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Voll, voller, überfüllt: Busse und Bahnen stoßen an Grenzen

Immer mehr Menschen nutzen den öffentlichen Nahverkehr. Auch 2019 wird ein Rekordjahr. Zeitweise ist es so voll, dass nichts mehr geht. Der Ausbau drängt.



S-Bahn
Dicht gedrängt warten die Menschen an einem Bahnsteig auf eine S-Bahn.   Foto: Matthias Balk/dpa/Archiv

Die U-Bahn zu voll zum Einsteigen, im Bus jede Halteschlaufe belegt: Der Kundenandrang bringt Busse und Bahnen in den deutschen Städten an die Belastungsgrenze. Im 22. Rekordjahr in Folge sind die Fahrgastzahlen 2019 kaum noch gestiegen.

Hochgerechnet werden die Bürger in Deutschland etwa 10,41 Milliarden Fahrten in Bussen und Bahnen gemacht haben, wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das entspräche einem Anstieg von 0,3 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

«Das ist ein positives Ergebnis, allerdings mit Einschränkungen», erklärte Verbandspräsident Ingo Wortmann. «Aufgrund zunehmender Kapazitätsengpässe und umfangreicher Baumaßnahmen stoßen wir gerade in Hauptverkehrszeiten in den Ballungsräumen und Großstädten zunehmend an Grenzen. Viel mehr geht dann nicht, die Fahrzeuge sind voll.»

Das ärgert insbesondere Fahrgäste im Berufsverkehr - vor allem wenn sie auf den Preis ihres Tickets blicken. Denn der steigt seit Jahren. In diesem Jahr wurde es im bundesweiten Durchschnitt 1,75 Prozent teurer, wie der Verband ausrechnete. Ein Einzelfahrschein im Stadtverkehr kostet demnach durchschnittlich 2,70 Euro.

In den Verkehrsverbünden sind weitere Fahrpreiserhöhungen zum Jahreswechsel angekündigt - während Fahrten mit ICE und Intercity zehn Prozent billiger werden. Dafür hat der Bundesrat am Freitag dem Klimapaket zugestimmt, mit dem die Mehrwertsteuer für Fernzugtickets sinkt.

Aus Sicht von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) muss es jetzt auch attraktivere Preise im Nahverkehr geben. «Da sind wir mit den Bundesländern im Kontakt, dass wir das noch mal anschauen, noch mal abfedern», sagte Scheuer in Berlin.

Mehr Bus- und Bahnfahren gilt als ein Weg zu mehr Klimaschutz in Deutschland. Die Betreiber hatten sich vergangenes Jahr das Ziel für 2030 gesetzt, 30 Prozent mehr Kunden in Bussen und Bahnen zu befördern. Dafür sei aber mehr öffentliches Geld für U-Bahnen, Trams und Busse notwendig. Dabei sind viele U-Bahn- und Straßenbahnlinien ohnehin in die Jahre gekommen. Vor dem Ausbau steht vielerorts die Sanierung.

«Wir sind zwingend auf ausreichende Ticketeinnahmen angewiesen, wenn wir die Leistungen von Bus und Bahn künftig weiter ausbauen wollen, um noch mehr Fahrgäste zu befördern», sagte Wortmann, der auch Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft ist. «Ideen wie ein steuerfinanziertes 365-Euro-Ticket halten wir zum jetzigen Zeitpunkt für verfehlt.»

Für den Verkehrsminister ist es dennoch «verwunderlich», dass die Fahrpreise weiter steigen. Scheuer verwies auf Bundesgeld, das Länder und Gemeinden als sogenannte Regionalisierungsmittel und über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) erhielten. «Wenn der Bund anschiebt, was die GVFG-Mittel angeht und die Regionalisierungsmittel, dann müssen wir aber auch über die Attraktivität im Nahverkehr reden, was die Preispolitik betrifft.»

Allerdings ist die Preisentwicklung im Nahverkehr vielerorts an Indizes gekoppelt, wie auch Scheuer zugestand. Damit bilden die Unternehmen etwa Kraftstoffpreise und Personalkosten ab. Anders als die Deutsche Bahn bekommen die Betreiber von Stadtbussen, U-Bahnen und Trams auch nicht jährlich eine Milliarde Euro Eigenkapital vom Bund.

Wortmann beteuerte mit Blick auf Preissteigerungen: «Jeder Euro, den die Unternehmen daraus einnehmen, wird direkt wieder in den Betrieb und ins Angebot investiert.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
20. 12. 2019
16:05 Uhr

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20. 12. 2019
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