Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: CoronavirusVideosCotubeBlitzerwarner

Brennpunkte

Trump will zivile Drohnen-Opfer nicht mehr nennen

Der US-Geheimdienst CIA setzt auch außerhalb von Kriegsgebieten Drohnen ein, um Terroristen aus der Luft zu töten - ein umstrittenes Programm. Bislang musste die Zahl ziviler Opfer veröffentlicht werden. Dem schiebt Präsident Trump nun einen Riegel vor.



Donald Trump
Hebt eine Obama-Anordnung zu durch Drohnenangriffe getötete Zivilisten auf: US-Präsident Donald Trump.   Foto: Jacquelyn Martin/AP » zu den Bildern

Die US-Regierung will die Zahl ziviler Opfer bei CIA-Drohnenangriffen auf Terroristen außerhalb von Kriegsgebieten künftig nicht mehr veröffentlichen.

Präsident Donald Trump hob eine Anordnung seines demokratischen Vorgängers Barack Obama auf, wonach die US-Geheimdienste jedes Jahr bis zum 1. Mai die Zahl von Angriffen gegen Terroristen außerhalb von Kriegsgebieten sowie die Anzahl der dabei getöteten Terroristen und Zivilisten veröffentlichen müssen. Ein Grund wurde nicht genannt.

Der US-Geheimdienst CIA setzt unter anderem in Pakistan bewaffnete Drohnen gegen Anführer der Taliban und des Terrornetzwerks Al-Kaida ein. Das seit dem Jahr 2004 andauernde Programm im Nordwesten des Landes ist wegen ziviler Opfer immer wieder in die Kritik geraten. Kritisiert werden die Angriffe auch deswegen, weil dabei Verdächtige ohne Gerichtsprozess getötet werden. Das «Long War Journal», das entsprechende Statistiken führt, registrierte im vergangenen Jahr vier CIA-Drohnenangriffe in Pakistan. Zum Höhepunkt der Kampagne im Jahr 2010 waren es 117 solcher Angriffe in dem südasiatischen Land.

Die US-Bürgerrechtsbewegung ACLU bemängelte: «Trump hat eine Anordnung zur Transparenz aufgehoben, die eine unvollständige, aber dennoch wichtige offizielle Bilanz der vom Militär und - entscheidend - von der CIA verursachten Toten geliefert hat.» Damit schwäche Trump die Regeln zur Vermeidung ziviler Opfer bei dem «illegalen und unmoralischen» Programm weiter, bei dem Verdächtige an Orten getötet würden, «an denen wir uns nicht im Krieg befinden».

Schon im vergangenen Jahr hatte die US-Regierung keinen entsprechenden Bericht veröffentlicht. Unberührt von der Neuregelung ist die Verpflichtung des Pentagons, dem Kongress jedes Jahr bis zum 1. Mai eine Übersicht über die zivilen Todesopfer bei militärischen Operationen vorzulegen. Dieser Bericht soll im Prinzip veröffentlicht werden. Der Verteidigungsminister kann die Veröffentlichung aber mit Verweis auf die nationale Sicherheit untersagen.

Seit Beginn des US-Drohnenkrieges in Pakistan im Jahr 2004 wurden nach eigenen Statistiken des Büros für Investigativen Journalismus zwischen 2515 und 4026 Menschen getötet. Darunter waren demnach zwischen 424 und 969 Zivilisten. Unter diesen Zivilisten waren den Statistiken zufolge zwischen 172 und 207 Kinder. Nach Angaben des Büros mit Sitz in London setzt die CIA auch im Jemen, in Somalia und in Afghanistan unbemannte bewaffnete Flugzeuge ein.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 03. 2019
16:41 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
1. Mai Al-Qaida Barack Obama Büros CIA Donald Trump Drohnen Journalismus Kriegsschauplätze Militäroperationen Taliban Terroristen Tötung US-Geheimdienste US-Regierung Verdächtige Zeitschriften
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Trump

01.07.2020

Kopfgeld-Affäre: Trump weist neue Berichte zurück

Russland soll Taliban-Kämpfer in Afghanistan dafür bezahlt haben, unter anderem US-Soldaten zu töten. Diese schweren Vorwürfe sorgen in Washington auch wegen der ausbleibenden Reaktion des Weißen Hauses für Irritation. P... » mehr

US-Präsident Donald Trump

11.06.2020

Trump verhängt Sanktionen gegen Weltstrafgericht in Den Haag

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag will wegen möglicher Kriegsverbrechen in Afghanistan auch gegen US-Sicherheitskräfte ermitteln. Die Regierung von US-Präsident Trump läuft dagegen Sturm. » mehr

US-Militär in Afghanistan

30.06.2020

Kopfgeld auf US-Soldaten in Afghanistan - Was wusste Trump?

Wie viel wusste Donald Trump? Darum dreht sich die Diskussion in den USA, denn brisante Berichte über russisches Kopfgeld auf US-Soldaten werfen eine Frage auf: Warum reagierte die US-Regierung scheinbar nicht? » mehr

Internationaler Strafgerichtshof

05.03.2020

USA rügen Ermittlungen an Weltstrafgericht gegen Amerikaner

Nach langem Hin und Her ermöglicht der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag Ermittlungen zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen in Afghanistan. Auch US-Bürger sind im Visier der Ankläger. Die Regierung in Washington wäh... » mehr

Angriff

07.02.2020

Schlag gegen Al-Kaida im Jemen: USA töten Anführer Al-Rimi

Über seinen Tod gab es seit Tagen Spekulationen, jetzt bestätigt der US-Präsident: Die Operation gegen den Chef des mächtigsten Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida ist gelungen. Die Gruppe bleibt aber weiter gefährlich... » mehr

Kontrollpunkt in Kabul

22.02.2020

Afghanistan: Siebentägige Deeskalationsphase gestartet

Eine Woche lang soll weniger Gewalt in Afghanistan herrschen, damit überhaupt in Richtung Frieden gedacht werden kann. Der Verlauf des ersten Tages nach dem offiziellen Beginn einer eingeschränkten Waffenruhe gibt Anlass... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lkw bleibt in Unterführung stecken

Lkw bleibt in Unterführung stecken | 09.07.2020 Coburg
» 13 Bilder ansehen

Lagerhalle in Geiselwind brennt völlig aus Geiselwind

Lagerhalle brennt völlig aus | 23.06.2020 Geiselwind
» 31 Bilder ansehen

BMW und Motorrad stoßen auf der B 173 zusammen Redwitz an der Rodach

BMW und Motorrad stoßen auf der B 173 zusammen | 23.06.2020 Redwitz an der Rodach
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
07. 03. 2019
16:41 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.