Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

Uniklinik Köln räumt Fehler nach Wurst-Rückruf ein

Nach Todesfällen durch Bakterien in Wurst gerät das Krisenmanagement von Behörden und des Herstellers in die Kritik. Die Uniklinik Köln räumte unterdessen einen Fehler bei einer Tochtergesellschaft ein.



Wilke
Das Produktionsgebäude des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren. Der Hersteller hat inzwischen Insolventz benatragt.   Foto: Uwe Zucchi/dpa

Das Universitätsklinikum Köln hat nach dem Rückruf von Wurstwaren durch den hessischen Hersteller Wilke einen Fehler bei einer Tochtergesellschaft eingeräumt.

«Aufgrund der Kurzfristigkeit und des Zeitpunktes der Information ist es im Zusammenhang mit unserer Tochtergesellschaft UniReha zu einem Fehler innerhalb der Speisenversorgung gekommen, so dass einigen Reha-Patienten dennoch Wurstware der Firma Wilke angeboten worden ist», heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme der Uniklinik Köln.

Für Nachfragen, zu welchen Zeitpunkt und wie viele Reha-Patienten vom Rückruf betroffene Wurst des Herstellers Wilke noch erhalten haben, war die Uniklinik Köln am Freitagabend zunächst nicht zu erreichen.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hatte zuvor erklärt, dass nach ihren Informationen in der Reha-Einrichtung «UniReha» des Universitätsklinikums Köln noch am Feiertag (3. Oktober) zum Frühstück vom Rückruf betroffene Wilke-Produkte an Patienten ausgegeben worden seien. Sie berief sich dabei auf mehrere Quellen.

In der Erklärung der Uniklinik Köln heißt es, sie sei am Mittwoch (2. Oktober) um 17.45 Uhr durch ihren Fleisch-Zulieferer per E-Mail informiert worden, dass sämtliche Produkte des Wurstherstellers der Firma Wilke zurückgerufen werden. «Daraufhin haben wir unverzüglich damit begonnen, die Verteilung der Wurstwaren zu stoppen», erläuterte der Sprecher des Universitätsklinikum Köln weiter. «Die in den Medien genannten, vermutlich kontaminierten Wurstsorten des Herstellers sind in der Uniklinik Köln jedoch nicht verwendet worden», betonte er.

Die Behörden hatten die Produktion des Unternehmens Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren in Twistetal-Berndorf am Dienstag vorläufig geschlossen. Wie der Kreis am Mittwoch mitgeteilt hatte, seien in Wurstprodukten der Firma Listerien nachgewiesen worden. Eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI) habe einen unmittelbaren Zusammenhang zu Todesfällen von zwei älteren Menschen aus Hessen ergeben. Wie die Listerien in die Wurst kamen, ist bislang unklar.

Foodwatch wirft Behörden und Wilke «schwere Versäumnisse» vor. Es sei inakzeptabel, dass keinerlei Angaben zu Verkaufsstellen der Produkte gemacht worden seien. Auch gebe es keine Liste betroffener Produkte. Behörden hatten erklärt, eine Liste sei nicht nötig, da alle Produkte von Wilke als solche deklariert seien. Waren unter anderen Markennamen seien nicht bekannt. Das Unternehmen selbst hatte in einer Mitteilung alle Waren mit der Kennzeichnung DE EV 203 EG zurückgerufen. Produkte seien auch in loser Form an Fleischtheken und Großküchen geliefert worden.

Entgegen der Annahme der Behörden verkaufte Wilke aber unter fremdem Namen: Der Großhändler Metro nahm nach eigenen Abgaben alle Wilke-Produkte aus dem Sortiment - darunter seien Metro-Eigenmarken gewesen. Metro nehme aber bei diesen Waren eigene Stichproben und da sei Wilke in den vergangenen sechs Monaten nicht auffällig gewesen.

