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Vor Gipfel mit Trump: Kim Jong Un berät mit Präsident Xi

Die Atomgespräche der USA mit Nordkorea stocken. Trotzdem soll in Kürze wieder ein Gipfel zwischen Kim und Trump stattfinden. Vorher stimmt sich der Machthaber mit Chinas Präsident Xi ab - und reist dafür an seinem Geburtstag im Sonderzug nach Peking.



Ankunft in Peking
Ein Sonderzug aus Nordkorea kommt am Bahnhof in Peking an.   Foto: Mark Schiefelbein/AP

Vor seinem geplanten zweiten Gipfel mit US-Präsident Donald Trump stimmt Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un seine Strategie mit China ab.

Zum Auftakt seines vierten Besuches bei dem großen Nachbarn innerhalb eines Jahres kam Kim in Peking zu einem einstündigen Gespräch mit Staats- und Parteichef Xi Jinping zusammen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Danach hätten Kim und seine Frau Ri Sol Ju an einem Abendessen mit Xi Jinping und Gattin Peng Liyuan in der Großen Halle teilgenommen.

In einem Sonderzug war Kim in der chinesischen Hauptstadt eingetroffen, wo er bis Donnerstag bleiben will. In sozialen Medien kursierten Videos von einem Autokonvoi mit einem hohen Staatsgast und einer Motorradstaffel, der vom alten Pekinger Bahnhof durch die Innenstadt rollte. Die Visite erfolgt vor dem Hintergrund der stockenden Verhandlungen über eine atomare Abrüstung des isolierten stalinistischen Staates, der unter massiven Sanktionen leidet.

Die Gespräche dienen Kim der Vorbereitung für den Gipfel mit US-Präsident Trump, der trotz mangelnder Fortschritte bei der Abrüstung in den kommenden Wochen stattfinden soll. Ort und Zeitpunkt sollen «möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft verkündet» werden, hatte Trump am Sonntag in Washington gesagt. Es gibt Spekulationen, dass der Gipfel in Vietnam stattfinden könnte. Auch war in US-Berichten von Indonesien oder der Mongolei die Rede.

«Wir sind immer der Überzeugung, dass es höchst hilfreich ist, wenn die USA und Nordkorea in Kontakt miteinander stehen», sagte Chinas Außenamtssprecher Geng Shuang vor Journalisten. «China hat immer unterstützt, dass Nordkorea und die USA ihren Dialog fortsetzen und positive Ergebnisse erzielen.» Als enger Nachbar unterhalte China freundschaftliche Beziehungen zu Nordkorea, sagte der Sprecher.

Es wird angenommen, dass Kim am Dienstag 35 Jahre alt wurde. Sein Geburtsjahr ist unklar. Die Geburtstage der früheren Machthaber Kim Il Sung und Kim Jong Il - sein Großvater und Vater - werden in Nordkorea groß gefeiert. Bei dem jungen Führer ist das heute anders.

Bei ihrem historischen Gipfel im Juni in Singapur hatten sich Trump und Kim allgemein auf das Ziel einer atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel geeinigt. Doch konkrete Zusagen, bis wann das nordkoreanische Atomwaffenarsenal abgerüstet werden soll und wie die Gegenleistungen der USA aussehen könnten, blieben bisher aus.

Nordkorea will vor allem eine Lockerung der internationalen Sanktionen. Als größter Handelspartner spielt China bei der Umsetzung der Strafmaßnahmen eine Schlüsselrolle. Trump hatte am Sonntag noch einmal bekräftigt, dass die Sanktionen voll aufrechterhalten werden, bis Fortschritte bei der Abrüstung gemacht werden.

Der erneute Besuch Kims in Peking demonstriert die engen Beziehungen zwischen Nordkorea und China. Beide hatten im Korea-Krieg (1950-53) Seite an Seite gegen die USA und Südkorea gekämpft und feiern in diesem Jahr den 70. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen. Mit den Atom- und Raketentests Kims war das Verhältnis 2017 zwar erschüttert, erholte sich Anfang 2018 aber schnell, als Kim seine Annäherung an Südkorea einleitete und seine Provokationen einstellte.

In seiner Neujahrsansprache vor einer Woche hatte Kim jedoch mit einer Abkehr vom Annäherungskurs gedroht, falls die USA an ihren Sanktionen festhalten. Er bekräftigte zwar die Absicht zur atomaren Abrüstung und Fortsetzung der Gipfeldiplomatie mit den USA, warf aber Washington vor, Zusagen nicht einhalten zu wollen und Pjöngjang einseitige Abrüstungsschritte abzupressen.

«Falls die USA ihre vor der ganzen Welt gemachten Versprechen nicht erfüllen, unsere Geduld falsch einschätzen und an Sanktionen und Druckmitteln festhalten, um Dinge einseitig zu erzwingen, werden wir wahrscheinlich keine andere Wahl haben, als einen neuen Weg auszuloten», hatte Kim gesagt. Er forderte, dass die USA ihre Militärmanöver mit Südkorea beenden und keine strategischen Waffen auf die koreanische Halbinsel gebracht werden dürften.

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dpa

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Veröffentlicht am:
08. 01. 2019
15:54 Uhr

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08. 01. 2019
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