Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

Thunberg fordert von Kanadas Premier mehr Engagement

Klima-Aktivistin Thunberg ist dieses Mal bei Klima-Protesten in Kanada. Und liest Premier Trudeau die Leviten.



Greta Thunberg in Kanada
Greta Thunberg (M), schwedische Klimaaktivistin, nimmt an einem Klimamarsch in Montreal, Kanda, teil.   Foto: Paul Chiasson/The Canadian Press

Klima-Aktivistin Greta Thunberg hat in der kanadischen Stadt Montreal zum Abschluss einer internationalen Streikwoche zusammen mit rund einer halben Million Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert.

Zugleich warf sie am Freitag dem kanadischen Premier Justin Trudeau bei einem Treffen vor, nicht ausreichend gegen den Klimawandel vorzugehen. Kanadischen Medienberichten zufolge sagte sie mit Blick auf Trudeau: «Natürlich ist es einfacher, jemandem Vorwürfe zu machen, und natürlich hat er viel Verantwortung und sicherlich tut er nicht genug.» Das sage sie allen Politikern weltweit. «Meine Botschaft an alle Politiker ist dieselbe - hört einfach auf die Wissenschaft und handelt dementsprechend.»

Am Nachmittag nahmen Trudeau und Thunberg an einem Klima-Protest in Montreal teil. «Wir haben das zusammen unternommen und ich kann euch nicht oft genug dafür danken, dass ihr hier seid», sagte Thunberg in einer Rede an die Demonstranten. «Es ist einfach unglaublich, vereint zu sein für so eine gemeinsame Sache.» Ihr Heimatland Schweden und Kanada seien beide «angebliche Anführer in Sachen Klimaschutz», sagte Thunberg. «In beiden Fällen heißt das absolut nichts. In beiden Fällen sind es nur leere Worte.»

Trudeau verkündete, im Falle eines Wahlsiegs im Oktober zwei Milliarden neue Bäume in Kanada pflanzen zu wollen. Klima-Aktivistin Thunberg nannte er «eine beeindruckende Person, die die Konversation nach vorne bringt» und «die Stimme einer Generation junger Menschen, die ihre Staats- und Regierungschefs dazu aufrufen, mehr zu machen und es besser zu machen - und ich höre zu».

Nicht nur in Kanada gingen am Freitag Hunderttausende auf die Straße, sondern auch in anderen Ländern. In Italien sollen es mehr als eine Million gewesen sein. Dagegen fielen die Proteste in Deutschland diesmal verhaltener als vor einer Woche aus. In Hamburg nahmen nach Angaben der Polizei 3200 Teilnehmer an der Kundgebung teil. In München beteiligten sich laut Polizei rund 2000 Menschen an einem Demozug durch die Innenstadt.

Zum Auftakt des Aktionstags hatten sich Zehntausende Menschen in Neuseeland vor dem Parlament in der Hauptstadt Wellington versammelt. Auch in Südkorea, Indien und Bangladesch gab es Proteste. Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA demonstrierten in Österreich insgesamt 65.000 Menschen, die Veranstalter sprachen sogar von 150.000 Teilnehmern. Im niederländischen Den Haag nahmen nach Schätzungen der Organisatoren rund 35.000 Menschen an einer Kundgebung teil. In Stockholm, der Heimat der schwedischen Klimaaktivistin Thunberg, kamen nach Angaben der Organisatoren 60.000 Menschen zu einem Protestzug zusammen. Auch in anderen Teilen Skandinaviens wurde protestiert.

Die Klimaproteste hatten im August 2018 in Stockholm begonnen: Im Alter von damals 15 Jahren hatte sich Greta Thunberg mit einem Protestschild mit der Aufschrift «Schulstreik fürs Klima» vor das schwedische Parlament gesetzt, um die Politik zu mehr Klimaschutz aufzufordern. Daraus entwickelte sich die internationale Klimabewegung Fridays for Future. Den Protesten von überwiegend jungen Teilnehmern haben sich längst viele Erwachsene angeschlossen. Die Bewegung fordert von der Politik mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung und die drohende Klimakatastrophe. Vor allem müsse gemäß dem Pariser Klimaabkommen die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit eingedämmt werden.

