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Verheerende Waldbrände in Kalifornien

Seit Tagen wüten Waldbrände in Kalifornien. Dutzende Häuser sind zerstört, Millionen Einwohnern wurde sicherheitshalber der Strom abgeschaltet, Zehntausende Menschen mussten vor den Flammen fliehen. Und auch die Villen der Reichen in Los Angeles sind bedroht.



Kampf gegen Flammen
Feuerwehrleute kämpfen bei Knightsen gegen die Flammen. Seit Tagen wüten schwere Waldbrände in Kalifornien - Zehntausende mussten fliehen.   Foto: Jose Carlos Fajardo/San Jose Mercury News/AP/dpa » zu den Bildern

Verheerende Waldbrände fressen sich immer weiter durch Teile Kaliforniens. Die seit Tagen wütenden Feuer haben bereits Dutzende Häuser zerstört und Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben.

Am größten sei derzeit das «Kincade»-Feuer im Sonoma County, einer Weinbauregion rund 120 Kilometer nördlich von San Francisco, teilten die Behörden mit.

Die Flammen breiteten sich auf einer Fläche von mehr als 250 Quadratkilometern aus. Rund 185.000 Menschen waren aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Fast 100 Gebäude sind nach ersten Schätzungen abgebrannt, darunter Wohnhäuser und auch einige Weingüter. Mehr als 4000 Helfer waren im Einsatz. Auch Feuerwehrleute aus Nachbarstaaten seien zur Hilfe gerufen worden, teilten die Behörden mit. Zwei Feuerwehrleute sind beim Einsatz verletzt worden. Weitere Berichte über Verletzte oder Tote durch die Brände gab es zunächst aber nicht.

Mehr als 600 Feuerwehrleute waren am frühen Montagmorgen (Ortszeit) zu einem neuen Brandherd im Nordwesten von Los Angeles gerufen worden. Die Feuerwehr warnte vor dem sogenannten «Getty»-Feuer, das nahe einer Autobahn ausgebrochen war. Anwohner wurden aufgerufen, das Gebiet rasch zu verlassen. Mindestens fünf Häuser seien bereits abgebrannt, hieß es.

Das Feuer loderte in der Nähe von Brentwood und anderen Villenvierteln, wo viele Prominente leben. Auch der Action-Star und ehemalige kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger musste eigenen Angaben zufolge sein Haus verlassen. Befolgt die Evakuierungsanordnungen, mahnte der Schauspieler auf Twitter. Er dankte den «besten Feuerwehrleuten in der Welt». Sie seien die wahren Action-Helden. Auch Basketball-Superstar LeBron James war betroffen. «Ich bin mit meiner Familie herumgefahren, um eine (neue) Unterkunft zu finden. Bisher kein Glück», schrieb James auf Twitter.

Windböen von bis zu 160 Stundenkilometern hatten die Flammen in Nordkalifornien immer wieder angefacht. «Zu sagen, dass die Bedingungen einem Pulverfass gleichen, wäre wahrscheinlich untertrieben», zitierte der «San Francisco Chronicle» den Einsatzleiter Jonathan Cox. Der starke Wind wurde auch für den Tod einer Frau verantwortlich gemacht, die südlich von San Francisco von einem umstürzenden Baum erschlagen wurde. In 43 der 58 Bezirken Kaliforniens gelte erhöhte Waldbrandgefahr.

Nach den heftigen Stürmen am Wochenende gab es am Montag aber eine Windpause. Die Einsatzteams wollten dies nutzen, um die Flammen weiter unter Kontrolle zu bringen. Der Nationale Wetterdienst warnte allerdings vor weiteren Starkwinden bei gleichzeitig niedriger Luftfeuchtigkeit, die am Dienstag wieder einsetzen könnten.

Auch im mexikanischen Bundesstaat Baja California - mehrere Hundert Kilometer weiter im Süden - wüteten Waldbrände. Am stärksten betroffen war die Gemeinde Ensenada an der Pazifikküste, wie Mexikos Zivilschutzbehörde am Samstag mitteilte. Am Freitag waren bei Bränden in der Region drei Menschen ums Leben gekommen, vier wurden verletzt. Hunderte Soldaten waren zur Brandbekämpfung im Einsatz.

Wegen der hohen Waldbrandgefahr begann der Energieversorger Pacific Gas & Electric (PG&E) in Kalifornien am Samstagabend, fast einer Million Haushalten - das entspricht rund drei Millionen Menschen - im Norden und im Zentrum des Bundesstaates den Strom abzustellen. Etwa 940.000 Kunden mussten nach Angaben von PG&E bis Montag ohne Elektrizität auskommen.

Bei starken Winden droht die Gefahr, dass Strommasten umstürzen oder Äste Leitungen abreißen und somit Feuer auslösen. Auch der Waldbrand in der nordkalifornischen Ortschaft Paradise, der im November vergangenen Jahres 85 Menschen das Leben gekostet hatte, soll durch defekte Stromleitungen verursacht worden sein.

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dpa

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Veröffentlicht am:
28. 10. 2019
18:10 Uhr

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28. 10. 2019
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