Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

US-Präsidentschaftsrennen: Sanders stellt sich hinter Biden

Vor wenigen Tagen stieg Bernie Sanders aus dem Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten aus - mit einer nur halbherzigen Unterstützungsbotschaft für seinen bisherigen Kontrahenten Biden. Die holt er nun umso wuchtiger nach.



Biden und Sanders
Joe Biden und Bernie Sanders begrüßen sich in den CNN-Studios in Washington (Archiv).   Foto: Evan Vucci/AP/dpa

Die US-Demokraten rücken im Kampf gegen Präsident Donald Trump zusammen: Der linke Senator Bernie Sanders hat dem einzigen verbliebenen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden offiziell seine Unterstützung zugesichert.

Er rufe alle Amerikaner dazu auf, eine Präsidentschaftskandidatur Bidens zu unterstützen - so wie er es tue, sagte Sanders bei einer öffentlichen Online-Videoschalte mit seinem bisherigen Kontrahenten Biden. Trump sei der gefährlichste Präsident in der jüngeren Geschichte der USA. Es sei wichtig, dafür zu sorgen, dass Trump nur eine Amtszeit habe. «Wir brauchen dich im Weißen Haus», sagte Sanders an Bidens Adresse. «Ich werde alles tun, was ich kann, damit das gelingt.»

Sanders war in der vergangenen Woche aus dem Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten ausgestiegen und hatte damit den Weg frei gemacht für eine Kandidatur des Ex-US-Vizepräsidenten Biden. Dieser ist nun der einzige verbleibende Präsidentschaftsanwärter seiner Partei und steht so quasi schon als Herausforderer für Amtsinhaber Trump bei der Präsidentschaftswahl Anfang November fest - lange vor dem Ende der Vorwahlen. Die offizielle Kür des Kandidaten soll bei einem Nominierungsparteitag der Demokraten im Sommer folgen.

Bei der Verkündung seines Rückzugs vor einigen Tagen hatte Sanders zunächst auf eine vollmundige Unterstützung seines bisherigen Konkurrenten verzichtet und zugleich angekündigt, bei den restlichen Vorwahlen auf den Wahlzetteln zu bleiben, um weiter Delegiertenstimmen zu sammeln und sich so zumindest noch inhaltlichen Einfluss beim Parteitag der Demokraten im August zu sichern.

Nun aber stellte sich Sanders voll hinter Biden, der ihm und dessen Anhängern wiederum ein inhaltliches Entgegenkommen versprach - in der Hoffnung, dass sich auch Sanders' Anhängerschaft hinter Biden als Präsidentschaftskandidat versammelt.

Biden und Sanders schalteten sich jeweils aus ihrem Zuhause zu der gemeinsamen Online-Botschaft zusammen, bemühten sich bei dem Auftritt um ein Signal größtmöglicher Harmonie und bedachten einander mit allerlei warmen Worten. «Deine Unterstützung bedeutet mir viel», sagte Biden. «Danke, dass du so ein Gentleman bist.» Der 77-Jährige sagte mit Blick auf Sanders: «Wenn ich der Kandidat werde, wonach es aussieht (...), dann werde ich dich brauchen - nicht nur, um die Kampagne zu gewinnen, sondern um zu regieren.» Und weiter: «Ich verspreche, dass ich dich nicht enttäuschen werde.»

Gemeinsam sei es möglich, die fortschrittlichste Regierung in der Geschichte des Landes auf die Beine zu stellen, sagte Biden. «Wir können diese Nation umwandeln.» An Sanders' Anhänger gerichtet sagte er: «Ich sehe euch, ich höre euch.» Er werde ihre Anliegen aufgreifen und hoffe auf ihre Unterstützung, um Trump zu besiegen.

Biden und Sanders kündigten an, ihrer Mitarbeiter sollten in gemischten Arbeitsgruppen an gemeinsamen inhaltlichen Konzepten für die Zukunft arbeiten zu den Themen Wirtschaft, Bildung, Klimawandel, Justizsystem und Krankenversicherung.

