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Venezolanischer Geheimdienst setzt Mitarbeiter Guaidós fest

Die Geheimdienstagenten kommen im Morgengrauen und nehmen den Büroleiter des selbst ernannten Interimspräsidenten mit. Zahlreiche Länder protestieren gegen die Festnahme. Guaidó wertet den Schlag gegen seinen Mitarbeiter als Zeichen der Schwäche der Regierung.



Juan Guaidó
Juan Guaidó (M) in der Nähe des Hauses seines Bürochefs Marrero.   Foto: Ariana Cubillos/AP » zu den Bildern

Im eskalierenden Machtkampf in Venezuela gehen die regierungstreuen Sicherheitskräfte gegen enge Mitarbeiter des selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó vor.

Am Donnerstag nahmen Agenten des Geheimdienstes Sebin nach Angaben der Opposition Guaidós Bürochef Roberto Marrero fest. «Sie wissen, dass sie nicht den Interimspräsidenten der Republik entführen können, also entführen sie Mitarbeiter, Abgeordnete. Aber das wird uns nicht stoppen», sagte Guaidó.

Die Geheimdienstbeamten hätten am frühen Morgen die Häuser von ihm und Marrero durchsucht, sagte der Fraktionschef der Oppositionspartei Voluntad Popular, Sergio Vergara. Auch sein Fahrer sei festgenommen worden. In dem Haus Marreros hätten die Agenten zwei Gewehre und eine Granate deponiert.

Seit Wochen liefern sich Staatschef Nicolás Maduro und Oppositionsführer Guaidó einen erbitterten Machtkampf. Zwar haben viele vornehmlich westliche Länder Guaidó bereits als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt, allerdings konnte er in Venezuela selbst noch keine echte Machtposition aufbauen.

«Ob das Risiko besteht, dass sie mir nachstellen? Natürlich, aber es ist offensichtlich, dass sie sich das nicht trauen», sagte Guaidó am Donnerstag. «Warum suchen sie nicht nach mir? Wegen der massiven internationalen Unterstützung.»

Die USA kritisierten den Geheimdiensteinsatz. «Die Vereinigten Staaten verurteilen die Razzien von Maduros Sicherheitskräften und die Festnahme von Roberto Marrero, Bürochef von Interimspräsident Guaidó», schrieb US-Außenminister Mike Pompeo auf Twitter. «Wir fordern seine sofortige Freilassung. Wir werden die daran Beteiligten verantwortlich machen.»

US-Sicherheitsberater John Bolton drohte Maduros sozialistischer Regierung mit Konsequenzen. «Maduro hat einen weiteren großen Fehler begangen», schrieb er auf Twitter. «Die illegitime Festnahme von Roberto Marrero wird nicht ohne Antwort bleiben.»

Das Büro von UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet rief die Regierung auf, den Rechtsweg einzuhalten und sofort den Aufenthaltsort von Marrero bekanntzugeben. Die sogenannte Lima-Gruppe aus einer Reihe lateinamerikanischer Länder und Kanada protestierte gegen die Festnahme des Büroleiters. «Wir fordern ein Ende der Angriffe auf die venezolanischen Demokraten und der willkürlichen Verhaftungen und der Folter in Venezuela», hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Guaidó hatte zuletzt angekündigt, seine Anhänger im ganzen Land zu mobilisieren und auf einen Marsch in die Hauptstadt Caracas zu führen. «Das Regime ist auf dem Rückzug», sagte er am Donnerstag. «Wir haben es mit einem sehr schwachen Regime zu tun, das nicht mehr regiert, das über keine Autorität mehr verfügt.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 03. 2019
19:24 Uhr

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21. 03. 2019
19:24 Uhr



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