Lade Login-Box.
Corona Ticker zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

Brennpunkte

Trump schont seine Gegner in UN-Rede

So moderat hat man US-Präsident auf der internationalen Bühne selten erlebt. Die Angriffe gegen seine Konkurrenten fallen weitaus weniger scharf aus als sonst. Trotzdem bleibt er seiner Linie treu.



Trump spricht
Präsident Donald Trump (l) hält eine Ansprache bei einem Mittagessen das von Antonio Guterres (M), UN-Generalsekretär, ausgerichtet wird. Bei dem im Rahmen der UN-Generalversammlung stattfindenden Essen ist unter anderem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, r) anwesend.   Foto: Evan Vucci/AP » zu den Bildern

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran vor der UN-Vollversammlung mit weiteren Sanktionen gedroht und seine «Amerika zuerst»-Politik verteidigt.

Insgesamt schlug Trump am Dienstag in seiner Rede in New York aber einen ungewöhnlich moderaten Ton gegenüber Gegnern und Konkurrenten der USA an. «Amerika ist bereit, Freundschaft zu schließen mit allen, die aufrichtig Frieden und Respekt anstreben», betonte er. In den vergangenen Jahren war er deutlich aggressiver vor den Vereinten Nationen aufgetreten.

Trump war einer der ersten Redner in der Generaldebatte. Wieder warb er für eine Außenpolitik, die sich an nationalen Interessen orientiert. «Die Zukunft gehört Patrioten», sagte er. Weise Regierungschefs stellten das Wohlergehen ihres eigenen Landes und ihrer eigenen Bevölkerung an erste Stelle. Trump forderte eine Reform des internationalen Handelssystem und warf China erneut unfaires Wirtschaften vor.

Den Iran bezichtigte er, im Nahen Osten im «Blutrausch» zu wüten und für den Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich zu sein. «Solange der Iran sein bedrohliches Verhalten fortsetzt, werden die Sanktionen nicht aufgehoben. Sie werden verschärft», sagte er und rief andere Staaten zu einem harten Kurs gegen Teheran auf. «Alle Nationen sind verpflichtet zu handeln.»

Auf eine Drohung mit Vergeltung für den Angriff auf Saudi-Arabien verzichtete der US-Präsident aber. Stattdessen betonte er: «Viele von Amerikas engsten Freunden heute waren einst unsere größten Feinde.» Die Vereinigten Staaten hätten nie an «dauerhafte Feinde» geglaubt. «Wir wollen Partner, keine Gegner.»

Während Trump gegenüber Teheran moderatere Töne anschlug, verschärften die Europäer ihren Kurs. In einer gemeinsamen Erklärung machten auch Deutschland, Großbritannien und Frankreich den Iran für den Drohnenangriff auf zwei Raffinerien in Saudi-Arabien verantwortlich. Damit zeichnet sich eine Annäherung zwischen den seit Monaten in der Iran-Frage tief zerstrittenen Verbündeten auf beiden Seiten des Atlantiks ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kam am Rande der Vollversammlung überraschend mit Trump zusammen, um über die Golfkrise zu reden. Anschließend traf sie sich erstmals auch mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani. Merkel sprach sich anschließend für direkte Gespräche zwischen Trump und Ruhani aus, akzeptierte die iranischen Vorbedingungen dafür aber nicht. «Das wird sicherlich nicht so funktionieren, dass alle Sanktionen erstmal vom Tisch genommen werden und dann gibt es Gespräche. Ich glaube, das ist kein realistischer Angang», sagte die CDU-Politikerin.

Noch vor Trump sprach Brasiliens rechter Präsident Jair Bolsonaro in der Generaldebatte und wies dabei jegliche Kritik an seiner Umweltpolitik scharf zurück. «Das Amazonasgebiet wird nicht verwüstet oder vom Feuer vernichtet, wie die Medien immer wieder irreführenderweise berichten», sagte er. «Die Regenwälder sind nach wie vor praktisch makellos und unberührt und wir sind eines der Länder, das die Umwelt am besten von allen schützt.» 

