Lade Login-Box.
Topthemen: Autonomes Fahren in OberfrankenDie Videos der WocheDer BachelorCotubeBlitzerwarner

Brennpunkte

Trump-Äußerungen zu Brasilien irritieren Nato-Partner

Brasilien als neues Nato-Mitglied? US-Präsident Donald Trump sorgt in der Zentrale des Militärbündnisses wieder einmal für ungläubiges Kopfschütteln. Eine klare öffentliche Ansage bleibt aber aus.



Bolsonaro in den USA
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro (l) während seines Treffens mit Donald Trump.   Foto: Evan Vucci/AP

US-Präsident Donald Trump hat mit Äußerungen über einen möglichen Nato-Beitritt Brasiliens für Irritationen bei Bündnispartnern gesorgt.

In der Zentrale der Militärallianz in Brüssel wurde darauf verwiesen, dass der Nordatlantikvertrag eine Aufnahme von zusätzlichen nicht-europäischen Ländern nicht vorsehe. Zudem sei auch die Beistandspflicht im Fall von bewaffneten Angriffen geografisch beschränkt, hieß es. Sie gelte nur für Gebiete oberhalb des nördlichen Wendekreises und Brasilien liege weit darunter.

Trump hatte am Dienstag bei einem Treffen mit dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro eine Aufnahme Brasiliens ins Spiel gebracht. Er beabsichtige, das südamerikanische Land offiziell als wichtigen Alliierten außerhalb der Nato («Major non-Nato ally») einzustufen, kündigte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bolsonaro an. Möglicherweise sei auch ein Nato-Beitritt denkbar. Dazu seien jedoch noch viele Gespräche notwendig.

Eine Nato-Sprecherin wollte sich nicht zu den Äußerungen Trumps äußern. In Bündniskreisen wurde allerdings darauf verwiesen, dass die Allianz bereits heute Partnerschaften mit zahlreichen Ländern habe. Dazu gehöre zum Beispiel auch Kolumbien. Auch zu einer engeren Zusammenarbeit mit Brasilien werde man bereit sein, wenn das Land daran Interesse haben, hieß es. Dass der Nordatlantikvertrag geändert werde, um Brasilien zum Mitglied machen zu können, sei allerdings äußerst unwahrscheinlich. Dazu bräuchte es eine einstimmige Entscheidung aller Bündnispartner.

Über den Status eines wichtigen Alliierten außerhalb der Nato («Major non-NATO ally») könnte Brasilien beispielsweise offiziell an der Entwicklung von Verteidigungstechnologien beteiligt werden. Zudem ermöglicht es beispielsweise gemeinsame Übungen und den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten für militärischen Ausrüstung.

Bolsonaro verwies in der Pressekonferenz mit Trump darauf, dass die militärische Zusammenarbeit mit den USA bereits ausgebaut worden sei. Trump erwähnte auch einen Startplatz für Weltraum-Trägerraketen in Brasilien. Da das Land am Äquator liegt, erfordern Starts von geostationären Satelliten dort weniger Energie als in äquatorferneren Gegenden wie Florida mit dem US-Startplatz Cape Canaveral. Die Europäer haben deshalb ihren Startplatz in Französisch-Guayana, das an Brasilien grenzt.

Trump und Bolsonaro sind beide als Populisten am rechten politischen Rand angesiedelt. Sie wollen die Gunst der Stunde nutzen und die Beziehungen ihrer Länder auf neue Beine stellen. In jüngster Zeit waren in Brasilien Regierungen an der Macht gewesen, die den USA gegenüber kritischer eingestellt waren.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 03. 2019
11:42 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aufnahmen Brasilianische Staatspräsidenten Cape Canaveral Donald Trump Jair Bolsonaro Militärische Staatenbünde NATO-Mitgliedstaaten Nato Pressekonferenzen Öffentlichkeit
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Trump

09.01.2020

Entspannung im Iran-Konflikt: USA bieten Verhandlungen an

Die Eskalationsspirale zwischen den USA und dem Iran scheint vorerst gestoppt. Auf beiden Seiten wird verbal abgerüstet. Washington macht ein Gesprächsangebot. Doch die Nato nennt die Lage unberechenbar. » mehr

Australische Soldaten

07.01.2020

Bundeswehr verlässt Zentralirak - Auch Nato zieht Truppen ab

Der internationale Konflikt nach der Tötung von Irans Top-General Soleimani durch die USA hat Auswirkungen auf die Bundeswehr: Sie zieht ihre Soldaten aus den Standorten Bagdad und Tadschi im Irak vorerst ab. Aus den USA... » mehr

Nato-Verteidigungsministertreffen

25.10.2019

USA fordern von Nato-Partnern höhere Verteidigungsausgaben

Fast wäre es beim letzten Nato-Gipfel zum Eklat gekommen. US-Präsident Donald Trump drohte damit, das Bündnis zu verlassen. Er will, dass die Verbündeten mehr in Verteidigung investieren. Und Washington lässt nicht locke... » mehr

Australische Soldaten

07.01.2020

Nato zieht Teil ihrer Soldaten aus dem Irak ab

Hunderte Militärausbilder schulen bei einer Nato-Ausbildungsmission bisher irakische Sicherheitskräfte im Kampf gegen den IS. Nun wird es dem Militärbündnis in Teilen des Krisenlandes zu gefährlich. » mehr

Donald Trump

19.03.2019

Trump droht Venezuela mit noch härteren Sanktionen

Seit Wochen versucht die US-Regierung mit immer neuen Strafmaßnahmen, den venezolanischen Staatschef Maduro zum Rückzug zu drängen. US-Präsident Trump nutzt den Besuch des brasilianischen Präsidenten in Washington nun fü... » mehr

Bundeswehrsoldat im Norden Malis

03.01.2020

CSU: Pro Jahr drei Milliarden Euro mehr für Verteidigung

Die Koalition will das Zwei-Prozent-Ziel für die Verteidigung ab 2030 erreichen. Das ist der CSU-Landesgruppe zu spät. Sie fordert deshalb, die Bundeswehr mit erheblich mehr Geld auszustatten. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Rehrettung in Kronach

Rehrettung in Kronach | 25.01.2020 Kronach
» 6 Bilder ansehen

Unfall Neukenroth | 24.01.2020 Neukenroth
» 5 Bilder ansehen

Joseph Hannesschläger

Diese Prominenten sind 2020 schon gestorben |
» 7 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 03. 2019
11:42 Uhr



^