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Trockenheit war auch 2020 Problem für Landwirte und Wälder

An grauen Regenwolken und dem dazugehörigen Niederschlag herrscht derzeit vielerorts kein Mangel. Im Sommer war das noch ganz anders - mit Folgen vor allem für die Landwirtschaft.



Ernte auf staubtrockenen Feld
Ein Landwirt erntet auf einem staubtrockenen Feld bei Hannover Kartoffeln. Auch 2020 war die Trockenheit ein großes Problem für Landwirte.   Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Auch wenn der Sommer 2020 eher wechselhaft ausfiel - Trockenheit war in diesem Jahr erneut ein Thema.

Ursache dafür sei das ausgesprochen niederschlagsarme Frühjahr gewesen, das nur etwa die Hälfte der üblichen Regenmenge brachte, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seiner Auswertung über die Entwicklung der Bodenfeuchte. Damit sei das Frühjahr 2020 das sechsttrockenste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 gewesen. Zum dritten Mal in Folge hätten staubtrockene Böden der Landwirtschaft Probleme bereitet.

Zumindest für die Aussaat des Winterweizens und den Rest der Vegetationsperiode werde Trockenheit nun aber kein Problem mehr sein, sagte Andreas Brömser vom Agrarmeteorologischen Dienst des DWD. «Da reicht das Wasser aus.» Es gebe sogar Regionen, in denen der Boden gerade so feucht sei, dass die Landwirte ihre Flächen nicht befahren können und froh über ein paar trockene Tage wären.

In der Bilanz erreichte der Sommer 2020 zwar - jedenfalls im deutschlandweiten Durchschnitt - fast das vieljährige Niederschlagsmittel. Damit ließ sich das Bodenwasserdefizit aber kaum verringern, hieß es. Im Vergleich zu den üblichen Werten fiel der Sommer im Westen Deutschlands am trockensten aus.

Zum einen waren die Böden nach DWD-Angaben zum Sommerbeginn deutlich trockener als sonst. Während der Juniregen vielerorts Ernteeinbußen bei Raps und Getreide verhindern konnte, sei der Juli «markant zu trocken» gewesen, hieß es. Im August habe sich die Trockenheit dann noch weiter verschärft. Zwar habe es im letzten Monatsdrittel zahlreiche Gewitter gegeben, die aber nicht überall zu einer Entspannung bei der Bodentrockenheit führten. Teilweise habe es sogar Überflutungen wegen Starkregen gegeben, weil der ausgedörrte Boden die plötzlichen Wassermassen kaum aufnehmen konnte.

Im ersten Herbstmonat September dauerte die Durststrecke insbesondere für die Wälder an, die ersten beiden Monatsdrittel waren erneut anhaltend trocken, so der DWD. Das änderte sich erst im letzten Monatsabschnitt. Allerdings seien die tieferen Bodenschichten noch vielerorts zu trocken. Der Witterungsverlauf der kommenden Wochen und Monate werde darüber entscheiden, wie schnell und in welchem Ausmaß diese Schichten mit Bodenwasser aufgefüllt werden und wann der Trockenstress für die Wälder ende.

Und was bedeutet das für die nächste Landwirtschaftssaison? Zuverlässige Niederschlagsvorhersagen sind nur für etwa eine Woche möglich, betonte Brömser. Es sei daher nicht möglich, Prognosen für den Winter zu geben. Wünschenswert sei ein Winter mit überdurchschnittlichen Niederschlägen aber schon. Dann könnte der Boden auch in tiefen Lagen gut durchfeuchtet werden - eine gute Ausgangslage für das kommende Frühjahr.

Denn auch wenn noch keine Prognosen für das Wetter des kommenden Jahres möglich sind: Die auffällige Häufung zu warmer und vielfach zu trockener Sommer in den vergangenen Jahren dürfte die Sorgen der Landwirte beim Blick in die Zukunft nicht mindern. Förster wiederum haben wiederholt auf die Auswirkungen der Trockenheit auf die Wälder hingewiesen, die nicht nur unter Hitzestress litten, sondern auch anfälliger für Schädlinge wurden. Zumindest die Insekten, darunter auch Schädlinge, hatten von den warmen und trockenen Temperaturen profitiert und sich reichlich fortpflanzen können. Außerdem, so Brömser, überlebten in den milden Wintern mehr dieser Schädlinge.

© dpa-infocom, dpa:201014-99-941399/2

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14. 10. 2020
13:26 Uhr

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14. 10. 2020
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