Thunberg selbst ist vor knapp einem Monat anlässlich diverser Klimagipfel per Hochsee-Segeljacht über den Atlantik in die USA gereist. Dort hielt sie am Montag bei den UN eine bewegende Rede, in der sie den Staats- und Regierungschefs der Erde eindringlich ins Gewissen redete und ihnen Versagen im Kampf gegen die Klimakrise vorwarf. In ihrer Heimat Stockholm war ihr am Mittwoch für ihr Engagement für mehr Klimaschutz der Alternative Nobelpreis der Right Livelihood Stiftung zugesprochen worden.

Link: Wie radikal ist der Klimaprotest?

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 09. 2019
10:07 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Demonstrationen Erderwärmung Greta Thunberg Justin Trudeau Klima-Abkommen Klimaschutz Klimaveränderung Polizei Premierminister Proteste in Deutschland Regierungschefs Schwedisches Parlament Sozialer oder politischer Protest Staaten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Den Haag

27.09.2019

Heiße Pizza statt heiße Erde: Erneut weltweite Klimaproteste

Neuseeland, Südkorea, sogar Bangladesch - erneut gehen die Menschen weltweit für mehr Klimaschutz auf die Straße. In Deutschland sind es deutlich weniger als vergangene Woche. Ganz anders sieht es in einem anderen EU-Lan... » mehr

US-Präsident Trump

05.11.2019

Empörung nach US-Kündigung des Pariser Klimaabkommens

US-Präsident Donald Trump hält Wort und kündigt das Pariser Klimaabkommen auf. Fast gleichzeitig warnen Tausende Wissenschaftler vor «unsäglichem menschlichem Leid». Aber nicht nur die USA verzögern den Kampf gegen die K... » mehr

Greta-Masken

20.09.2019

Weltweiter Massenprotest für eine bessere Klimapolitik

Fahrraddemos, Blockaden, Sternmärsche, Kundgebungen: Nicht nur viele deutsche Innenstädte waren dicht an diesem Freitag, dem Tag des globalen Klimastreiks. Auch weltweit gab es Aktionen in Tausenden Städten. Hört die Pol... » mehr

COP25

01.11.2019

Nach Absage aus Chile: UN-Klimakonferenz in Madrid

Jetzt ist es offiziell: Die UN-Klimakonferenz kann wie geplant stattfinden - aber in Madrid statt in Chile. Klimaaktivistin Thunberg überlegt schon, wie sie erneut den Atlantik überqueren kann. » mehr

Demonstration

31.07.2019

Fridays for Future: Effektiver Protest, unklare Perspektive

Sie streiken für besseres Klima und treiben längst die Politik zu Reaktionen an. Doch wie geht es weiter mit Fridays for Future? Das diskutieren die Aktivisten auf einem Kongress. Experten sehen die Bewegung vor wichtige... » mehr

Weltklimakonferenz

31.10.2019

Grüne fordern Bonn als Tagungsort für UN-Klimakonferenz

Der Weltklimagipfel sollte in der ersten Dezemberhälfte in Chile tagen - wurde nun aber von der dortigen Regierung abgesagt. Die Suche nach einem alternativen Tagungsort läuft. Kommt Deutschland zum Zug? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Coburger Weihnachtsbaum 2019

Anlieferung Coburger Weihnachtsbaum | 18.11.2019 Coburg
» 19 Bilder ansehen

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) Coburg

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) | 17.11.2019 Coburg
» 46 Bilder ansehen

Rathaussturm in Steinberg Steinberg

Rathaussturm in Steinberg | 16.11.2019 Steinberg
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 09. 2019
10:07 Uhr



^