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Trump will nach Anschlag Pittsburgh besuchen

Nach zwei Gewaltausbrüchen ist Amerika aufgewühlt. Wo kommt all der Hass her? Einige sehen eine Mitschuld beim Präsidenten, der wiederum macht die Medien verantwortlich. Nun will Trump den Ort des jüngsten Anschlags besuchen. Bei einigen ist er dort unerwünscht.



US-Präsident Trump
Nach Ansicht von Donald Trump ist «fehlerhafte und sogar betrügerische Berichterstattung» mitverantwortlich für die Spaltung der US-Gesellschaft.   Foto: Susan Walsh/AP

Nach dem verheerenden Attentat auf jüdische Gläubige in einer Synagoge in Pittsburgh will US-Präsident Donald Trump die Stadt an diesem Dienstag besuchen.

Der Präsident werde von First Lady Melania Trump begleitet, kündigte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, am Montagnachmittag (Ortszeit) in Washington an. Beide wollten die Unterstützung des amerikanischen Volkes zum Ausdruck bringen und mit den Menschen in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania trauern. Trump wird dort aber nicht mit offenen Armen empfangen. Mitglieder der jüdischen Community der Stadt - wie auch andere Kritiker Trumps - werfen dem Präsidenten vor, Hass in der Gesellschaft zu schüren und Gewaltausbrüche wie jenen in Pittsburgh mit zu verantworten. Trump wiederum gab den Medien eine Mitschuld.

Am Samstag hatte ein 46 Jahre alter Rechtsradikaler in der «Tree of Life»-Synagoge elf Menschen im Alter zwischen 50 und 97 Jahren erschossen. Es handelt sich nach den Worten von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu um das folgenschwerste antisemitische Verbrechen in der Geschichte der USA.

Der mutmaßliche Attentäter wurde am Montag einem Richter in Pittsburgh vorgeführt. Der zuständige Staatsanwalt Scott Brady sagte, der Mann sei nun in Haft. Zuvor war der 46-Jährige im Krankenhaus gewesen, nachdem er bei seiner Festnahme verletzt worden war. Für Donnerstag ist ein weiterer Gerichtstermin angesetzt. Dem Mann werden 29 Straftaten zur Last gelegt, darunter Mord in elf Fällen. Laut Justizminister Jeff Sessions könnte ihm die Todesstrafe drohen.

Sanders bezeichnete die Attacke als «Massenmord» und eine «Tat des Bösen». Sie fügte hinzu: «Antisemitismus ist eine Plage für die Menschheit.» Sanders verwies darauf, dass Trump amerikanische Juden wertschätze und selbst Juden in seiner Familie habe. So stamme Trumps Schwiegersohn Jared Kushner von Holocaust-Überlebenden ab.

Vor dem Attentat auf die Synagoge hatte ein Mann zahlreiche Briefbomben an Trump-Kritiker geschickt. Die beiden Vorfälle haben das Land aufgewühlt - nur wenige Tage vor den wichtigen Kongresswahlen in den USA. Kritiker werfen Trump vor, er trage mit seiner Rhetorik nicht nur zur Spaltung, sondern auch zur Radikalisierung in Teilen der Gesellschaft bei.

Auch aus der jüdischen Community von Pittsburgh kommen solche Vorwürfe. In einem offenen Brief schrieben Mitglieder der jüdischen Organisation «Bend the Arc» aus Pittsburgh, Trump sei in der Stadt nicht willkommen, solange er Rechtsradikalismus nicht klar verurteile und solange er nicht mit Angriffen auf Flüchtlinge, Migranten und Minderheiten aufhöre. Sie beschuldigten Trump, er stachele Menschen zu solchen Taten an. Die «Washington Post» berichtete, mehr als 30 000 Menschen hätten den Brief unterzeichnet.

Der Rabbi der «Tree of Life»-Synagoge in Pittsburgh, Jeffrey Myers, wiederum sagte bei CNN, Trump sei willkommen. Myers betonte, er sei ein US-Bürger und Trump sei sein Präsident.

Sanders wies die Vorwürfe gegen ihren Chef vehement zurück. Trump werde auch weiterhin Unterschiede in der politischen Debatte aufzeigen und sich wehren, wenn er angegriffen werde. Es sei unerhört, Trump eine Mitschuld an den jüngsten Vorkommnissen zu geben. «Der Präsident ist nicht verantwortlich für diese Taten.»

Trump selbst gab den Medien eine Mitschuld an der Entwicklung. «Es gibt große Wut in unserem Land, die teilweise verursacht ist durch fehlerhafte und sogar betrügerische Berichterstattung der Medien», schrieb Trump bei Twitter. «Die Fake-News-Medien, die wahren Feinde des Volkes, müssen aufhören mit offener und offensichtlicher Feindseligkeit und richtig und fair berichten.» Dies würde helfen, etwas gegen Wut und Gewalt zu tun und für Zusammenhalt zu sorgen.

Nur wenige Tage vor dem Attentat von Pittsburgh war ein Verdächtiger gefasst worden, der die USA mit dem Versand von Rohrbomben an prominente Oppositionspolitiker in Atem gehalten hatte. Entsprechende Umschläge hatte der 56-Jährige etwa an den ehemaligen Präsidenten Barack Obama und die der früheren Außenministerin Hillary Clinton gesandt - beides Demokraten. Die Ermittler stuften zumindest einen Teil der insgesamt 14 abgefangenen Sendungen als gefährlich ein.

Am Montag tauchte ein weiterer verdächtiger Umschlag auf, adressiert an den Fernsehsender CNN in Atlanta. Das Paket sei vorab bei einer Poststelle abgefangen worden und ähnele den anderen verdächtigen Sendungen, berichtete der Sender. Bereits in der vergangenen Woche war eine der Sendungen an CNN in New York adressiert gewesen, was zur Räumung eines großen Bürogebäudes geführt hatte, in dem der Sender seinen New Yorker Sitz hat.

Der Mann, der die gefährlichen Pakete verschickt haben soll, wurde am Montag ebenfalls erstmals seit seiner Festnahme einem Richter vorgeführt - und zwar in Florida. Nach US-Medienberichten ist in seinem Fall für Freitag ein weiterer Gerichtstermin angesetzt.

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dpa

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Veröffentlicht am:
29. 10. 2018
21:36 Uhr

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29. 10. 2018
21:36 Uhr



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