für 2020 benötigten Mittel zusammen.

Im Jemen haben sich nach offiziellen Angaben bisher etwa 350 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, etwa 80 Menschen starben daran. Die Zahlen sind aber wenig aussagekräftig, weil kaum getestet wird und die Rebellen im Norden überhaupt keine Corona-Zahlen veröffentlichen. Es gebe aber Hinweise, dass die Corona-Sterblichkeitsrate im Jemen zu den höchsten weltweit zähle, sagte Guterres.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 06. 2020
21:05 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
António Guterres Araber Auswärtiges Amt Bürgerkriege Dengue-Fieber Geldnot Humanitäre Krisen Humanität Infektionskrankheiten Nationen Niels Annen Personen aus dem Jemen UNO UNO-Generalsekretäre
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Martin Griffiths

17.04.2020

UN erwartet Jemen-Abkommen in «naher Zukunft»

Corona als Chance, alles besser zu machen: So wollen die Vereinten Nationen in der Krise den Frieden fördern. Möglicherweise mit Erfolg, denn die Chance für einen Durchbruch in der schlimmsten humanitären Katastrophe der... » mehr

Heiko Maas

05.10.2020

Neues Bekenntnis zum Stopp der Waffenlieferungen nach Libyen

Der Berliner Libyen-Gipfel brachte im Januar zumindest ein bisschen Hoffnung auf Frieden nach fast zehn Jahren Bürgerkrieg. Fast neun Monate später gibt es Fortschritte. Aber der Weg zu einer Konfliktlösung ist noch weit... » mehr

UN-Sicherheitsrat

10.07.2020

Kompromiss für Syrienhilfe scheitert im UN-Sicherheitsrat

Die humanitäre Hilfe der UN ist seit sechs Jahren eine Lebensader für Millionen notleidende Syrer. Nun könnte sie vor allem wegen des Widerstands Russlands vor dem Aus stehen. Unklar ist, ob ein Gegenvorschlag noch zu ei... » mehr

Vor der Generaldebatte der UN-Vollversammlung

21.09.2020

Vereinte Nationen feiern 75-jähriges Bestehen - ohne Trump

Mit einem Festakt feiern die Vereinten Nationen den 75. Jahrestag ihrer Gründung. Wegen der Coronavirus-Pandemie geht das nur mit vorab aufgezeichneten Video-Reden. US-Präsident Trump aber düpiert alle, indem er sich übe... » mehr

Emir von Kuwait

29.09.2020

Emir von Kuwait mit 91 Jahren gestorben

Scheich Sabah versuchte sich als Vermittler und verhalf Kuwait zum Ruf eines Mediators bei Konflikten im arabischen Raum. Nun ist der 91-jährige Emir gestorben. Sein Halbbruder, der ihm auf den Thron folgen soll, ist 83 ... » mehr

Christoph Heusgen

01.07.2020

Kampf gegen Klimakrise: Deutschland will UN-Frühwarnsystem

Der Klimawandel verändert die Welt und könnte auch eine Reihe neuer Konflikte auslösen. Deutschland will deshalb einen entsprechenden Frühwarnmechanismus bei den Vereinten Nationen installieren - das Problem ist aber die... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lastwagen-Unfall auf der B 303 bei Ebersdorf Ebersdorf

Lastwagen-Unfall auf der B 303 bei Ebersdorf | 20.10.2020 Ebersdorf
» 9 Bilder ansehen

Unfall bei Eschenau

Unfall bei Eschenau | 20.10.2020 Ebern
» 6 Bilder ansehen

HSC 2000 Coburg - Nordhorn-Lingen 26:29 Coburg

HSC 2000 Coburg - Nordhorn-Lingen 26:29 | 18.10.2020 Coburg
» 94 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 06. 2020
21:05 Uhr



^