Lade Login-Box.
Topthemen: Vor 40 Jahren in der Neuen PresseBlitzerwarnerGlobe-TheaterHSC 2000 Coburg

Brennpunkte

Verurteilte Kim-Attentäterin aus Gefängnis entlassen

Die Ermordung von Kim Jong Uns Halbbruder machte 2017 riesige Schlagzeilen. Zwei Jahre danach ist jetzt auch die letzte Beteiligte wieder auf freiem Fuß. Die mutmaßlichen Drahtzieher gingen bislang straffrei aus.



Entlassen
Einen Monat nach ihrer Verurteilung wegen des tödlichen Gift-Attentats gegen den Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist die Vietnamesin Doan Thi Huong aus dem Gefängnis entlassen worden.   Foto: Vincent Thian/AP

Ein Giftmord, über den die ganze Welt redet - und jetzt scheint alles vorbei: Zwei Jahre nach der Ermordung des Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist die einzige verurteilte Attentäterin aus der Haft entlassen worden.

Die Vietnamesin Doan Thi Huong durfte aus Malaysia zurück in ihre Heimat. Alle anderen Beteiligten konnten gleich nach dem Giftmord auf dem Flughafen von Kuala Lumpur im Februar 2017 fliehen oder kamen ohne Urteil frei. Der Tod von Kim Jong Nam (45) hatte weltweit Schlagzeilen gemacht. Richtig aufgeklärt wird er nun wohl nie.

Die 30 Jahre alte Vietnamesin wurde am Morgen aus ihrem Gefängnis in der Nähe von Malaysias Hauptstadt entlassen, wie ihr Anwalt Hisyam Teh der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Doan war im April von einem Gericht der vorsätzlichen Körperverletzung für schuldig befunden worden. Den Vorwurf des Mordes ließ die Staatsanwaltschaft fallen. So kam sie mit einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten davon, aus der sie nun vorzeitig entlassen wurde. Zwei Jahre Untersuchungshaft wurden verrechnet.

Die Vietnamesin hatte den Halbbruder des Diktators gemeinsam mit einer Indonesierin auf dem Flughafen von Kuala Lumpur getötet. Der ältere Kim war auf dem Weg nach Macau. Beide Frauen behaupten, dass sie nicht wussten, was sie taten. Angeblich dachten sie, dass sie für einen Fernsehscherz im Stil der «Versteckten Kamera» einem fremden Mann Babyöl ins Gesicht drücken sollten. Tatsächlich handelte es sich um Nervengift.

Die indonesische Komplizin kam vor einigen Wochen auf Drängen ihrer Regierung frei, ohne dass ein Urteil gesprochen wurde. Die mutmaßlichen Drahtzieher gingen bislang straffrei aus - und dabei wird es wohl bleiben. Alles deutet darauf hin, dass Nordkoreas Geheimdienst hinter dem Attentat steckt. Mehrere Nordkoreaner, die mit den beiden Frauen in Kontakt waren, setzten sich gleich nach dem Attentat aus Malaysia in ihre Heimat ab. Sie werden nun mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Der Fall hatte die Beziehungen zwischen Malaysia und Nordkorea massiv belastet. Inzwischen haben sich die Dinge wieder beruhigt. Offensichtlich hatte auch Malaysia kein großes Interesse mehr daran, den Fall aufzuklären.

Kim Jong Nam war ältester Sohn des langjährigen Machthabers Kim Jong Il (1941-2011) aus einer früheren Ehe. Eine Zeit lang galt er als erster Anwärter auf die Nachfolge. Dann fiel er jedoch in Ungnade. Die letzten Jahre verbrachte er außerhalb Nordkoreas. Experten halten es jedoch für möglich, dass Kim Jong Un den Halbbruder immer noch als Rivalen ansah. Angeblich hatte Kim Jong Nam Kontakte zur CIA.

In der Zeit nach dem Anschlag gelang es dem Diktator, die internationale Isolation aufzuweichen. Kim Jong Un traf unter anderem mit US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin zu Gipfeln zusammen. Auch andere Staaten suchen Kontakt.

Veröffentlicht am:
03. 05. 2019
15:37 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Attentate Attentäter CIA Deutsche Presseagentur Donald Trump Haftbefehle Haftstrafen Justizvollzugsanstalten Kim Chongun Kim Jong-il (Politiker) Kim Jong-nam Körperverletzung Mord Präsidenten der USA Regierungen und Regierungseinrichtungen Tötung Wladimir Wladimirowitsch Putin
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Siti Aisyah

11.03.2019

Mutmaßliche Kim-Attentäterin entgeht Todesstrafe

Der Mord am Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un war eines der spektakulärsten politischen Attentate der vergangenen Jahre. Völlig überraschend kommt eine der beiden angeklagten Frauen nun frei. Bleibt die Ta... » mehr

Gewalt an Frauen

04.10.2019

Frauen als Gewaltopfer: Ein unterschätztes Problem?

International wird der Begriff Femizid verwendet, wenn Frauen Opfer tödlicher Gewalt werden. Auch in Deutschland müssen Frauen sterben, weil sie Frauen sind. Täter sind meist Partner, Ex-Partner oder Männer, die sich ver... » mehr

Dan Coats

29.07.2019

Trumps Top-Geheimdienstler Coats schmeißt hin

Donald Trump und sein Geheimdienstkoordinator Dan Coats lagen öffentlich oft über Kreuz - etwa was Russland angeht. Nun geht Coats. Trump hat schon einen Nachfolger auserkoren - einen Mann, der kürzlich einen bemerkenswe... » mehr

Donald Trump

28.09.2019

US-Demokraten machen Druck auf Außenministerium

Die Vorwürfe gegen Donald Trump sind gewaltig. Aber lassen sie sich auch beweisen? Die US-Demokraten arbeiten fieberhaft an ihren Untersuchungen. Trump zeigt weiter mit dem Finger auf einen von ihnen. » mehr

Andreas Hollstein

20.06.2019

Neue Todesdrohungen gegen Politiker nach Lübcke-Mord

Bedroht, beschimpft, angegriffen: Nach dem Mord an Regierungspräsident Lübcke wächst bei Kommunalpolitikern die Angst vor Gewalt. » mehr

Donald Trump und Joe Biden

27.09.2019

Trump will anonyme Tippgeber in Ukraine-Affäre aufspüren

Ein Whistleblower bringt Donald Trump schwer in Bedrängnis. Der US-Präsident versucht, den Hinweisgeber zu diskreditieren. Und auch für dessen mögliche Informanten hat er eine Botschaft parat, die Irritationen auslöst. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Kirchweih Lahm

Kirchweih Lahm | 15.10.2019 Lahm
» 16 Bilder ansehen

Oktobermarkt in Ebern

Oktobermarkt in Ebern | 14.10.2019 Ebern
» 12 Bilder ansehen

Schauübung der Kronacher Feuerwehr

Schauübung der Kronacher Feuerwehr | 14.10.2019 Kronach
» 13 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
03. 05. 2019
15:37 Uhr



^