Im brasilianischen Amazonasgebiet hatten im Sommer die schwersten Waldbrände seit Jahren gewütet. Bolsonaro, der seit Anfang des Jahres im Amt ist, hatte immer wieder jegliche Hilfe von außen abgelehnt. Die Brände seien vor allem von trockenem Wetter, kriminellen Brandstiftungen und den Gepflogenheiten der lokalen Bevölkerung und der Ureinwohner ausgelöst worden, sagte Bolsonaro.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte mehr Unterstützung für die Versorgung von syrischen Flüchtlingen. Er zeigte vor der Vollversammlung ein Foto des vor vier Jahren ertrunkenen Flüchtlingsjungen Alan Kurdi. «Die Welt hat das Baby Alan sehr schnell vergessen», sagte er. «Vergesst nicht, dass Euch eines Tages dasselbe widerfahren kann. Weil es gibt nicht nur ein Alan-Baby, es gibt Tausende, Millionen. Wir müssen gegen all das Vorkehrungen treffen.» Die Leiche des dreijährigen syrischen Flüchtlingsjungen Alan Kurdi war im Spätsommer 2015 an einen Strand in der Türkei gespült worden. Das Foto hatte auch in Europa für große Anteilnahme und Betroffenheit gesorgt.

Am zweiten Tag der Generaldebatte wird am Mittwoch Ruhani reden. Er hat angekündigt, einen Friedensplan für die Golfregion vorstellen zu wollen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
21:49 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Boris Johnson Brandstiftung Britische Regierungen Bundeskanzler der BRD Bundeskanzlerin Angela Merkel CDU-Politikerinnen Columbia Broadcasting System Donald Trump Emmanuel Macron Greta Thunberg Jair Bolsonaro Mike Pompeo Mohammed Dschawad Sarif Naher Osten National Broadcasting Company Präsidenten der USA Recep Tayyip Erdogan Staaten Twitter Türkische Staatspräsidenten UN-Vollversammlungen UNO Verwüstung Waldbrände
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Impfung

04.05.2020

Die Welt verbündet sich gegen das Virus - nur die USA fehlen

Ein Impfstoff soll letztlich den Sieg über das Coronavirus bringen. Und die Weltgemeinschaft organisiert sich, um Milliarden dafür zu sammeln. Aber wo ist die Weltmacht USA? » mehr

Hassan Ruhani

25.09.2019

Ruhani: Trump muss vor Gesprächen neues Vertrauen schaffen

Bei der UN-Vollversammlung geht US-Präsident Donald Trump den Iran hart an. Er macht aber auch deutlich, dass er keinen Krieg wolle. Irans Präsident Hassan Ruhani schließt Gespräche nicht aus - stellt aber Bedingungen. » mehr

St. Thomas-Krankenhaus

07.04.2020

Boris Johnson in «stabilem Zustand»

Aufatmen in Großbritannien: Regierungschef Boris Johnson geht es etwas besser. Über den Berg ist er damit aber wohl noch nicht. » mehr

Trauerfeier für Soleimani

09.01.2020

Entspannung im Iran-Konflikt: USA bieten Verhandlungen an

Die Eskalationsspirale zwischen den USA und dem Iran scheint vorerst gestoppt. Auf beiden Seiten wird verbal abgerüstet. Washington macht ein Gesprächsangebot. Doch die Nato nennt die Lage unberechenbar. » mehr

Anhaltende Corona-Krise

21.05.2020

Ende von US-Einreisestopp aus Europa nicht absehbar

Donald Trump erwägt, die Staats- und Regierungschefs trotz der anhaltenden Corona-Krise zum G7-Gipfel in die USA einzuladen. Für den US-Präsidenten wäre es ein Signal der Normalisierung, für den Normalbürger möglicherwei... » mehr

Arbeitssitzung des Nato-Gipfels

04.12.2019

Nato-Streit vertagt - Macron lässt nicht locker

In der Nato sind viele genervt von der «Hirntod»-Diagnose aus Paris. Die Geburtstagsfeier will man sich davon nicht vermiesen lassen. Doch hinter den Kulissen knirscht es weiter. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Bauerndemo in Coburg

Bauerndemo in Coburg | 28.05.2020 Coburg
» 4 Bilder ansehen

Frontal-Crash mit Oldtimer Dippach

Frontal-Crash mit Oldtimer | 22.05.2020 Dippach
» 10 Bilder ansehen

Jan Gorr wird HSC-Geschäftsführer

Jan Gorr wird Geschäftsführer | 22.05.2020 Coburg
» 15 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
21:49 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.