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Trumps Ex-Wahlkampfmanager Manafort kooperiert mit Justiz

Singt er oder singt er nicht? Und wenn ja, welche Melodie? Die Bereitschaft Paul Manaforts, mit der Justiz zusammenzuarbeiten, dürfte im Weißen Haus Unruhe stiften. Donald Trump ließ schnell verbreiten, sein früherer Wahlkampfchef habe mit ihm nichts zu tun.



Paul Manafort
Paul Manafort, der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Trump, verlässt im Oktober 2017 den Federal District Court.   Foto: Alex Brandon/AP

Donald Trumps früherer Vertrauter Paul Manafort kooperiert mit Russland-Ermittler Robert Mueller und könnte bei den Untersuchungen in der Russland-Affäre zu einer Art Kronzeugen werden.

Manafort, bereits vor wenigen Wochen in einem zweiten Verfahren wegen Finanzvergehen schuldig gesprochen, bekannte sich am Freitag in Washington überraschend und entgegen früherer Ankündigungen auch bei von Vorwürfen der Konspiration gegen die USA und der Zeugenbeeinflussung für schuldig. Weitere Anklagepunkte, darunter Geldwäsche und Steuerbetrug, werden fallengelassen.

Gleichzeitig teilte die Anklage mit, Manafort wolle mit den Ermittlern kooperieren. Wie weit diese Zusammenarbeit gehen soll, war zunächst nicht bekannt. Es seien bereits Informationen geflossen, sagte Staatsanwalt Andrew Weissmann. US-Bundesgerichte sind im Allgemeinen bereit, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit erheblichen Nachlässen beim Strafmaß zu goutieren. Jedoch muss der Erkenntnisfortschritt für die Justiz dann auch messbar sein.

Manafort gilt nach dem früheren Trump-Anwalt Michael Cohen als zweite potente Quelle aus dem unmittelbaren Trump-Umfeld für Sonderermittler Robert Mueller. Allerdings war nicht klar, in welchem Umfang sich die Bereitschaft zur Zusammenarbeit auf die Person des Präsidenten erstrecken könnte.

Das Weiße Haus veröffentlichte am Freitag umgehend eine Erklärung mit dem Hinweis, dass diese Entwicklungen nicht mit dem Wahlkampf von Donald Trump im Jahr 2016 und dessen Wahlsieg in Verbindung stünden. Sie seien - im Gegenteil - völlig separat zu sehen, teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders mit. Manafort war von März bis August 2016 Mitglied in Trumps Wahlkampfteam, davon drei Monate lang als dessen Leiter.

Eines der größten Fragezeichen in der gesamten Russlandaffäre steht hinter einem Treffen im Trump-Tower in New York im Juni 2016, bei dem eine russische Anwältin schmutzige Details über Trumps Wahlkampfgegnerin Hillary Clinton angeboten haben soll. Die Ermittler untersuchen inzwischen Medienberichten zufolge auffällige Geldtransaktionen zwischen Teilnehmern im zeitlichen Zusammenhang mit dem Treffen. Das Meeting war von Trump-Sohn Donald Jr. organisiert worden, auch Manafort hatte teilgenommen.

Manafort war bereits in einem weiteren Prozess im August in Arlington bei Washington schuldig gesprochen worden. Dort ging es unter anderem um Steuer- und Bankbetrug. Der 69-Jährige wartet noch auf sein Strafmaß. Manafort hatte bereits für mehrere republikanische US-Präsidenten, darunter Ronald Reagan gearbeitet. Berüchtigt wurde seine Zusammenarbeit mit umstrittenen Figuren im Ausland, vor allem in Afrika und der Ukraine.

Die vom Team des Russland-Ermittlers Robert Mueller verfasste Anklage wirft ihm unter anderem vor, ohne vorschriftsmäßige Anmeldung für den damaligen pro-russischen Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, gearbeitet zu haben. Die daraus resultierenden Einnahmen in Höhe von vielen Millionen Dollar habe er über mehrere Unternehmen in und außerhalb der Vereinigten Staaten gewaschen, heißt es in der Anklageschrift.

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dpa

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Veröffentlicht am:
14. 09. 2018
20:21 Uhr

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