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Uruguay muss Adler der «Admiral Graf Spee» verkaufen

Die Skulptur zierte einst das Heck der «Admiral Graf Spee», die im Zweiten Weltkrieg im Río de la Plata sank. Nun will der Finder den Adler verkaufen. Die Bundesregierung sorgt sich, er könne in die Hände von Rechten geraten.



Adler-Bergung
Ein Arbeiter leitet 2006 die Bergungsarbeiten für den Adler des Panzerschiffs Admiral Graf Spee.   Foto: Marcelo Hernandez/AP

Vor 80 Jahren sank das deutsche Panzerschiff «Admiral Graf Spee» auf den Grund des Río de la Plata - jetzt sorgt der Heckadler aus Bronze in Montevideo und Berlin für Kopfschmerzen.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hat ein Gericht den Verkauf Reichsadlers mit Eichenlaubkranz und Hakenkreuz angeordnet. Das Verteidigungsministerium von Uruguay solle die Skulptur innerhalb von 90 Tagen zu Geld machen und die Hälfte der Einnahmen den Unterzeichnern des Bergungsvertrags überlassen, berichtete die Zeitung «El País» am Freitag (Ortszeit). Die uruguayische Regierung kann gegen die Entscheidung noch Berufung einlegen.

Seit Jahren war der Adler bei der Marineverwaltung unter Verschluss. Immer wieder wurde darüber debattiert, wie mit der Nazi-Skulptur verfahren werden sollte. So hätte der Adler etwa im Marinemuseum in Montevideo oder im Museum der Schlacht vom Río de la Plata in Sarandi del Yi ausgestellt werden können. Zu einer Entscheidung kam es allerdings nie.

Die «Admiral Graf Spee» war zu Beginn des 2. Weltkrieg im Indischen Ozean und im Südatlantik auf Kaperfahrt und versenkte mehrere britische Frachtschiffe. Im Dezember 1939 lieferte sich das Kriegsschiff in der Mündung des Río de la Plata eine Seeschlacht mit den britischen Kreuzern «Exeter» und «Ajax» sowie dem neuseeländischen Kreuzer «Achilles».

Dabei wurde die «Admiral Graf Spee» schwer beschädigt. Für Reparaturarbeiten lief das Schiff zunächst in Montevideo ein, musste den sicheren Hafen aber aufgrund von diplomatischem Druck schon bald wieder verlassen. Kapitän Hans Langsdorff ordnete daraufhin an, die «Admiral Graf Spee» zu versenken, damit die moderne Marinetechnik nicht dem Feind in die Hände falle. Die Matrosen setzten zuvor nach Argentinien über - viele blieben dort und gründeten Familien. Kapitän Langsdorff nahm sich das Leben.

Der 2,80 Meter hohe und 350 Kilogramm schwere Reichsadler vom Heck des Schiffes war 2006 von dem Unternehmer Alfredo Etchegaray geborgen worden. Er begrüßte die Gerichtsentscheidung. Die Regierung solle das Urteil annehmen und ihren Teil des Erlöses in das Bildungswesen oder die Marine des südamerikanischen Landes investieren, sagte er im Radiosender Uruguay.

Laut Medienberichten könnte der Verkauf des Bronzeadlers rund vier Millionen US-Dollar (gut 3,5 Millionen Euro) einbringen. Etchegaray glaubt sogar, dass ein wesentlich höherer Preis erzielt werden könnte. «Egal ob es 5 oder 50 Millionen sind, das Wichtige ist, dass der Vertrag erfüllt wird», sagte er in dem Radiointerview.

Die Bundesregierung hatte einen Verkauf des Adlers auf dem freien Markt stets zu verhindern versucht. Sie will nicht, dass die Bronzeskulptur für die Verherrlichung der NS-Herrschaft missbraucht wird. Berlin würde den Reichsadler am liebsten in einem Museum sehen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
23. 06. 2019
08:58 Uhr

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23. 06. 2019
08:58 Uhr



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