Produkte der hessischen Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren sind auch aus dem Kreis Viersen zurückgerufen worden. Die belieferten Unternehmen seien kontaktiert worden, teilte der niederrheinische Kreis am Freitag mit. Der Rückruf der Wurstprodukte sei «aktiv überwacht» worden. Die betroffenen Waren seien durch ein Identitätszeichen auf der Verpackung eindeutig zu erkennen. «Waren der Firma Wilke wurden aber auch in loser Form über Wursttheken und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, zum Beispiel Krankenhausküchen und Kantinen, in den Verkehr gebracht.» Auch hier seien die im Kreis Viersen betroffenen Unternehmen informiert und noch vorhandene Restbestände «gesichert aussortiert» worden.

Vorsorglich nehme der Kreis nach eigenen Angaben Kontakt zu allen stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen auf, um sicherzustellen, dass Patientinnen und Patienten bei entsprechenden Symptomen sofort zielgerichtet behandelt werden könnten.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
20:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Ambulanz Der Kreis GmbH & Co KG Einrichtungen im Pflegebereich Fleisch Foodwatch Gesundheitsbehörden Produktionsunternehmen und Zulieferer Rehapatienten Robert-Koch-Institut Universitätskliniken Unternehmen Verpackungen Wurst und Wurstwaren
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Fleischhersteller

05.10.2019

Keimbelastete Wurst: Mehr Klarheit für Verbraucher gefordert

Wohin sind die keimbelasteten Wurstwaren des nordhessischen Herstellers geliefert worden? Sind weitere Krankheitsfälle zu befürchten? Die Verbraucherorganisation Foodwatch macht Druck auf die Verantwortlichen. » mehr

Milchpulver

24.10.2019

Foodwatch-Test: Mineralölspuren in Milchpulver für Babys

Es geht um sensible Lebensmittel für Kleinkinder - und Stoffe, die darin nichts zu suchen haben. Das ruft Verbraucherschützer und die Politik auf den Plan. Weitere Untersuchungen sollen folgen. » mehr

Wursthersteller Wilke

14.10.2019

Wilke Wurst scheitert mit Eilantrag

Der wegen Listerienkeimen geschlossene Wursthersteller Wilke wehrt sich vor Gericht gegen Behördenanordnungen. Doch er scheitert mit seinem Eilantrag. Dabei werden erstmals Details bekannt, was die Prüfer bei ihren Kontr... » mehr

Lebensmittelkontrolle

12.10.2019

Lebensmittelkontrollen: Klöckner nimmt Länder in die Pflicht

Ob Eier, Wurst, Käse oder Kekse: Dass Lebensmittel in Deutschland kontrolliert werden, ist Alltag. Regelmäßig gibt es Rückrufe. Was könnte noch verbessert werden? » mehr

Wilke

07.10.2019

Ikea stoppt Verkauf von Wilke-Aufschnitt

Noch immer ist unklar, welche Betriebe genau mit Wurst des nordhessischen Herstellers beliefert wurden. Behörden veröffentlichen bisher keine Listen dazu. Doch es werden weitere Namen bekannt. » mehr

Jens Spahn

14.11.2019

Masern-Impfpflicht für Kitas und Schulen kommt

Um gefährliche Infektionen rigoroser einzudämmen, besiegelt der Bundestag eine Impfpflicht gegen Masern. Der staatliche Druck soll dosiert eingesetzt werden. Nicht alle finden das aber gerechtfertigt. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) Coburg

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) | 17.11.2019 Coburg
» 46 Bilder ansehen

Rathaussturm in Steinberg Steinberg

Rathaussturm in Steinberg | 16.11.2019 Steinberg
» 8 Bilder ansehen

HSC 2000 Coburg - ThSV Eisenach 31:23 (15:14) Coburg

HSC 2000 Coburg - ThSV Eisenach 31:23 (15:14) | 16.11.2019 Coburg
» 47 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
04. 10. 2019
20:22 Uhr



^