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USA beginnen Truppenabzug aus Syrien

Die US-Truppen ziehen sich aus Syrien zurück - damit wird Trumps Ankündigung von vor gut drei Wochen umgesetzt. Das dürfte erst einmal vor allem der Türkei in die Hände spielen.



US-Truppen in Syrien
US-Truppen mit gepanzerten Fahrzeugen gehen in den Außenbezirken der Stadt Manbidsch in Stellung.   Foto: Arab 24 network/AP » zu den Bildern

Gut drei Wochen nach der Ankündigung haben die USA mit dem Abzug von Truppen aus Syrien begonnen. Ein Sprecher des US-Militärs bestätigte den Abzug der Deutschen Presse-Agentur. Zu Details wollte er sich aus Sicherheitsgründen nicht äußern.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, rund zehn gepanzerte Fahrzeuge und weitere Maschinen seien von der US-Basis in der ostsyrischen Provinz Al-Hasaka abgezogen worden.

Die USA haben rund 2000 Soldaten in Syrien stationiert, vor allem Spezialkräfte und Berater und Ausbilder der syrischen Oppositionstruppen. Präsident Donald Trump hatte kurz vor Weihnachten angekündigt, die Truppen aus Syrien abzuziehen. Das Weißen Haus erklärte bereits damals, man habe begonnen, die US-Truppen zurückzubringen, da man in die nächste Phase des Einsatzes übergehe. Fragen danach und zum Zeitplan war die US-Regierung später ausgewichen.

Am Donnerstag hatte US-Außenminister Mike Pompeo in einer Rede in Kairo mehr Verantwortung der arabischen Länder im Kampf gegen den islamistischen Extremismus gefordert. Die mit den USA verbündeten Kurden in Nordsyrien befürchten, dass dem US-Rückzug ein Angriff der Türkei auf die von ihnen kontrollierten Gebiete im Norden Syriens folgt. Die Türkei sieht die kurdischen Kämpfer als Terroristen an.

Trotz des Widerstandes der US-Regierung rüstet sich die Türkei weiter für die Offensive gegen kurdische Truppen. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete von neuen Transporten von Kriegsgerät in Richtung türkisch-syrischer Grenze. Lastwagen mit Panzern seien auf dem Weg in die Grenzprovinzen Gaziantep und Sanliurfa gesichtet worden.

Verteidigungsminister Hulusi Akar besuchte die Grenze und sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge, dass die Vorbereitungen für die Offensive «intensiv fortgesetzt» würden. «Vor uns liegen Manbidsch und der Osten des Euphrats», sagte er. Die Türkei will dort vor allem gegen die Kurdenmiliz YPG vorgehen.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Offensive im Dezember angekündigt, aber vorerst auf Eis gelegt, nachdem die USA ihren Truppenabzug aus Syrien angekündigt hatten. Am Donnerstag betonte Außenminister Mevlüt Cavusoglu in einem Interview des Senders NTV allerdings, dass die Türkei losschlagen werde, sollten die USA ihren Abzug zu lange hinauszögern. Die hatten den Abzug wiederum jüngst an die Bedingung geknüpft, dass die Türkei die YPG nicht angreift.

Im Raum steht auch die Frage, welche Rolle die Türkei im Kampf gegen den IS in Syrien übernehmen kann und soll. Cavusoglu wiederholte am Donnerstag, dass die Türkei die Fähigkeit habe, den IS allein weiter zu bekämpfen.

Derweil berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, dass rund 2000 Menschen in der umkämpften Region Hadschin in der Ostprovinz Dair as-Saur feststeckten. Fliehende berichteten von katastrophalen Zuständen. Die Region sei in den Händen der Terrormiliz IS.

Demnach sind in den vergangenen fünf Wochen mehr als 8500 Menschen in Flüchtlingslagern außerhalb der Region angekommen. Viele seien zu Fuß geflohen, hätten bei Kälte und Regen in der Wüste übernachtet und seien völlig erschöpft. Sechs Babys hätten die Flucht nicht überlebt.

Im Nordwesten Syriens hatte eine Al-Kaida-nahe Miliz in den vergangenen Tagen Syriens letztes großes Rebellengebiet rund um die Stadt Idlib vollständig unter ihre Kontrolle gebracht.

Die internationale ärztliche Friedensorganisation IPPNW sprach sich derweil für eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Syrien sowie einer Aufhebung der Sanktionen aus. Ein diplomatischer Austausch könnte ein Beitrag für mehr politische Stabilität sein. Die syrische Bevölkerung und ihre Institutionen sollten auf allen Ebenen in die weiteren Verhandlungen und diplomatischen Aktionen einbezogen werden. Ein nachhaltiger Frieden könne nicht allein von externen Akteuren erreicht werden.

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dpa

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Veröffentlicht am:
11. 01. 2019
21:14 Uhr

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11. 01. 2019
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