Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimCoronavirusBlitzerwarnerVideosCotube

Brennpunkte

Vermutlich betrunkener Weihnachtsmarkt-Waschbär erschossen

Ein womöglich betrunkener Waschbär hat auf dem Weihnachtsmarkt in Erfurt viele Menschen amüsiert. Für das Tier endete der Ausflug indes tödlich, wie sich später herausstellte. Nun wird über den richtigen Umgang mit den niedlichen Tieren diskutiert.



Waschbär auf Erkundungstour
Auch er hat Durst: Ein junger Waschbär erkundet im brandenburgischen Sieversorf einen Garten.   Foto: Patrick Pleul/zb/dpa

Ein vermutlich alkoholisierter Waschbär hat seinen Ausflug auf den Erfurter Weihnachtsmarkt mit dem Leben bezahlt. Ein Jäger habe das taumelnde Tier getötet, sagte der Sprecher der Stadt, Daniel Baumbach, am Montag.

Das Tier hatte mit seinem Erscheinen auf dem Markt über die Stadtgrenzen hinaus viel Aufsehen erregt, verschiedene Medien hatten darüber berichtet.

«Der Waschbär steht auf der EU-Liste der invasiven Arten», sagte Baumbach. Gemäß einer EU-Verordnung müsse der Bestand eingedämmt werden - daher der Abschuss. Waschbären gelten als Gefahr für heimische Tierarten, etwa für Schlangen und Vögel, sie könnten «auch heftige Infektionskrankheiten in sich tragen. Das Staupevirus rafft etwa auch Hunde und Katzen dahin», so Baumbach.

Ein Polizeisprecher hatte zuvor am Sonntag erklärt, dass die Feuerwehr das Tier in ein Tierheim gebracht habe. Doch nach Angaben Baumbachs war das nie vorgesehen. «Die Feuerwehr wusste, dass das Tier dem Jagdpächter übergeben werden muss.»

Dass ein Waschbär wie am Samstag durch die Besuchermassen torkelte, sei ungewöhnlich, betonte Baumbach. Die Jagdbehörde habe aber kein Anzeichen für eine Krankheit entdeckt. Nach Auffassung der Behörde sei denkbar, dass das Tier Alkohol zu sich genommen habe. Möglicherweise habe es aber auch Rattengift gefressen.

Nachdem die Tötung des Waschbären bekannt geworden ist, habe es etwa bei der Feuerwehr Anrufe mit Beschimpfungen gegeben, sagte Baumbach. Auch in sozialen Netzwerken wurde heftig über den Fall diskutiert.

Der Naturschutzbund (Nabu) Thüringen verweist derweil darauf, dass die Jagd auf Waschbären einer Sisyphusarbeit gleich komme. Die Bestandsdichte des Waschbären «wird man nicht durch Bejagung dezimieren können». Dabei spiele es keine Rolle, ob es um Waschbären gehe, die in der Stadt oder andernorts lebten, sagte Nabu-Sprecher Jürgen Ehrhardt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 12. 2019
15:23 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Betrunkenheit Erschießungen Feuerwehren Infektionskrankheiten Invasive Arten Jagdbehörden Jagdpächter Naturschutz Tiere und Tierwelt Öffentliche Behörden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Katze

28.03.2020

Katze steckt sich bei einem Menschen mit Coronavirus an

Eine Katze hat sich in Belgien bei einem Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. » mehr

«Katze» im Schanzenviertel

17.09.2020

Falsche Daten erschweren Corona-Verfolgung in Hamburg

Es erinnert an die Infektionen in österreichischen Après-Ski-Bars: In einer Hamburger Bar arbeiten Corona-Infizierte hinterm Tresen. Hunderte Gäste müssen mit einer Infektion rechnen und in Quarantäne. Doch nicht alle la... » mehr

Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen

15.09.2020

Corona-Ausbruch in Garmisch: Massentest-Ergebnisse erwartet

Quarantäne missachtet - und andere gefährdet: Der Fall der möglichen Superspreaderin von Garmisch-Partenkirchen soll Konsequenzen haben. Zuerst einmal geht es aber um die Frage: Hat die Frau wirklich viele Menschen anges... » mehr

Corona-Ausbruch in Garmisch

14.09.2020

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen «Superspreaderin»

Mit Erkältungssymptom auf Kneipentour durch Garmisch-Partenkirchen: Der Fall einer coronainfizierten Frau ruft die Justiz auf den Plan. Ministerpräsident Markus Söder fordert Konsequenzen. » mehr

Neuer Lockdown für Israel

13.09.2020

Israels Regierung beschließt erneuten landesweiten Lockdown

In Israel sollen Ausgangsbeschränkungen und ein erneutes Herunterfahren des öffentlichen Lebens den rasanten Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen bremsen. Die Entscheidung führt zu Verwerfungen in Benjamin Netanjahus Re... » mehr

Premierminister Castex

11.09.2020

Corona in Frankreich: Paris setzt auf regionale Maßnahmen

Wer an die Ausgangsbeschränkungen in Frankreich im Frühjahr denkt, hat sehr strenge Regeln im Kopf. Und immer, wenn neue Maßnahmen gegen die Pandemie anstehen, fürchten viele genau das. Doch die Regierung geht dieses Mal... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

"It'z Jazz around the Globe" in Coburg

"It'z Jazz around the Globe" in Coburg | 26.09.2020 Coburg
» 111 Bilder ansehen

Busfahrer streiken in Coburg Coburg

Streik der Busfahrer in Coburg | 25.09.2020 Coburg
» 10 Bilder ansehen

ICE kollidiert mit Schafherde Sonneberg

ICE kollidiert mit Schafherde | 23.09.2020 Sonneberg
» 23 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
09. 12. 2019
15:23 Uhr



^