Biden gehört dem moderaten Flügel der Partei an. Sanders dagegen vertritt seit Jahrzehnten eine klar linke Agenda. Der 78 Jahre alte Senator aus Vermont kämpft unter anderem für eine Krankenversicherung für alle und für eine stärkere Besteuerung von Reichen. Einige seiner Positionen waren bei den Demokraten anfangs verschrien, sind dort inzwischen aber etabliert. Kritiker werfen ihm dennoch vor, zu radikal zu sein. Der Plan, die Positionen der beiden zu kombinieren, ist der Versuch, die Partei in einem kritischen Moment zu einen und alle Kräfte zu bündeln, um Trump zu schlagen.

Sanders hatte sich bereits bei der Wahl 2016 um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bemüht, unterlag damals bei den Vorwahlen aber seiner internen Konkurrentin Hillary Clinton. Der Kampf zwischen Sanders und Clinton war erbittert und zäh und hinterließ innerhalb der Partei viel böses Blut. Manche sahen Trumps Wahlsieg 2016 dadurch begünstigt. Ein ähnliches Drama wollen viele Demokraten - und offensichtlich auch Biden und Sanders - diesmal wohl mit aller Macht vermeiden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 04. 2020
21:45 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bernie Sanders Donald Trump Hillary Clinton Joe Biden Parteitage Politische Kandidaten Präsidentschaftsbewerber Präsidentschaftswahlen USA - Geschichte Vorwahlen Weißes Haus
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Barack Obama

20.08.2020

Obama rechnet mit Trump ab - Harris offiziell nominiert

Ein Ex-Präsident kritisiert in den USA seinen direkten Nachfolger nicht - eigentlich. Barack Obama stellt Donald Trump aber beim Parteitag der Demokraten schonungslos an den Pranger und spricht von «dunklen Zeiten», aus ... » mehr

Obama und Biden

14.04.2020

Ex-US-Präsident Barack Obama stellt sich hinter Joe Biden

Lange schwieg Barack Obama dazu, wen er für den besten Herausforderer von Donald Trump hält. Nun spricht sich der Ex-Präsident für seinen früheren Vize aus. Die Demokraten bemühen sich, die eigenen Reihen im Kampf gegen ... » mehr

Parteitag der Demokraten

21.08.2020

Biden verspricht Ende der «Zeit der Dunkelheit» in USA

Joe Biden ist jetzt auch offiziell Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten. Der 77-Jährige verspricht, im Falle eines Wahlsiegs gegen Amtsinhaber Trump der Präsident aller Amerikaner zu sein - und sie in eine bessere ... » mehr

Vorwahlen in den USA

02.06.2020

US-Vorwahlen: Abstimmungen in mehreren Bundesstaaten

War da nicht noch was? Die USA stecken mitten im Wahljahr, doch andere Themen stehen derzeit im Vordergrund. Im Schatten der Corona-Pandemie und der gewaltsamen Proteste im Land finden nun weitere Vorwahlen statt - und z... » mehr

Konkurrenten

05.08.2020

Biden reist nicht zu Parteitag - Trump-Rede aus Weißem Haus?

Das grassierende Coronavirus wirft in den USA die Wahlkampfpläne der großen Parteien weiter über den Haufen. Gleichzeitig werden die Sorgen vor einer chaotischen Abstimmung im November größer. » mehr

Sanders steigt aus

08.04.2020

Sanders steigt aus US-Präsidentschaftsrennen aus

Nach enttäuschenden Vorwahlergebnissen beendet Bernie Sanders seine Präsidentschaftsbewerbung bei den US-Demokraten. Einer Kandidatur von Joe Biden steht damit nichts mehr im Weg. Doch Sanders geht nicht ohne eine eigenw... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Parking Day in Coburg

Parking Day in Coburg | 18.09.2020 Coburg
» 23 Bilder ansehen

Schaeffler Aktionstag in Eltmann Eltmann

Schaeffler Aktionstag in Eltmann | 16.09.2020 Eltmann
» 7 Bilder ansehen

WG: Totschlags-Prozess Coburg

Gerichtsprozess in Coburg | 14.09.2020 Coburg
» 16 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 04. 2020
21:45 Uhr



^