Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

Verletzte Überlebende von Madeira sind zurück in der Heimat

Endlich zu Hause: Nach der Buskatastrophe von Madeira kehren die Überlebenden in ihre Heimatorte zurück. Wie das Unglück geschah, woher die Toten stammen - das ist offiziell noch offen.



Schwerer Unfall
Blumen liegen an der Unfallstelle in Gedenken an das Busunglück.   Foto: Armando Franca/AP

Die verletzten Überlebenden der Buskatastrophe von Madeira haben ihren Heimflug gut überstanden.

Die ersten Patienten seien schon in Krankenhäuser in der Nähe ihrer jeweiligen Wohnorte verlegt worden, sagte eine Sprecherin der Unfallklinik in Köln-Merheim. Das Rätselraten über die Unglücksursache ging derweil nach fünf Tagen weiter.

Der Fahrer des Unglücksbusses führte den Unfall mit 29 Toten nach Informationen einer örtlichen Zeitung auf «technisches Versagen» seines Fahrzeugs zurück. Die Zeitung «Jornal da Madeira» berief sich in ihrem Bericht auf einen Vertreter der Verkehrsgewerkschaft auf der portugiesischen Urlaubsinsel, die den 55-Jährigen demnach im Krankenhaus der Inselhauptstadt Funchal besuchte. Die Behörden gaben zu den laufenden Ermittlungen vorerst keine Informationen bekannt.

Die portugiesische Kraftfahrergewerkschaft SNM erhob unterdessen schwere Vorwürfe gegen die Betreiberfirma des Unglücksbusses. Gewerkschaftskoordinator Manuel Oliveira versicherte, der Fahrer habe am Mittwoch zum Zeitpunkt des Unfalls gegen 18.30 Uhr bereits mehr als 13 Stunden hinter dem Steuer seines Fahrzeugs gesessen. Das seien fünf Stunden länger als vom Gesetz erlaubt.

«Wir wurden informiert, dass er um 22 Uhr (des Dienstags) Feierabend gemacht hat, und dass er (am Mittwoch) morgens zwischen fünf und halb sechs den Dienst wieder aufgenommen hat», sagte Oliveira am Sonntagabend im Gespräch mit dem Fernsehsender SIC.

Auch wenn der Gewerkschaftsvertreter keinen direkten Zusammenhang zwischen den Beschuldigungen und dem Unfall herstellte, wies der Arbeitgeber des Fahrers, die Transportfirma SAM, die Vorwürfe schnell und energisch zurück. Das Unternehmen habe eine Arbeitszeitaufzeichnung vorgelegt, aus der hervorgehe, dass der Fahrer sowohl am Tag vor der Katastrophe als auch am Unfalltag die zulässige tägliche Arbeitszeit von acht Stunden nicht überschritten habe, schreibt die Zeitung «Diario de Noticias».

Der verletzte Busfahrer gilt nach portugiesischen Medienberichten als sehr erfahren und zuverlässig. Der Mann war unmittelbar nach dem Unfall vom Mittwochabend in Funchal einem Alkoholtest unterzogen worden, der nach amtlichen Angaben negativ ausfiel. Vor dem Unfall soll er nach Aussagen von Überlebenden und Augenzeugen noch versucht haben, auf der abschüssigen, kurvenreichen Straße das Tempo des immer schneller werdenden Busses zu drosseln, indem er unter anderem eine Betonwand am Straßenrand streifte.

Der Versuch schlug fehl. Der Bus stürzte einen Abhang hinunter und krachte in ein Haus. Bei dem Unfall starben 29 Touristen, die nach bisherigen Erkenntnissen alle aus Deutschland stammten. 27 weitere erlitten Verletzungen.

Eine Sondermaschine der Bundeswehr holte insgesamt 15 Verletzte am Karsamstag von Madeira nach Deutschland zurück. Die Patienten kamen anschließend in die Kölner Klinik. Als große Unfallklinik ist das Krankenhaus Merheim für solche Fälle besonders geeignet. Der Direktor der Klinik, Bertil Bouillon, zeigte sich nach ersten Untersuchungen zufrieden mit dem Zustand der Unfallopfer. «Den 15 Patienten geht es den Umständen entsprechend gut», betonte er.

