Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

Trump warnt Iran vor Angriff auf US-Truppen im Irak

Doppelte Botschaft aus dem Weißen Haus: Einerseits droht US-Präsident Trump dem Iran mit schweren Konsequenzen im Fall einer Attacke auf amerikanische Ziele. Andererseits sagt er, Teheran könne schnell einen Deal mit Washington bekommen.



Trump
Warnt die Iraner vor einer Attacke: US-Präsident Donald Trump.   Foto: Alex Brandon/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat den Iran vor einem Angriff auf US-Truppen oder -Ziele im Irak gewarnt. Der Iran oder seine Verbündeten planten eine «heimliche Attacke», schrieb Trump auf Twitter - ohne konkret zu sagen, auf welche Informationen er sich bezog.

«Sollte das passieren, wird der Iran wirklich einen sehr hohen Preis zahlen!», drohte Trump. Zugleich erklärte der Präsident bei einem Auftritt im Weißen Haus, Teheran könne schnell einen Deal mit den USA schließen, wenn sich die dortige Führung bewege. Er reagierte damit auch auf die Frage nach einer möglichen Aufhebung von Sanktionen gegen den Iran, der derzeit schwer von der Corona-Krise getroffen ist.

Die USA und der Iran sind seit langem in einen schweren Konflikt verstrickt. Der Irak hat sich zusehends zum Schauplatz einer Konfrontation beider Seiten entwickelt. Im Januar hatte der Konflikt seinen Höhepunkt erreicht, als die USA bei einem Luftangriff in der Hauptstadt Bagdad unter anderem den iranischen Top-General Ghassem Soleimani töteten.

Trump sagte im Weißen Haus, es gebe «sehr gute Informationen», dass ein Angriff durch Gruppen geplant sei, die vom Iran unterstützt würden. «Für mich ist das der Iran.» Er fügte hinzu: «Wir sagen nur: Tut es nicht.» US-Truppen im Irak würden Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Die irakische Regierung sei über die Bedrohung informiert.

Nach Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak, die die Amerikaner nutzen, hat die US-Armee ihre mehrere Tausend Frauen und Männer starke Truppe an weniger Standorten konzentriert, von wo aus sie den Irak weiter im Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) unterstützen soll.

Gleichzeitig schlägt Washington militärisch zurück: Nach dem Tod von drei Soldaten der USA und Großbritanniens Mitte März trafen US-Raketen mehrere Basen der pro-iranischen Miliz Kataib Hisbollah in verschiedenen Teilen des Iraks. Trump sagte im Weißen Haus, im Falle eines erneuten Angriffs würde die Reaktion der USA dieses Mal noch verheerender ausfallen.

Zugleich schlug Trump versöhnliche Töne an. Der Iran stecke in großen Problemen, insbesondere die Wirtschaft des Landes. «Ich glaube wirklich, dass sie einen Deal machen wollen.» Auf die Frage, ob eine Aussetzung der US-Sanktionen gegen den Iran denkbar sei, sagte Trump, es wäre einfach, einen Deal mit den Iranern zu schließen. «Alles was sie tun müssen, ist anzurufen.» Die Bedingung sei sehr simpel: «keine Atomwaffen». Die Iraner seien aber stolz. «Es fällt ihnen schwer, zum Telefonhörer zu greifen.» Dabei könnten sie die Probleme in ihrem Land auf einfache Weise lösen.

Die USA überziehen den Iran seit langem mit massiven Wirtschaftssanktionen. Trump hatte 2018 das mühsam ausgehandelte internationale Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt, weil es aus seiner Sicht nicht weit genug geht. Die Amerikaner versuchen seitdem, Teheran mit einer «Kampagne maximalen Drucks» in die Knie zu zwingen und haben nach und nach harte Strafmaßnahmen gegen das Land verhängt. Die iranische Führung spricht von einem «Krieg gegen die Wirtschaft» ihres Landes.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus auch in den Iran fordert Teheran von der internationalen Gemeinschaft, Druck auf die USA auszuüben, um zumindest angesichts der Pandemie einige Sanktionen gegen das Land aufzuheben. Nach einer Aufstellung der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität wurden im Iran bislang bereits mehr als 47.000 Infektionen mit dem Virus nachgewiesen. Mehr als 3000 Menschen in dem Land seien bereits an dem Erreger gestorben.

Laut Teheran erschweren die US-Sanktionen die medizinische Behandlung der Patienten. Da wegen der Sanktionen auch keine Banktransaktionen möglich sind, kann das Land keine Medikamente und medizinische Logistik aus dem Ausland kaufen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 04. 2020
06:24 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Atomwaffen Debakel Donald Trump Hisbollah Infektionskrankheiten Irakische Regierungen Islamischer Staat Krankheitserreger Militär Pandemien Personen aus dem Iran Präsidenten der USA Raketenangriffe Truppen Twitter US-Armee
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
US-Angriff

13.03.2020

US-Vergeltungsangriffe gegen Schiitenmiliz im Irak

Bei einem Raketenangriff im Irak sterben amerikanische und britische Soldaten. Die USA machen eine pro-iranische Miliz verantwortlich - und schlagen nun zurück. » mehr

US-Botschaft in Bagdad

27.01.2020

Rakete trifft Gelände der US-Botschaft in Bagdad

Immer wieder schlugen in und nahe dem Bagdader Regierungsviertel in vergangenen Wochen Raketen ein. Meist richtete sich der Verdacht gegen örtliche Milizen. Opfer oder größere Schäden gab es zuletzt nicht - aber nun wurd... » mehr

Testzentrum

23.07.2020

Neuinfektionen: Trump macht Proteste mitverantwortlich

Wie ist es zu der dramatischen Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA gekommen? US-Präsident Trump nennt eine Vielzahl an Gründen, zum Beispiel die Proteste gegen Rassismus. Eigene Fehltritte sieht er nicht - sein pol... » mehr

Israelische Soldaten

03.08.2020

Zwischenfälle an Israels Grenzen: Militär vereitelt Anschlag

Israels Armee musste in der Nacht auf Montag nach eigenen Angaben zwei Attacken abwehren. Unklar ist noch, wer hinter einem versuchten Sprengstoffanschlag an der Grenze im Norden steckt. Es war der zweite Zwischenfall in... » mehr

SARS-CoV-2

19.07.2020

Mehr als 600.000 Corona-Tote weltweit

Es ist eine unvorstellbare Zahl: Mehr als 600.000 Corona-Tote weltweit. Das entspricht der Bevölkerung einer Großstadt. Und Millionen Menschen litten oder leiden an der Lungenkrankheit. » mehr

Demonstranten in Riverside

06.05.2020

Trump: Doch keine Auflösung der Corona-Arbeitsgruppe

Erst hü, dann hott: Am Dienstag kündigen US-Präsident Trump und sein Vize Pence die mögliche Auflösung eines einflussreichen Expertengremiums zur Corona-Krise an. Einen Tag später rudert Trump zurück - oder doch nicht so... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

HSC Coburg: Training und Media Day

HSC Coburg: Training und Media Day | 12.08.2020 Coburg
» 25 Bilder ansehen

WG: HSC - mögliche Aufmacher

WG: HSC - mögliche Aufmacher | 12.08.2020 Coburg
» 26 Bilder ansehen

Großbrand in Tettau auf Bauernhof

Großbrand auf Tettauer Bauernhof | 09.08.2020 Tettau
» 50 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 04. 2020
06:24 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.