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Tote nach schwerem Erdbeben im Süden von Mexiko

Auch im Zentrum Mexikos ist der Erdstoß noch zu spüren. Die Menschen verlassen ihre Häuser und bringen sich auf Straßen und in Parks in Sicherheit - die Angst sitzt drei Jahre nach einem verheerenden Beben noch tief.



Erdbeben in Mexiko
Kaputte Kacheln liegen nach dem Beben auf einer Straße der Ortschaft Crucecita.   Foto: Carlos Ramos/dpa

Der Süden von Mexiko ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7,5 lag vor der Pazifikküste des Bundesstaates Oaxaca, 23 Kilometer südlich der Ortschaft Crucecita in einer Tiefe von fünf Kilometern, wie der seismologische Dienst mitteilte.

Der Ort gehört zur Gemeinde Huatulco und ist ein beliebtes Urlaubsziel. Auch in Mexiko-Stadt - rund 750 Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernt - war der Erdstoß zu spüren.

Mindestens sechs Menschen kamen in Oaxaca ums Leben, wie die Zivilschutzbehörde des südlichen Bundesstaates mitteilte. Rund 500 Wohnhäuser, 15 Gesundheitszentren, vier Schulen und vier archäologische Ausgrabungsstätten seien beschädigt worden, berichtete der Gouverneur Alejandro Murat. Die Behandlung von Covid-19 und anderen Krankheiten gehe in allen Krankenhäusern normal weiter.

Aus der Region wurden größtenteils leichte Schäden an Gebäuden gemeldet. Auf Fotos war zu sehen, dass in der Provinzhauptstadt Oaxaca de Juárez Steine von Dächern und Häuserfassaden abgebrochen und Mauern eingestürzt waren. Zudem fiel der Strom aus. In einer Raffinerie in Salina Cruz brach nach dem Beben ein Feuer aus. Der Brand sei schnell gelöscht worden, teilte der staatliche Ölkonzern Pemex mit. Das Unternehmen meldete einen Verletzten - Mexikos Zivilschutzbehörde berichtete von einem Pemex-Mitarbeiter unter den Todesopfern.

In Mexiko-Stadt ertönte der Erdbeben-Alarm vormittags nach Angaben der Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum rund eine Minute, bevor die Erschütterungen zu spüren waren. Zahlreiche Menschen verließen ihre Häuser und brachten sich in Sicherheit. Rund 30 Gebäude wurden leicht beschädigt, wie Sheinbaum sagte. Es wurden Risse in Fassaden und zerbrochene Fensterscheiben gemeldet. Ein Krankenhaus wurde evakuiert. Vielerorts fiel auch in der Hauptstadt der Strom aus.

Auch in den Bundesstaaten Guerrero, Veracruz, Puebla und Chiapas war das Beben zu spüren. Präsident Andrés Manuel López Obrador rief die Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren und sich auf mögliche Nachbeben einzustellen. Der seismologische Dienst meldete mehr als 650 Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 4,9. Die US-Behörden warnten vor einem möglichen Tsunami an der mexikanischen Küste, hoben die Warnung aber später auf.

In Mexiko ereignen sich immer wieder heftige Beben. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist.

Bei einem Beben der Stärke 7,1 kamen im September 2017 369 Menschen ums Leben, 228 davon in Mexiko-Stadt - damals lag das Epizentrum deutlich näher an der Hauptstadt. Das Unglück ereignete sich auf den Tag genau 32 Jahre nach dem stärksten Beben der jüngeren Geschichte, als 1985 in Mexiko-Stadt bei einem Erdstoß der Stärke 8,1 mindestens 10.000 Menschen gestorben waren.

© dpa-infocom, dpa:200623-99-538985/6

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dpa

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Veröffentlicht am:
24. 06. 2020
13:38 Uhr

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24. 06. 2020
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