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Tödlicher Raserunfall in München per Dashcam gefilmt

Ein Autofahrer flieht vor der Polizei, rast in eine Gruppe Jugendlicher, ein 14-Jähriger stirbt. Nun berichten Polizei und Staatsanwaltschaft vom Stand der Ermittlungen - und einem womöglich ganz entscheidenden Beweismittel.



Unfallstelle
Ein Rose erinnert an der Unfallstelle an den Unfalltod des 14-Jährigen.   Foto: Matthias Balk/dpa » zu den Bildern

Der tödliche Raserunfall in München ist mit einer sogenannten Dashcam aus einem anderen Wagen gefilmt worden. Das sind in Autos installierte Videokameras, die während der Fahrt die Sicht aus der Windschutzscheibe aufzeichnen.

«Diese Aufzeichnung der Dashcam ist für uns ein ganz wesentliches Beweismittel», sagte Staatsanwältin Anne Leiding am Montag. Bei dem 34 Jahre alten Fahrer sei zudem Alkoholgeruch festgestellt worden, teilte die Polizei mit.

Der Autofahrer aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen war am Freitag kurz vor Mitternacht auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle mit bis zu 100 Stundenkilometern durch die Stadt gerast - auf der Gegenfahrbahn. Er ignorierte laut Polizei mehrere rote Ampeln und erfasste zwei 14 und 16 Jahre alte Jugendliche. Diese überquerten gerade mit anderen jungen Leuten den Erkenntnissen zufolge bei Grün eine Straße. Der 14-Jährige starb wenig später im Krankenhaus, die 16-Jährige wurde schwer verletzt.

Der Leiter der Mordkommission, Josef Wimmer, sagte, die Aufzeichnung zeige, wie der 34-jährige Fahrer mit hoher Geschwindigkeit vorbeischieße, das Auto einen Jungen erfasse, und wie dieser in die Luft geschleudert werde. Danach sei auf dem Video zu sehen, wie die nachrückende Streife sofort anhalte, um eine Reanimation einzuleiten.

Der Raser war in falscher Richtung unterwegs. Der Besitzer der Dashcam fuhr parallel zu ihm. Leiding sagte, das Aufzeichnen mit einer Dashcam sei zwar eine Ordnungswidrigkeit, die Aufnahmen dürften aber trotzdem auch in einem Prozess verwertet werden.

Beamte hätten auch eine geringe Menge an Drogen im Auto des Rasers gefunden, teilten die Ermittler mit. Genaue Promillewerte oder Ergebnisse weiterer toxikologischer Untersuchungen stünden noch aus.

Der Mann ist wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Er sei - zu seinem eigenen Schutz - kurzfristig in der Psychiatrie gewesen, sagte Leiding. Unklar blieb aber zunächst, ob er derzeit in einem Krankenhaus oder in einem Gefängnis untergebracht ist. Zum Grad seiner Verletzungen machten die Behörden keine Angaben.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
15:34 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
18. 11. 2019
15:34 Uhr



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