Die 15 Verletzten stammen aus Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg, wie die Stadt Köln mitteilte. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte die Verletzten nach Angaben der Staatskanzlei bei ihrer Ankunft im militärischen Teil des Flughafens in Köln-Wahn begrüßt.

Im Krankenhaus in Funchal lagen am Montag noch drei Verletzte: Neben dem Fahrer des Unglücksbusses eine Frau aus Deutschland, die nach Einschätzung der Ärzte noch nicht transportfähig war, sowie die Reiseleiterin. Die 32 Jahre alte Portugiesin, die sich bei dem Unfall ein Bein brach, bedankte sich in der Nacht zum Sonntag auf Facebook für die Anteilnahme und die vielen Genesungswünsche.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 04. 2019
16:26 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Armin Laschet Bundeswehr CDU Debakel Facebook Krankenhäuser und Kliniken Köln-Wahn Nordrhein-Westfälische Ministerpräsidenten Reiseleiter Touristen Verletzte Ärzte Überlebende
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Busunglück auf Madeira

21.04.2019

Fahrer führt Busunfall auf «technisches Versagen» zurück

Die verletzten Überlebenden der Buskatastrophe von Madeira haben den Heimflug gut überstanden. Offizielle Angaben zur Unglücksursache und den Toten bleiben derweil rar. Nun dringen Angaben des Busfahrers an die Öffentlic... » mehr

Pressekonferenz

26.10.2019

Maas und Cavusoglu erteilen AKKs Syrien-Plan Abfuhr

Der türkische und der deutsche Außenminister stellen sich gemeinsam gegen eine außenpolitische Idee der deutschen Verteidigungsministerin. Wann hat es so etwas schon einmal gegeben? Der Koalitionskrach über die Syrien-Po... » mehr

Busunglück

20.04.2019

Überlebende von Madeira in Deutschland gelandet

Drei Tage nach dem Busunglück auf Madeira sind die transportfähigen Verletzten mit einem Lazarettflugzeug wieder zurück nach Deutschland gekommen. Die Autopsie der 29 Toten ist derweil abgeschlossen. » mehr

AKK

13.10.2019

AKK: AfD ist politischer Arm des Rechtsradikalismus

Der Druck auf die CDU-Chefin war groß. Kann Annegret Kramp-Karrenbauer die Stimmung drehen - oder hagelt es beim Deutschlandtag der JU Kritik? Tatsächlich wurde AKK vom Unionsnachwuchs mit großem Beifall empfangen. » mehr

Merz und Kramp-Karrenbauer

08.11.2019

Rückenwind für Merz in Debatte über Unions-Kanzlerkandidatur

Merz bringt sich als potenzieller Kandidat für die Kanzlerkandidatur der Union in Stellung. Zwar stelle sich heute die Frage nicht, aber er fühle sich ermutigt, antwortete er auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum... » mehr

Greta Thunberg im Braunkohlerevier

11.08.2019

Greta Thunberg besucht Braunkohletagebau Hambach

Auf dem Weg zur Klimakonferenz in New York legt die schwedische Klimaaktivistin im Rheinischen Revier einen Zwischenstopp ein. Der Anblick des Braunkohletagebaus mache sie traurig, sagt sie - und zeigt Mitgefühl. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Coburger Weihnachtsbaum 2019

Anlieferung Coburger Weihnachtsbaum | 18.11.2019 Coburg
» 19 Bilder ansehen

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) Coburg

BBC Coburg - Gießen 46ers Rackelos 101:78 (58:34) | 17.11.2019 Coburg
» 46 Bilder ansehen

Rathaussturm in Steinberg Steinberg

Rathaussturm in Steinberg | 16.11.2019 Steinberg
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
22. 04. 2019
16:26 Uhr



^