Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

Utrecht: Mutmaßlicher Täter gesteht Anschlag

Ein Mann schießt in einer Straßenbahn um sich. Drei Menschen sterben. Die Tat schockt die Niederlande. War es Terror? Hatte der Täter psychische Probleme?



Trauer in Utrecht
Gedenken an die Opfer des Anschlags in Utrecht.   Foto: Peter Dejong/AP » zu den Bildern

Vier Tage nach den tödlichen Schüssen in Utrecht hat sich der Hauptverdächtige zu der Tat bekannt. «Ja, ich habe es getan», sagte er dem Haftrichter am Freitag in Utrecht. Er habe allein gehandelt, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.

Doch das Motiv des 37-Jährigen bleibt weiter unklar. Einzelheiten zu dem Geständnis nannte die Staatsanwaltschaft nicht. Sie legt dem Mann mehrfachen Mord oder Totschlag mit terroristischem Motiv zur Last. Außerdem wird er des versuchten Totschlags und der Bedrohung ebenfalls mit terroristischem Motiv beschuldigt.

Gökmen T. hatte am Montag in einer Straßenbahn in Utrecht um sich geschossen. Drei Menschen waren getötet und drei weitere schwer verletzt worden. Die Tat hatte die Niederlande schwer geschockt.

Es herrsche «Angst, Wut und Trauer» in der Stadt, sagte der Utrechter Bürgermeister Jan van Zanen. Zu Beginn eines Schweigemarsches am Freitagabend betonte er: «Utrecht ist kein Ort für Hass und Gewalt.» Tausende Menschen beteiligten sich an dem Marsch vom Hauptbahnhof zum Tatort, auch der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte war vor Ort.

Am Tatort, dem Platz des 24. Oktober, im Utrechter Viertel Kanaleneiland hatten bereits in den vergangenen Tagen Tausende Menschen Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. In Moscheen gedachten Gläubige in Freitagsgebeten der Opfer.

Bei dem Verdacht eines terroristischen Motivs stützt sich die Staatsanwaltschaft auf ein Schreiben, das im Fluchtauto gefunden worden war. Das Schreiben war nicht veröffentlicht worden. Auch die Art der Tat könnte auf einen Terror-Anschlag hinweisen, erklärte die Staatsanwaltschaft: Schüsse an einem öffentlichen Ort, viele Opfer und möglichst viel Terror verbreiten.

Allerdings untersuchen die Ermittler auch, ob das Motiv in psychischen Problemen des Täters liegt, «kombiniert mit einer radikalisierten Ideologie». Die Staatsanwaltschaft ordnete ein psychiatrisches Gutachten des Mannes an.

Es gab zunächst auch Gerüchte, es könnte sich um eine schreckliche Beziehungstat handeln. Dafür fand die Polizei bislang keine Bestätigung. Täter und Opfer kannten sich nicht.

Der 37-Jährige Gökmen T. ist in der Türkei geboren und für die Polizei kein Unbekannter. Er hat bereits zahlreiche Vorstrafen. Zuletzt war er wegen Vergewaltigung und Misshandlung angeklagt worden. Dennoch war er vor gut zwei Wochen vorläufig aus der U-Haft entlassen worden.

Bekannte und Angehörige beschreiben ihn als labil und psychopathisch. Vor allem in Perioden, in denen er Drogen nahm, sei er aggressiv gewesen. Hinweise, dass er radikalisiert war oder ein Dschihadist, hatten weder Angehörige noch Bekannte. Die Untersuchungshaft des Hauptverdächtigen wurde um die maximale Dauer von weiteren zwei Wochen verlängert.

Ein 40-jähriger Mann, der am Dienstag festgenommen worden war, wurde inzwischen wieder aus der Haft entlassen. Er steht nicht mehr unter Verdacht.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 03. 2019
20:42 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
ARD-Tatort Anschläge Dschihadisten Mark Rutte Motive Polizei Psychische Erkrankungen Staatsanwaltschaft Straßenbahnen Tatorte Terrorismus Verbrecher und Kriminelle
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Spezial-Einheit

18.03.2019

Hauptverdächtiger nach Schüssen von Utrecht gefasst

Unvermittelt schießt ein Mann in einer Straßenbahn in Utrecht auf Fahrgäste. Drei Menschen kommen ums Leben, fünf werden verletzt. Es gibt Terroralarm. Der Täter wird am Abend gefasst. Das Motiv ist unklar. » mehr

Messerattacke

06.10.2019

Pariser Messerattacke: Innenminister in der Kritik

Nach einer beispiellosen Bluttat debattiert Frankreich erneut die Gefährdung durch islamistische Attentäter - diesmal aber in der Institution, die Anschläge eigentlich verhindern soll. Warum wurde die Radikalisierung des... » mehr

Tatort in Fresno

18.11.2019

Vier Tote und sechs Verletzte nach Schüssen in Kalifornien

In den USA kommt es immer wieder zu tödlichen Schussattacken. Diesmal trifft es eine Football-Gartenparty. » mehr

Explosion in Lyon

25.05.2019

Chef-Ermittler: Hintergrund der Explosion in Lyon unklar

Ein Mann stellt eine Papiertüte vor einer Bäckerei in der Innenstadt Lyons ab - nur eine Minute später explodiert ein Sprengsatz darin. Mindestens 13 Menschen werden verletzt, auch ein Kind. Die Anti-Terror-Staatsanwalts... » mehr

Polizeieinsatz

26.10.2019

Mann soll Ehefrau erst angefahren und dann erschlagen haben

Mitten in Limburg soll ein Mann seine Ehefrau mit einem Auto zuerst angefahren und danach mit Axt und Messer getötet haben. Sie stirbt noch am Tatort. » mehr

Spezial-Einheit

19.03.2019

Polizei in Utrecht hat Hinweise auf Terrormotiv

Welche Motive hatte der Schütze von Utrecht? Zuletzt war über eine Beziehungstat spekuliert worden. Doch nun haben die Ermittler einen Brief gefunden. Rechtspopulist Wilders geht unterdessen die Regierung an - wohl auch ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall auf der B 303 Ebersdorf

Unfall auf der B 303 | 12.12.2019 Ebersdorf
» 7 Bilder ansehen

Brand in Kronach

Brand in Kronach | 12.12.2019 Kronach
» 8 Bilder ansehen

FRG Ebern wird Fair-Trade-Schule Ebern

FRG Ebern wird Fair-Trade-Schule | 11.12.2019 Ebern
» 10 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 03. 2019
20:42 Uhr



^