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USA: Neue Anklage gegen Wikileaks-Gründer Assange

Die USA erhöhen mit einem neuen Vorwurf den Druck auf Julian Assange. Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks sitzt nun schon seit etwa einem Jahr in einem Londoner Gefängnis.



Wikileaks-Gründer
Julian Assange im Jahr 2017 im Exil auf dem Balkon der Botschaft von Ecuador in London.   Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Die US-Justiz hat eine neue Anklage gegen Wikileaks-Gründers Julian Assange erlassen.

Das Justizministerium in Washington teilte am Mittwochabend (Ortszeit) mit, gegen den 48-Jährigen werde von einer breiteren Verschwörung beim Hacken von Computern als bislang ausgegangen.

Demnach hätten «Assange und andere» Menschen dafür rekrutiert, Netzwerke zu hacken, damit Wikileaks davon profitiere. Allerdings würden zu den bisher 18 Anklagepunkten gegen Assange keine weiteren hinzugefügt.

Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dabei soll Washington zufolge insbesondere die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft. Assange bestreitet die Vorwürfe. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten auch zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch amerikanische Soldaten geführt.

Assange war 2012 aus Angst vor einer Auslieferung an die USA in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Die Ermittlungen wurden jedoch später eingestellt. Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte. Er wurde zu einem knappen Jahr Haft verurteilt.

Der gebürtige Australier sitzt seit etwa einem Jahr im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Eine Anhörung zum US-Antrag auf Auslieferung Assanges war im Mai wegen der Corona-Pandemie auf September verschoben worden. Der 48-Jährige macht inzwischen einen körperlich und seelisch angeschlagenen Eindruck. Ärzte und Psychologen forderten wiederholt seine Freilassung. Sie sprachen von «psychologischer Folter und medizinischer Vernachlässigung».

Auch der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, hatte schwere Vorwürfe gegen die Behörden in Großbritannien, Schweden, den USA und Ecuador erhoben. In seinen Augen wird an Assange ein Exempel statuiert, um Journalisten einzuschüchtern.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-556299/4

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dpa

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25. 06. 2020
14:08 Uhr

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25. 06. 2020
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